Delfine mitten im Amazonas - Von Botos und Sotalias

Autor: Nina

Delfine gibt es nur im Meer? Nein, es gibt ein paar wenige Arten, die im Süßwasser leben, die sogenannten Flussdelfine. Diese sind eigentlich keine Delfine, sondern Wale, aber sind ihren Namensvettern trotzdem sehr ähnlich. Eines der größten Verbreitungsgebiete dieser Säuger ist der Amazonas.

Mitten im bräunlich, trüben Wassers dieses gewaltigen Flusses kann man mit viel Glück hier und da plötzlich Farbflecken auftauchen sehen, denn die weitverbreitesten Amazonasdelfine, die sogenannten Botos, sind meist rosa. Als Jungtiere sind sie grau und werden dann mit zunehmendem Alter immer stärker rosa. Ihre Artverwandten, die sogenannten Sotalias, mit denen sie sich den Lebensraum teilen, sind die einzigen Flussdelfine, die auch echte Delfine sind, und besitzen meist eine weiße bis graue Färbung.

Der Kopf der Amazonasdelfine ist rundlich und die lange, dünne Schnauze setzt sich deutlich von ihm ab. Amazonasdelfine werden bis zu 3 m lang und wiegen um die 250 kg. Ihre Augen sind winzig und zurückgebildet. Sie können damit lediglich hell und dunkel voneinander unterscheiden. Doch dafür orientieren sie sich mit Echoortung. Auch ihre Beute, die meist aus kleinen Fischen oder Krabben besteht, finden sie damit blitzschnell.

Amazonasdelfine sind meist Einzelgänger oder leben in sehr kleinen Gruppen und können nur kurz tauchen. Ungefähr alle 30 Sekunden kommen sie an die Wasseroberfläche zum Luftholen. Fast im ganzen Amazonasbecken mit seinen Hunderten von Nebenflüssen sind sie zu finden. Auch im Rio Madeira und im Orinoco.

Im Vergleich zu anderen Regionen auf der Welt sind die Flussdelfine des Amazonas noch realtiv weit verbreitet, doch in den letzten Jahren hat die Bedrohung stark zugenommen. Die Verschmutzung des Flusses und die zahlreichen Staudämme machen es den Tieren immer schwerer. Zudem werden sie von den großen industriellen Fischereien gejagt, da sie eine Konkurrenz im Fischfang darstellen könnten. Auch für diese Tierart wird es also immer schwerer zu überleben.

Dabei sprechen viele indigene Völker ihnen sogar magische oder sogar göttliche Fähigkeiten zu. Laut einiger Sagen werden Menschen, die ertrinken zu Flussdelfinen. Doch in diesem neuen Leben behalten sie die Fähigkeit sich manchmal in einen Menschen zu verwandeln und an Land zu gehen.

Einige Völker am Rio Negro glauben, dass Amazonasdelfine nachts an Land gehen können und dann als Mann im weißen Anzug und mit Hut Mädchen nachsteigen. Diese bleiben dann allein schwanger zurück und der Delfin verschwindet wieder ins Wasser. Dieser Aberglaube ist sogar so stark, dass in manchen Geburtsurkunden wirklich al Vater “Boto Cor de Rosa” eingetragen ist… ;-)

Es gibt aber in manchen Teilen des Amazonas auch Delfintherapien mit Botos für krebskranke oder behinderte Kinder.

Auch diese Tiere sind absolut faszinierende Wesen und müssen um jeden Preis, wie ihr wunderschöner Lebensraum, geschützt werden.




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