Der Nandu - Größter Vogel Südamerikas

Autor: Nina

Ein entfernter Verwandter des Vogelstrauß ist der südamerikanische Nandu. Er ist mit einer Größe von bis zu 1,40 m zwar nur halb so groß wie der Strauß, doch zählt er damit immer noch zu den größten Vögeln Südamerikas.

Nandus gehören zur Ordnung der Laufvögel und kommen vor allem in flachen Gras- und Savannenland der Pampa oder des Gran Chacos vor. Von Argentinien und Uruguay breiten sich die Vögel also bis nach Brasilien aus. Sie sind flugunfähig, aber haben trotzdem ziemlich große Flügel. Da sie nicht fliegen können sind sie auch gute und vor allem schnelle Läufer: Mit ihren kräftigen Beinen können die 25 kg schweren Tiere bei der Flucht eine Geschwindigkeit von über 60 km/h erreichen. Zudem sind sie gute Schwimmer.

Man unterscheidet zwischen zwei Gattungen: dem Großen Nandu und dem Darwin-Nandu. Optisch und in der Lebensweise gibt es nicht viele Unterschiede. Nur, dass der Große Nandu vor allem tiefere und wärmere Lagen bevorzugt, während der Darwin-Nandu schonmal gerne auf einer Höhe von bis zu 4.500 m im Andenhochland zuhause ist.

Das Gefieder der Nandus sind meist grau bis braun, wobei die Färbung individuell verschieden ist. Albinos gibt es unter ihnen auch relativ häufig. Ihr Ruf gleicht mehr dem Brüllen einer Raubkatze als den Lauten eines Vogels. Im Kampf erzeugen sie heiser klingende Warnrufe und drohen dem Gegner mit einer Art zischen.

Nandus sind Allesfresser und ernähren sich somit von Pflanzen, Samen, Früchten, aber auch Insekten und kleinen Wirbeltieren. In der Pampa kommt es auch häufiger vor, dass die Vögel in einer Herde zusammen mit Pampahirschen, Vikunjas oder auch Schafen und Rindern leben, wobei sie sich gegenseitig durch ihre Fähigkeiten schützen.

Ein Nandu ist außerdem nicht nur der größte Vogel Südamerikas, als auch einer der ältesten. Es existieren fossile Funde von Nandus, die bis zu 60 Mio. Jahre zurückreichen!

Von indigenen Völkern werden Nandus und ihre Eier gerne gegessen. Außerdem verwenden sie die Federn als Schmuck und machen Leder aus ihrer Haut.

Dank einem “Unfall” gibt es auch hier in Deutschland Nandus, denn vor ein paar Jahren konnte ein Pärchen aus einem Zuchtgehege in der Nähe von Lübeck ausbrechen. Die Tiere haben sich dann vermehrt und bevölkern nun die Wakenitz in Mecklenburg-Vorpommern. Offiziell ist die Kolonie 80 Tiere stark. Andere Schätzungen gehen von mittlerweile 200 Tieren aus.

Weitere Infos gibt es u.a. bei nandu-freunde.de




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