Die Coca-Pflanze: Coca ist nicht gleich Kokain!
Wenn wir an Coca denken, kommt uns wahrscheinlich als erstes Coca-Cola oder die Droge Kokain in den Sinn. Doch für viele Einwohner Südamerikas, besonders die indigenen Völker, ist dieses Gewächs eine uralte Nutzpflanze, die nur wenig mit unserem westlichen Bild zu tun hat.
Seit über 4.000 Jahren wird die Coca-Pflanze in Mittel- und Südamerika angebaut und gilt für viele sogar als heilig. In den letzten Jahren hat der Westen, allen voran die USA, dem Cocaanbau den Kampf angesagt. Ganze Plantagen sollen nach und nach ausgerottet werden. Doch die Bauern ist die Pflanze eine wichtige Lebensgrundlage, zudem verstehen sie nicht, warum etwas, was sie seit Jahrtausenden anbauen und benutzen schlecht sein soll. WIe gesagt, sie machen kein Kokain daraus…
Der Cocastrauch ist ein immergrünes Gewächs, das bis zu 5 m hoch werden kann. Als Nutzpflanze wird sie meist aber kleiner gehalten. Er wächst vor allem in den Anden auf einer Höhe von 300 bis 2.000 m über dem Meeresspiegel. Die größten Produzenten sind Kolumbien, Peru, Bolivien und Brasilien.
In diesen Ländern ist Coca tief im kulturellen und sozialen Leben verwurzelt. In Bolivien und Peru gibt es den Mate de Coca offen zu kaufen und ist hier sowas wie ein Nationalgetränk. Dieser Tee hat ungefähr die Wirkung wie Schwarzer Tee oder Kaffee, nur dass Cocatee im Gegensatz zu Kaffee nicht abhängig macht.
Zdem gibt es noch Cocawein, Cocakekse und Coca wird in Shampoos und Zahnpasta verwendet, wie gesagt alles ganz harmlos.
Besonders die Bauern und Bergarbeiter kauen die Blätter des Cocastrauches täglich, da sie eine aufputschende und stärkende Wirkung haben und sie so die harte und lange Arbeit, die Kälte und den Hunger besser ertragen können. Den Bauern ihre Cocapflanze wegzunehmen hätte schlimme Folgen für ihre Ernährung, ja sogar für ihr Überleben. Da sie so gut wie kein Calcium oder Proteine zu sich nehmen, d.h. sie essen praktisch kein Gemüse, keine Eier und trinken keine Milch, ist der Cocastrauch ihre einzige Quelle für diese Nährstoffe und noch weitere Vitamine. 100 g der Blätter enthalten die benötigte Tagesration an Vitamin B1, B2 und C. Bevor die spanischen Eroberer kamen kannten sie Milchprodukte nicht einmal.
Kauen ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck zur Verwendung der Blätter, denn sie werden eigentlich zusammen mit Kalk und anderen pflanzlichen Hilfsstoffen in der Backe ausgelaugt. Bei diesem Vorgang wird der in den Cocablättern enthaltene berauschende Stoff Kokain vom Körper innerhalb von fünf Sekunden umgewandelt und gerät so nicht in den Organismus. Es gibt also keine berauschende oder abhängigmachende Wirkung.
Erst wir Europäer und später andere Teile der Welt haben aus dieser Pflanze eine Droge gemacht. In Südamerika ist es immer noch eine Nutz- und Kulturpflanze, die zu den vorher genannten Methoden auch noch als Heilmittel (zum Beispiel gegen die Höhenkrankheit) und zu rituellen Zwecken verwendet wird.
Man kann nur hoffen, dass den Südamerikanern der Anbau dieser für sie wichtigen Pflanze weiterhin gestattet bleibt, denn die Herstellung von der Droge Kokain ist auch in diesen Ländern verboten.
Zum Schluss noch eine interessante historische Tatsache. Bis zum Beginn des kalten Krieges haben die USA, die sich ja heute ganz toll den Kampf gegen Drogen auf die Fahne geschrieben haben, in Südamerika Drogensklaverei betrieben. D.h. sie haben Inios mit Drogen bezahlt, also gefüttert, und sie dann in Bergwerken tagelang schufften lassen… Und nun wollen sie genau diesen ihre nächst Existenzgrundlage entziehen. Ganz toll…
Wietere Infos gibts hier…
Hallo marianne,
ich finde es echt toll, dass du dich einsetzen willst!
Nur der Kauf der Pflanze reicht leider nicht aus. (Ist in Deutschland auch illegal…)
Aber online gibt es einige Organisationen, wo du z.B. die Bauern oder die indigenen Völker unterstützen kannst.
U.a. hier:
http://www.gfbv.de/kampagnen.php
LG und weiter so,
Nina
was ist eine kokainpflanze oder gibt es nur die Cocapflanze? Ich brauche das für morgen für den Untericht dafür gibt es eine gute zusatznote..


