Chiloé - Trolle, Hexen und atemberaubende Natur

Autor: Nina

Chiloé ist nach Feuerland die größte Insel Chiles. 2 km vom Festland entfernt liegt dieses malerische Eiland im Pazifik. Hier kann man sich von der wilden Natur einnehmen lassen und in den alten Sagen schwelgen. So ist Chiloé in erster Linie ein Ort für alle, die das Ursprüngliche suchen.

Obwohl sich die christlichen Missionare alle Mühe gaben die Ureinwohner Chiloés, die Huilliche, zu bekehren, haben sich ihre alten Geschichten und Legenden gehalten. Auch die fast 200 Holzkirchen, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, konnten diese nicht auslöschen. Und so spricht die ganze Insel von den geheimnisvollen Gestalten, die sich immer noch auf der Insel herumtreiben sollen:

Die fliegenden Hexen, die sogenannten Voladoras, treiben ihr Unwesen. Der Trauco, das südamerikanischen Pendant zu unserem Troll, soll hier und da Jungfrauen entführen. Und draußen auf dem Meer kann man vielleicht die Caleuche sehen, ein uraltes Geisterschiff, das mit weißen Segeln und lauter Musik wartet und sich in Baumstämme oder Felsen verwandeln kann.

Mit den Einheimischen, den Chiloten, findet man schnell Kontakt und dann ist es sogar sicher, dass man bei einem guten Essen eine dieser Geschichten zu hören bekommt.

Gerade mal 150.000 Menschen leben auf der nicht einmal 10.000 km² großen Insel, die meisten an der etwas geschützteren Ostseite, besonders in der größten Stadt, Castro. Das Wetter auf Chiloé ist sehr feucht, daher sollte man immer gut gekleidet sein. Der schönste Monat ist der Februar, dann ist dort, in einer der niederschlagsreichsten Gegenden der Welt, Sommer.

Aufgrund der Feuchtigkeit ist Nebel keine Seltenheit und so kann man sich schon vorstellen, warum gerade hier so viele Sagen entstanden sind. Im Westen von Chiloé befindet sich der Nationalpark, der jeden Besucher mit einer üppigen und fast unberührten Vegetation belohnt. Über 100 verschieden Tierarten sind hier zuhause. Und an diesem Ort glaubt man sogar, dass eines dieser Tiere der Trauco ist… Einfach wunderschön!

Leider hat die chilenische Regierung den Plan zum Bau einer Brücke vom Festland nach Chiloé, das man momentan nur mit dem Schiff erreicht. Diese, dann eine der größten Hängebrücken Südamerikas, könnte aber die besondere Atmosphäre der Insel komplett zerstören, denn noch ist sie ein echter Geheimtipp für abenteuerlustige Touristen. Hoffen wir, dass es auch noch lange so bleibt, denn auch die meisten Chiloten stellen sich massiv gegen die Brücke.

Mehr Infos findet ihr hier




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