Coatetelco: Lagune und Grabungsstätte

Autor: Lars Degen

31 Kilometer von der Hauptstadt Cuernavaca entfernt, liegt das kleine verschlafene Dorf von Coatetelco in der Nähe der gleichnamigen Lagune, welches zugleich auch eine wichtige Grabungsstätte beherbergt.

Coatetelco @Lars Degen

Wie so viele Reste der untergegangenen Kulturen aus der Zeit vor der Eroberung so erhält auch die kleine Grabungsstätte von Coatetelco durch die Kombination aus den Resten des politisch-religiösen Zentrums der ehemaligen Besiedelung mit dem beeindruckenden Bergpanorama einen fast magischen touch.
Coatetelco bedeutet so viel „Schlangenhügel“ und ist  mit einer Blütezeit von 500 -150 vor Christus  eine recht altes Zeugnis der versunkenen prähispanischen Welt. Einstmals betete man hier heute längst vergessene Gottheiten an wie zum Beispiel Chalchiuhtlicue, die Schutzpatronin der Lagunenbewohner, eine junge Schönheit die man als  Göttin der Flüsse, der Lagunen und des Meeres verehrte.

Lagune von Coatetelco

Der Legende nach gerät jeder der in der nahegelegenen Lagune von Coatetelco  ertrinkt unter ihre Herrschaft.
Direkt an die Tempelanlagen angeschlossen ist ein kleines Museum, welches in den 70igern eröffnet wurde und hauptsächlich Auskunft über die Geschichte und die Lebenswelt der tlahuicas gibt. Die ausgestellten Objekte stammen sowohl von den tlahuicas als auch den Azteken und wurden im Rahmen der vor Ort durchgeführten Ausgrabungen ans Tageslicht gebracht.

Sicherlich ein wenig gruselig ist die Menge an Exponaten die in Verbindung mit  den zahlreichen Menschenopfern steht welche in Coatetelco durchgeführt wurden. Für unsere europäische Vorstellung mehr als fremd, stellten diese Menschenopfer innerhalb der prähispanischen Welt einen wichtigen Dienst der Menschen an den Göttern dar. In Coatetelco wurde dabei unter anderem dem Gott Xipe Tótec geopfert indem man die Auserwählten erst häutete und dann die Priester die Haut anlegten, um somit als Personifikation des Gottes selber rituelle Handlungen durchführten. Obgleich das Museum nur über zwei Räume verfügt ist es empfehlenswert, da es einem einen guten Einstieg in die Beschäftigung mit dem Ort bietet. Zudem findet man hier auch eine Skizze, wie Coatetelco einmal ausgesehen haben konnte und welche Funktion jedes der Gebäude hatte.

Wie in jedem Fall so ist das, was man in Coatetelco sieht sprichwörtlich nur die Spitze des Eisberges, da sich das heutige Dorf über dem Großteil der ursprünglichen Siedlungsfläche erstreckt, welche somit auf ewig im Sand der Geschichte schlummern wird. Zu sehen gibt es heute mehrere kleine Pyramiden und einen Ballspielplatz, der jedoch relativ klein ausfällt. Eindrucksvoll ist jedoch zu sehen, wie rasch sich die Natur allem Irdischen bemächtigt, sind doch selbst auf den Spitzen der Pyramiden Bäume auszumachen und  mehrere Gebäude schlummern immer noch unter Hügeln und warten freigelegt zu werden und auf Euren Besuch.

Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10-17 Uhr und der Eintritt kostet 31 Pesos.




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