Das Amazonasbecken - Teil 4, Der Fluss

Autor: Nina

Sonnenuntergang am Amazonas © Francisco Chaves

Die riesigen Wassermassen des Amazonas haben schon immer die Menschen fasziniert. Doch, es wird schnell vergessen, dass der Fluss mit seinem umliegenden Ökosystem nicht nur wichtig für die Region ist, sondern für das Klima des ganzen Planeten.

Der Amazonas hat seinen Ursprung in den peruanischen Anden. Die drei Quellflüsse, die sich dann später zu dem gewaltigen Strom vereinigen, heißen Huallaga, Maranón und Ucayali, wobei der 1.600 km lange Maranón der wasserreichste der drei ist und der Ucayali mit einer Länge von insgesamt 2.670 km der längste der drei Quellflüsse ist.

Allein schon bei den Dimensionen dieser Flüsse wird einem dann die enorme größe des Amazonas selbst bewusst (nach neuesten Schätzungen 6.448 km Länge). Allein auf brasilianischem Gebiet misst er 3.106 km. In diesem Bereich nimmt der Amazonas dann nochmals 220 Nebenflüsse auf.

Amazonas © GidsickiAn der Grenze von Brasilien zu Peru heißt er kurz Rio Solimones um dann nach der Vereinigung mit dem Rio Negro bei Manaus wieder seinen ursprünglichen Namen anzunehmen. An dieser Stelle erreicht er dann auch mit 100 m seine tiefste Stelle.

Da im Amazonastiefland das Gefälle sehr niedrig ist, kommen zu den einzelnen Nebenflüssen noch einige natürliche Kanäle hinzu, die die Flussteile untereinander verbinden. Diese werden wie fast der ganze Amazonas befahren. Nicht nur für den Gütertransport, sondern auch für einen Großteil der Bevölkerung ist der Fluss die Hauptverkehrsader.

Abend am Amazonas © AmetxaDie meisten großen Städte sind zwar auch mit Linienflügen zu erreichen, aber diese sind für fast alle Bewohner zu teuer. Daher passieren ständig größere Linienschiffe bestimmte Strecken des Amazonas. Die meisten Leute bringen sich ihre eigenen Hängematten mit und schlafen dann an Deck. Nur zu den Regenzeiten sind einige Straßen leider unpassierbar.

Und auch ein anderes Naturphänomen blockiert den Verkehr auf dem Fluss und ist bei den Bewohnern wegen seiner großen Zerstörungskraft gefürchtet, der Pororoca. Bei Voll- und Neumond im Februar und März rollt bei Einsetzen der Flut eine bis zu vier Meter hohe Gezeitenwelle vom Atlantik her mehrere Kilometer flussaufwärts. Hassen die Bewohner logischerweise das Schauspiel, lockt es auf der anderen Seite makaberer Weise Surfer aus allen Teile der Erde an.

Den Amazonas kann man ohne Übertreibung als wahrlich gigantisch bezeichnen.

…Fortsetzung folgt im 5. und letzten Teil: Abholzung und Umweltbelastung…




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