Die Pyramiden von Caral
Zu Beginn des Jahrtausends wurden sie als eine historische Sensation gefeiert: Die Pyramiden von Caral. Sie sind eine der ältesten Ansiedlungen des Kontinents, und auch heute Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher, die mehr über die frühzeitliche Kultur Amerikas erfahren wollen.
Im Jahr 1994 entdeckten Forscher die Stadt Caral, unweit der Küste Perus, und begannen damit, ihre Überreste und ihre Pyramiden auszugraben und freizulegen. Mit den Pyramiden von Caral trat eine Sensation zu Tage: Es konnte der Beweis angetreten werden, dass auch in Südamerika schon früh eine hochentwickelte Zivilisation entstand. Die Pyramiden werden auf etwa 4600 Jahre geschätzt, und sind somit bedeutend älter als alle vorangegangenen Zeugnisse südamerikanischer Kultur. Mehr noch, die Stadt Caral und ihre Zivilisation konnten mit der Entwicklung in Ägypten, Mesopotamien oder Indien gleichgesetzt werden – eine Sensation.
Die Pyramiden von Caral
Kennzeichnend für die Ansiedlung in Caral sind vor allem die Pyramiden. Die größte unter ihnen misst eine Länge von 160 Metern im Quadrat und ist etwa 18 Meter hoch. Neben dieser größten Pyramide existieren noch fünf weitere, flachere pyramidenförmige Erhebungen.
Am Treppenaufgang der Pyramide erheben sich etwa 3,5 Meter hohe Monolithe, die es in der weiteren Umgebung von Caral nicht gibt. Aus Granit und unglaublich schwer, war es eine damalige Höchstleistung, die Steine zum Wüstenort Caral zu transportieren.
Eine weitere Hochleistung der damaligen Kultur der Caral war das Bewässerungssystem. Kilometerweit vom Meer entfernt und mitten in der Wüste gelegen, wussten die Bewohner bereits 2600 v. Chr., sich zu helfen. Die Inka bauten später dieses ausgeklügelte Wassersystem noch aus. Weitere Relikte wie Flöten, Werkzeuge, Muscheln aus dem Amazonasgebiet und halluzinogene Pflanzen wurden in Caral ebenfalls gefunden. Die UNESCO zeichnete diese Stätte daher letztlich als Weltkulturerbe aus.
Anreise zu den Pyramiden von Caral
Die Pyramiden von Caral befinden sich im wüstenähnlichen Landesinneren, etwa 20 Kilometer von der Pazifikküste Perus entfernt und rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima. In einem Tal der Cordillera Negra finden Besucher das gut 60 Hektar große, in zwei kreisförmigen Flächen angeordnete Areal. Am besten erreicht man die Pyramiden von Caral mit dem Bus. Es bietet sich hier an, einen Guide anzuheuern, der Besucher begleitet und sie mit der Geschichte der einstmals heiligen Stadt vertraut macht.



