Das Lieblingsgetränk in Paraguay: Tereré
Dass in Südamerika gerne Mate Tee getrunken wird, dürfte allen bekannt sein. Doch in Paraguay und Teilen von Argentinien und Brasilien, gibt es noch eine andere Form dieses Getränks: Tereré.
Besonders an heißen Tagen ist das Tereré-Trinken äußerst beliebt, denn es wird kalt getrunken. Tereré besteht aus Mate, der zusätzlich mit Wurzeln oder anderen Kräutern, am beliebtesten Minze, verfeinert wird. In Argentinien trinkt man es auch manchmal noch zusätzlich mit Zitrussäften.
Die Zubereitung ist der des Mate Tees ziemlich ähnlich, mit dem größten Unterschied, dass Tereré mit kaltem Wasser, meist sogar Eiswasser aufgegossen wird. Besonders in den langen Hitzeperioden des Landes tut er einfach nur gut.
Der Mate Tee wird zusammen mit den anderen Kräutern in ein spezielles Gefäß, das sogenannte Guampa, das meist aus Rinderhorn gefertigt ist, gefüllt, bis der Becher rund zur Hälfte mit Tee voll ist. Dann wird das Ganze mit Eiswasser aufgegossen. Getrunken wird es, wie der Mate Tee, mit der Bombilla, einer Art Strohhalm aus Metall, meist Silber, mit einem Sieb an der Unterseite, so dass man keine Blätter mittrinkt.
Und fast wie bei allem Essen und Trinken in Südamerika, wird Tereré gerne in einer Runde zelebriert. In Paraguay wird einem folgendes sehr verbreitetes Bild häufiger begegnen: Menschen sitzen in einer Runde und ein Gefäß mit Tereré wird herumgereicht. In diesem kleinen Ritual ist es verpöhnt, mehrere Gefäße zu benutzen. Alle zusammen trinken aus einem. Einige von uns Europäern mögen da vielleicht schlucken, denn genauso wie das Rauchen beim Tereré-Trinken nicht gern gesehen wird, so wird auch die Bombilla zwischendrin nicht abgewischt. Naja, wir küssen ja auch…
Beim Trinken in der Runde übernimmt immer einer das Nachschenken von Wasser für den nächsten Aufguss. Das Gefäß muss unbedingt ausgetrunken werden, bevor man es zum Nachschnenken weiterreicht.
Seit wann die Menschen Tereré trinken ist nicht sicher. Eine Geschichte besagt, dass Soldaten während des Chacokrieges (Krieg zwischen Bolivien und Paraguay von 1932 bis 1935 um den nördlichen Teil der Region Gran Chaco), um von den Feinden nicht gesehen zu werden, keine Feuer machten und so ihren Mate kalt tranken. Diese Version ist aber relativ unrealistisch, da bereits die Ureinwohner, die Guarani, ähnliche Trinkgefäße besaßen. Die besagten Soldaten haben die Tradition also nur wieder “aufgewärmt”.
In Paraguay gibt es auch das tereré rupa. Das ist eine Art zweites Frühstück, das vor dem ersten Tereré des Tages zu sich genommen wird, damit das Getränk nicht so schwer im Magen liegt.




