Die Inka - Hochkultur von nur kurzer Dauer (Teil 4: Gesellschaft und Alltag)
Im letzten Teil der Reihe über die Inka möchte ich euch noch kurz die gesellschaftliche Struktur der einstigen Hochkultur vorstellen. Wie immer reicht der Platz hier nicht aus um die komplexe Struktur ausführlich zu schildern, daher leider nur eine kurze Zusammenfassung:
Wie schon erwähnt, gab es den großen Inka, der über das Reich herrschte. Doch unter ihm standen noch eine Vielzahl an Herrschern und ein ausgeklügelter Beamtenstaat. Das Inka-Reich war in vier Verwaltungsgebiete aufgeteilt, über die jeweils zwei Herrscher (”Apukuna”), die zum Adel gehörten, das Sagen hatten. Und auch die Hauptstadt des Reiches selbst, Cusco, war in zwei Bereiche eingeteilt, mit wieder jeweils einem Oberhaupt. Die Herrscher regierten zusammen und stimmten ihre Vorhaben regelmäßig aufeinander ab.
Diesen Herren zur Seite standen eine Art fahrende Beamte, die in Sänften durch das Reich reisten und dabei exakt die Bevölkerung und deren Altersstruktur, die bewirtschaftete Fläche, das Vieh, die Qualität des Wassers und die Güte des Bodens festhielten. So konnten dann Pläne für neue Baumaßnahmen gemacht werden. Jede noch so kleine Bewegung oder Veränderung im Reich wurde so gut es geht katalogisiert und verwaltet.
Die Landwirtschaft spielte für die Inka eine entscheidende Rolle. Das Volk war in sogenannte Ayllus unterteilt, Dorf- oder Familiengemeinschaften, die die Felder bestellten oder sich um das Vieh kümmerten. Im Inka-Reich war es keinem Bürger gestattet eigenes Land oder Vieh zu besitzen, alles gehörte der Gemeinschaft. Der Ertrag einer Fläche, den eine Ayllu bewirtschaftete, ging zu einem Drittel an den Adel und den Herrscher, das andere Drittel an den Klerus und der Rest an die Gemeinschaft.
Neben den Bauern und natürlich den Kriegern gab es noch zwei weitere Kasten, die Yanacona und die Camayos. Die Yanacona waren Leibeigene des Adels, die ihr Leben lang an ihren Herren gebunden waren. Sie wurden für die verschiedensten Tätigkeiten eingesetzt und waren dafür von der Landwirtschaft und dem Kriegsdienst befreit.
Die Camayos waren spezialisierte Handwerker, die lebenslang auf ihren Beruf festgelegt waren und ihn an ihre Kinder vererbten. Ebenfalls von den landwirtschaftlichen Abgaben und Arbeiten befreit, hatten sie einen besonderen Stellenwert in der Gesellschaft, genossen aber nicht die Vertrauensstellung der Yanacona. Camayos arbeiteten z.B. als Steinmetze, Zimmerleute, Kräuterkundige, Sänftenträger, Leibwächter oder Goldschmiede. Für besondere Dienste wurden sie reich belohnt oder sogar an den Hof des großen Inka geholt.
Die Inka hatten eine faszinierende Kultur, deren Bräuche zum Teil noch heute von ihren Nachfahren, z.B. den Quechua oder den Aymara, gepflegt werden.
Wer mehr über die Gesellschaft der Inka wissen möchte, den verweise ich wieder auf den sehr ausführlichen und guten Wiki-Beitrag…



