Der aspekte-Literaturpreis geht dieses Jahr an die argentinische Autorin Maria Cecilia Barbetta

Autor: Nina

Heute geht sie zu Ende, die Frankfurter Buchmesse. Und, wie jedes Jahr vergibt das Kulturmagazin aspekte des ZDF wieder einmal den Literaturpreis für den besten Debütroman. Dieses Mal geht er an eine Argentinierin, Maria Cecilia Barbetta.

Barbetta wurde 1972 in Buenos Aires geboren. Dort spielt auch ihr Erstlingswerk “Änderungsschneiderei Los Milagros”. Sie besuchte eine deutsch-argentinische Schule und machte eine Ausbildung zur Deutschlehrerin. 1996 kam sie mit einem DAAD-Stipendium dann nach Berlin und unterrichtete hier Spanisch.

Im Sommer 2005 begann sie “Ämderungschneiderei Los Milagros” zu schreiben und bekam dafür auch ein Arbeitsstipendium vom Berliner Senat. Nach zwei weiteren Stipendien konnte sie dieses Jahr endlich ihr Debüt veröffentlichen und dieses wurde sogleich mit Lob überschüttet. Kein Wunder also, dass sie dieses Jahr den aspekte-Literaturpreis für das beste Erstlingswerk bekam.

“Änderungsschneiderei Los Milagros” ist ein bisschen das argentinische Pendant zu “Die fabelhafte Welt der Amélie”. Maria Cacilia Barbetta schafft es hier einen neuen Ansatz im Schreiben zu entwerfen. Sie spielt geschickt mit Wörtern und deren Typographie. Es ist ein Stil, der sich nur schwer beschreiben lässt. Leicht, fast schon Telenovela-artig, aber doch extrem intelligent und hoch komplex. Hier trifft argentinische Leidenschaft auf das deutsche oder europäische Intellektuellentum.

Die junge Mariana Nalo arbeitet in Buenos Aires bei ihrer Tante Milagros in deren Schneiderei. Sie liebt das Schneidern, doch sie hat entsetzlichen Liebeskummer, da ihr Angebeteter Gerardo spurlos verschwunden ist. Das einzige, was sie von ihm hat sind drei Postkarten aus den USA.

Eines Tages kommt Analia Moran in die Änderungsschneiderei, die bald Roberto heiraten wird. Dafür soll nun Mariana das Hochzeitskleid von Analias Mutter für sie ändern. Die Leben der beiden Frauen verweben sich und nichts ist mehr wie es einmal war…

Das Buch pendelt zwischen Realität und groteskem Phantastischen hin und her (ein bisschen wie bei Borges). Es ist voller Witz und einem unwiderstehlichen Charme. Sprachlich auf einem hohen Niveau und doch leicht wie eine Feder. Und gerade die Sprache fasziniert einem noch mehr, wenn man bedenkt, dass Maria Cecilia Barbetta auf Deutsch, also nicht in ihrer Muttersprache, schreibt. Aber vielleicht macht gerade das den besonderen Reiz aus.

“Änderungsschneiderei Los Milagros”: Absolut lesenswert und man bekommt gleich Lust selbst nach Buenos Aires zu fahren…




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