Der Buena Vista Social Club – eine musikalische Reise nach Kuba
Der Buena Vista Social Club – das ist Kuba musikalisch ausgedrückt. Die vermutlich älteste Combo der Welt sorgte in den 1990er Jahren mit ihren lateinamerikanischen Rhythmen überall auf der Welt für Furore.
Der US-amerikanische Gitarrist Ry Cooder reiste 1996 nach Kuba, um eine Kooperation mit kubanischen Musikern zusammenzustellen. Als die Truppe schließlich komplett war, ahnte wohl noch niemand, welche Wirkung sie haben würde. Doch die gemeinsam produzierte CD wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und Wim Wenders drehte einen Dokumentarfilm, der die Band bei Auftritten zeigt, die Lebensgeschichten ihrer Mitglieder porträtiert und letztlich einen enormen kommerziellen Erfolg bewirkt.
Eine musikalische Reise in die Welt Kubas
Die Musiker des Buena Vista Social Club spielten unter anderem sogenannte „Son-Musik”, der Vorläufer des Salsa und weitere Musikrichtungen, die die kubanische Kultur repräsentieren. Diese Mischung bescherte ihnen einen immensen Erfolg und machte sie besonders auch in Europa außerordentlich beliebt.
Wer das Glück hatte, die Band einmal live beim Spielen zu erleben, der merkte sofort, dass in die Darbietung nicht nur das musikalische Können einfloss, sondern vor allem auch das Gefühl von Lebensfreude und der Leidenschaft für die Musik, die einen sofort zum Tanzen einlädt.
Im Dokumentarfilm bekommt der Zuschauer nicht nur Einblicke in das Leben der Musiker, sondern kann auch die Fahrt durch die Straßen Havannas verfolgen. Man ist einerseits betroffen vom Verfall der Stadt und andererseits fasziniert vom einzigartigen Charme der kubanischen Insel, den man nicht erklären kann, den man gesehen haben muss.
Der Verlust von Bandmitgliedern
Schon zu Beginn ihres Erfolges war die kubanische Combo außerordentlich betagt. Bei den meisten der Mitglieder lag das Geburtsjahr in den 1920ern und 1930ern.
Sänger Ibrahim Ferrer starb 2005 im Alter von 78 Jahren in Havanna, seine charakteristische Stimme ist es, die man auch auf der CD des Buena Vista Social Club hört und aus einer Feder stammt der bekannte Song „Chan Chan”.
Sänger und Gitarrist Compay Segundo war mit dem Geburtsjahr 1907 das älteste Mitglied der Band und schien als nahezu unverwüstlich, erlag jedoch bedauerlicherweise im Jahr 2003 im stolzen Alter von 95 Jahren den Folgen eines Nierenleidens. Bassist Orlando „Cachaito” Lopez starb 2009.
Pianist Rubén González war schon vor seinem Erfolg mit dem Buena Vista Social Club eine musikalische Legende in Kuba und gehörte ebenfalls zu den Mitgliedern, die hauptsächlich im Film zu sehen waren.
Aufgrund dieser Verluste gibt es den Buena Vista Social Club heute nicht mehr. Allerdings absolvieren noch einige seiner Mitglieder Solo-Konzerte, wie zum Beispiel Sängerin Omara Portuondo.