Das Kirchner-Imperium: Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und das politische Netz ihrer Familie
Im Jahr 2007 wurde Cristina Fernández de Kirchner die erste regulär gewählte Präsidentin Südamerikas. Das Amt wurde zuvor von ihrem Mann Néstor Kirchner ausgeübt. Auch der Sohn Máximo Kirchner ist in Argentiniens Politik aktiv.
Die Kirchners sind ein bisschen wie die argentinische Version der Kennedys, nur nicht bei allen ganz so beliebt. Nach dem Tod von Néstor Kirchner übernahm seine Frau das Präsidentenamt. Der Sohn hat sich mit der Nachwuchsorganisation La Cámpora eine politische Basis aufgebaut.
Politischer Aufstieg der Kirchners in Argentinien
Néstor Kirchner und Cristina Fernández heirateten 1975. Sie waren beide als Anwälte tätig bis es sie in die Politik zog. Néstor Kirchner wurde in den frühen 90ern Gouverneur von Santa Cruz seine Frau war zunächst im Regionalparlament aktiv und zog später in den Senat ein. Beide waren Mitglieder der linksgerichteten peronistischen Partie PJ.
Im Jahr 2003 gelang Néstor Kirchner der Einzug in die „Casa Rosada”, den rosafarbenen Präsidentschaftspalast. Zu diesem Zeitpunkt lag Argentinien wirtschaftlich am Boden. Auf international umstrittenen Wegen führte Kirchner das Land aus der Krise. Dazu hielt er beispielsweise den Wert der Währung künstlich unten, um den Export zu fördern. Eine starke Währung sorgt dafür, dass der internationale Handel weniger Interesse an den Produkten hat (mehr dazu hier). In Argentinien war und ist Néstor Kirchner beliebt. Nach seiner Amtszeit, die 2007 endete, trat seine Frau in Fußstapfen des Argentiniers.
Präsidentin Argentiniens: Cristina Fernández de Kirchner und ihre Politik
Cristina Fernández de Kirchner wurde im ersten Durchgang mit deutlicher Mehrheit in das Amt der Präsidentin gewählt. Bereits zu Beginn ihrer Amtszeit kam es zu Konflikten mit der Agrarindustrie, die sich gegen neu eingeführte Steuern stellte. Während der Streiks, die zu einer Verknappung der Lebensmittel in Supermärkten führte, sank die Popularität der Präsidentin massiv. Ihr wichtigster politischer Berater war ihr Mann, bis Néstor Kirchner 2010 an einem Herzinfarkt starb. Nun ist es an ihr allein politische Entscheidungen zu treffen.
2011 wurde sie im Amt bestätigt und bleibt bis 2015 Präsidentin Argentiniens. Gerne vergleicht sie sich mit Volksidol Evita, der Frau des ehemaligen Staatschefs Juan Domingo Perón. Die oft kühl wirkende Peronistin Fernández sieht sich gerne als moderne Evita, die beim Volk äußerst beliebt war. Mit den fragwürdigen Wegen, die Wirtschaft aufzubessern wird sie Evita aber nicht gerecht. Zuletzt sorgte die Verstaatlichung des Ölkonzerns YPF für Kontroversen. Und auch beim G-20-Gipfel machte sie keine gute Figur, als sie Versuchte dem britischen Premier David Cameron einen Briefumschlag mit Dokumenten zu den Falklandinseln zu überreichen. Argentinien erhebt weiter Anspruch auf die umstrittenen Inseln, Cameron witterte eine PR Aktion der Argetinierin, da Kameras das ganze filmten und nahm den Brief nicht an.
Dass es die Krichners so weit geschafft haben liegt vor allem daran, dass sie der richtigen Partei angehören. Die Nähe zu Peron und den auf ihn zurückgehenden Peronismus zeigt sich auch beim Sohn Máximo Kirchner. Er gründete die Nachwuchsorganisation La Cámpora, deren Name auf den Politiker Héctor Cámpora zurückgeht, der in den 70er Jahren den Weg für Perons Rückkehr ebnete.
Mit seiner modernen Form des links-populistischen Peronismus konnte er sich eine solide politische Basis aufbauen, deren Erfolg auch auf die Mutter und deren Zustimmung in der Bevölkerung abfärbt.
Den politischen Erfolg verdanken Mutter wie Sohn ihrem Ehrgeiz, aber auch Néstor Kirchner, der mit seiner Popularität den Weg ebnete.
