Dia de los Muertos - der Tag der Toten in Südamerika

Autor: Nina

In Amerika ist es Halloween, in Europa kennt man es auch als Samhain, in Südamerika wird jedoch der Dia de los Muertos gefeiert, also der “Tag der Toten”. Wie der Brauch entstand und wie er gefeiert wird, erfahrt ihr hier.

„Allseelentag“ (All Soul’s Day) wird er auch genannt, an diesem Tag sollen maßgeblich die Toten wiederauferstehen, doch anstelle - wie in anderen Kulturen - diesen Tag in furchtvoller Andacht zu verbringen, wird es in Südamerika bunt und feierlich, denn dort wird der Besuch herzlich willkommen, um die Davongegangenen wieder zu sehen.

Dia de los Muertos - farbenfroh feiern und genießen

An diesem Tag werden die Gräber besucht und bunt mit Blumen und Geschenken bestückt. Atole, ein mexikanisches Maisgetränk, Spirituosen und andere Beigaben werden auf den Gräbern verteilt, nicht selten passiert es, dass neben den Gräbern Picknicks gehalten werden. Auch zu hause werden kandierte Kürbisse oder das berühmte „pan de muerto“ ausgelegt, damit die Toten einen besuchen kommen. Dazu werden meistens „ofrendas“ aufgestellt, Altare, die mit Blumen und Opfergaben geschmückt werden und einen nicht unerheblichen Platz in der Wohnung einnehmen.

Über die Jahre hinweg ist besonders Zuckerwerk in Form von Totenschädeln (”Calaveras”) populär geworden, für gewöhnlich werden die Namen der Toten in deren Stirn eingekratzt, die Süßigkeiten werden dann an die Lebenden oder auch Toten übergeben und erfreuen sich besonders bei Kindern und Touristen großer Beliebtheit.

Natürlich sind die Rituale je nach Stadt unterschiedlich, aber das Erinnern an die Toten, der Austausch von Anekdoten und das üppige Essen gehören definitiv zu einem typischen Dia de los Muertos.

Die Catrinas feiern den Tod

Eine der mittlerweile beliebtesten Figuren des Allseelentags sind die La Calavera Catrinas, die 1913 vom Karikaturisten José Guadalupe Posada ersonnen wurden, der eine Reihe an humoristischen Calaveras malte und dazu Gedichte schrieb. Die Catrina ist dabei eine Parodie auf die höhere Gesellschaftsklasse und daher normalerweise in reiche Gewänder gekleidet, die im Gegensatz zum Totenkopf stehen.

Der Totengöttin gewidmet

Ursprünglich geht man davon aus, dass der Tag der Toten der aztekischen Gottheit Mictecacihuatl (ungefähr Mikt-eik-asi-wal ausgesprochen) gewidmet war. Die Herrscherin der Unterwelt wachte über die Gebeine der Toten. Der Legende nach soll sie einmal ein normaler Mensch gewesen, wurde jedoch bereits als Kind geopfert, so dass sie zur Göttin auferstehen konnte.

Die Verkleidung (oft mit Glocken und Rasseln, um die Toten zu wecken), sowie der Tanz gehören einfach zum Fest dazu, denn es gilt die Wiedervereinigung - wenn auch nur für eine Nacht - zu feiern. Im Gegensatz zu Halloween dient das jedoch nicht dazu, die Toten zu verschrecken, bzw. zu verwirren, denn zu fürchten ist hier nichts, immerhin sind es die Liebsten, die zurück kommen - in den meisten Fällen zumindest…




verwandte Beiträge

Deine Meinung:

  Name [*]

  Email [*]

  Website

Kommentar schreiben: