“Der Pfad des Kriegers” - Wie wird ein Europäer Guerilla-Kämpfer in Bolivien?

Autor: Nina

Miguel ist einer der führenden Kräfte der bolivianischen Guerilla-Bewegung “Nestor Paz Zamona”. Berühmt wird er als im Jahr 1990 mit anderen Freiheitskämpfern zusammen den Chef von Coca-Cola Bolivien entführt. Im Alter von nur 29 Jahren wird Miguel vom bolivianischen Militär erschossen.

Miguel hieß aber eigentlich Michael Nothdurftler und kam aus Südtirol. Sein Freund, der preisgekrönte Filmemacher Andreas Pichler, hat ihm nun ein Denkmal mit dem Titel “Der Pfad des Kriegers” gesetzt gesetzt. Nicht, dass er irgendetwas beschönigen will oder gar die falsche Utopie des heldenhaften Rebellen zeichnet, nein, Pichler will einfach wissen, wie sein Jugendfreund zu dem wurde, was er war. Der Film schafft es nicht zu moralisieren. Er verurteilt Michael nicht, noch beschönigt er seine Taten und Entscheidungen.

Anhand von Aussagen von Freunden und Verwandten, Tagebucheinträgen und Fotos nähert er sich dem Leben von Michael an.

Dieser war schon als Junge etwas waghalsiger als die anderen, die ihn für seine Entschlossenheit bewunderten. Später studierte er dann Theologie in Holland und England. Als Jesuitenpater ging er dann nach Lateinamerika. Er wollte den Armen helfen, die ihn Miguel nannten. Vom sozialen Elend erschüttert, wurde er nach und nach radikaler in seinen Ansichten und schloss sich schließlich der bolivianischen Untergrundbewegung an.

Andreas Pichler konzentriert sich bei seinem Porträt besonders auf die feinen Unterschiede und Übergänge vom frommen Pater hin zum Terrorist. Was bringt einen Menschen dazu für seine eigentlich friedlichen Überzeugungen Gewalt anzuwenden? Und wo liegt dabei die Grenze?

“Der Pfad des Kriegers” ist ein sensibler und bewegender Film, der gerade in den heutigen Zeiten dem durch die Medien überstrapazierten Begriff Terror trotz allem ein menschliches Gesicht verleiht ohne irgendwas zu beschönigen oder zu verdammen.




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