Die Inka - Hochkultur von nur kurzer Dauer (Teil 2: Religion)
Bevor die Inka große Landstriche und deren Völker eroberten und in ihr Reich einverleibten, entsprach in der Vorstellung der unterschiedlichen Andenvölker einem mythologischen Gegenstück im Himmel. Jedes Volk hatte also seinen eigenen Stern, obwohl sich die Riten und kultischen Handlungen voneinander unterschieden.
Doch dann kamen die Inka, die sich als Kinder der Sonne sahen und somit in ihren Augen das Recht hatten über die anderen Völker zu bestimmen. Nach und nach setzten sie auch den Glauben an Inti, den Sonnengott, in ihrem Reich durch. Inti, als dessen Sohn sich Herrscher der Inka, der Große Inka, sah, wurden große Tempel errichtet, deren Spuren man heute noch in weiten Teilen der Andenregion sehen kann.
Der schönste und bekannteste war wohl die Coricancha in Cusco. Dieser Tempel bildete das religiöse Zentrum des Reiches. Seine Wände waren mit Gold und Silber verkleidet, wobei Gold die “Schweißperlen der Sonne” und somit Inti symbolisierten und Silber als die “Tränen des Mondes” galten und ein Symbol für die Gemahlin Intis, Mamaquilla, der Mond, waren.
Inti wurde auch der höchste Kultplatz der Welt gewidmet. Er befindet sich in einer Höhe von 6.700 m auf dem Gipfel des Llullaillaco an der Grenze zwischen Argentinien und Chile.
Diese Kultplätze waren für die Inka von zentraler Bedeutung. Sie nannten sie Wak’a. An diesen Orten waren die Götter besonders präsent. Später wurde der Begriff Wak’a nicht nur für Orte, sondern auch für Dinge, Menschen oder Tiere verwendet. Er bezeichnet also alles, was heilig ist.
Neben dem Glauben an die Sonne, hatten die Inka jedoch auch noch einen zweiten Gott, eine Art Glaube an einen Schöpfungsgott. In manchen Quellen wird der Sonnenkult sogar nur als “Vorzeigereligion” fürs Volk bezeichnet. Inwieweit das zutrifft weiß man noch nicht. Sicher ist aber, dass dieser Gott, der die Welt einst formte und den Namen Viracocha trägt, nur von den Adligen und einer kleinen Kaste von Priestern verehrt wurde.
Neben dem Animismus mit den vielen Naturgöttern, gab es also noch einen weiteren Glauben, der einen ein wenig an das christliche Weltbild erinnerte. Viracocha schuf in diesem Glauben die Menschen und die Erde, doch im ersten Anlauf waren sie ihm nicht gut genug, also verursachte er eine Sintflut um dann einen “Neuanfang” zu starten.
Im allgemeinen Glauben der Inka ruht die Erde, Pachmama (heute noch ein zentraler Bestandteil des Glaubens vieler indigener Völker), auf dem Meer, Mamaqucha, das der Unterwelt entspricht. Darüber wölben sich Himmel und Erde. Die Berge werden als die Brüste Pachmamas angesehen und verbinden Unterwelt, Himmel und Erde miteinander. Mittelpunkt der Welt ist der Titicacasee. Wasserfälle, Flüsse und Bäche sind die Adern Pachamamas.
Wenn viele heute an die Religion der Inka denken, dann kommen ihnen meist auch Menschenopfer in den Sinn. Fakt ist, dass es auch bei den Inka dieser Form der Opfergabe gab, aber weit weniger als bei den Maya oder den Azteken. Die meisten waren Kinder, die vorzüglich im alter von zehn Jahren waren und als Auserwählte betrachtet wurden. Von ihnen wurde erwartet, dass sie freudig in den Tod gingen. Wie das gehen soll, ist mir aber rätselhaft. Bekannt ist, dass die Kinder vorher mit Alkohol betäubt wurden… Zum wichtigsten Fest der Inka, der Wintersonnwende, wurden meist diese Opfer vollbracht, aber auch bei der Krönung und dem Tod des Großen Inka.
Meist aber waren es Tieropfer, wie Lamas. Diese wurden regelmäßig zu Tausenden abgeschlachtet. Im Laufe der Zeit gingen dann aber die Menschen- und sogar die Tieropfer in Opfergaben wie Nahrungsmittel oder Chicha über.
Über die Religion der Inka gäbe es noch einiges zu erzählen, doch das würde hier wohl den Rahmen sprengen. Wer noch mehr Infos sucht, auf Wiki gibt es einen sehr ausführlichen Artikel mit noch weiteren Aspekten, wie der Wahrsagung, dem Ahnenkult, der für die Inka auch von großer Bedeutung war, oder auch das Prinzip der Beichte…
… Fortesetzung folgt - Teil 3: Astronomie, Kalender und Medizin…

