Die Kathedrale von Brasilia
Brasilia, die Hauptstadt von Brasilien, ist im Jahr 1956 komplett am Reißbrett entstanden und war von vorneherein auf Funktionalität ausgelegt. (Dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr…) So kommt es, dass fast alle Gebäude kubus-förmig sind. Bauwerke, die eine andere Form haben, stechen so natürlich besonders heraus. Und das Gebäude, das wohl am auffälligsten und somit auch sehr beeindruckend ist, ist die Kathedrale von Brasilia.
Sie wurde wie ein großer Teil der Stadt selbst vom deutschen Architekten Oscar Niemeyer als bewusster Kontrapunkt geschaffen und ist wohl sein Meisterwerk.
Der kreisrunde Bau, mit einem Durchmesser von 70 m, besteht komplett aus Beton und Glas. 16 gleichartige Betonsäulen bilden eine hyperbolische Form.
Die Kathedrale ist zum Teil in die Erde versenkt. Vor dem unterirdischen Eingang stehen vier moderne Statuen der vier Evangelisten. Dieser Eingang liegt im Schatten, so dass die Besucher das Gefühl haben vom Dunkel ins Licht zu treten. Der Innenraum ist dann fast völlig leer und bewusst so dezent wie möglich gehalten, dass nichts die Ruhe und die Meditation stören kann.
Es gibt im Prinzip nur 3 Punkte, die den Blick auf sich lenken: 3 schwebende Engel in der Kuppel, der Altar, der aus mehreren kleineren Kuben besteht und eine ei-förmige Skulptur über dem Altar, die den Ursprung des Lebens symbolisieren soll. In die Wände sind dann wieder ganz dezent Schubladen eingelassen, in die die Särge der Bischöfe hineingeschoben werden.
Bei der Eröffnung am 31. Mai 1970 kam es dann erst einmal zum Eklat, da der Architekt Oscar Niemeyer als überzeugter Atheist aus Versehen den Altar vergessen hatte.
Dieser wurde dann nachträglich eingefügt.
Die Symbolik des Gebäudes ist umstritten. Einige sage, es sehe aus wie die Dornenkrone Christi oder betende Hände, andere halten die Kathedrale für eine Blüte oder die Krone Marias.
Doch egal, was die Kathedrale darstellt, beeindrucken wird sie fast jeden.


