Chichén Itzá: Die Tagundnachtgleiche in der Ruinenstätte
Nicht weit von den Traumstränden der Riviera Maya steht es: Eines der als neue Weltwunder deklarierten Objekte, tief im Dschungel Yucatáns: Chichén Itzá.
Diese riesige Anlage, deren Wurzeln vermutlich bis ins fünfte Jahrhundert unserer Zeitrechnung zurückgehen ist das ganze Jahr über eines der Pflichtziele für Besucher der Halbinsel, handelt es sich doch hierbei um die am besten erforschte und rekonstruierte beziehungsweise konservierte Stätte der versunkenen Mayakultur.
Daher ist es für all jene die möglichst wenig Trubel bei ihrem Besuch wollen eher ratsam gerade heute einen Bogen um Chichén zu machen. Denn am 20. März und dann wieder am 23. September wird es hier noch voller als es ohnehin schon immer ist, denn nur an diesen beiden Tagen lässt sich in Chichén Itzá ein spektakuläres Schauspiel beobachten: die Tagundnachtgleiche auf Yucatan.
Tagundnachtgleiche in Chichén Itzá: Ein Schauspiel
Besucher aus aller Welt strömen angetan in weißer Kleidung zur Mayastätte und alle Augen richten sich hierbei auf die große zentrale Pyramide, von den Spaniern „El castilllo“ (das Schloss) genannt, die einem der zentralsten Götter der Mayakultur ,Kukulcán, geweiht ist.
Besticht dieses imposante Bauwerk ohnehin schon durch seine Größe (30m) und wunderschöne Symmetrie so kam ich gar nicht mehr aus dem Staunen heraus, als man mir erläuterte was für eine komplexe Struktur sich eigentlich dahinter verbirgt. Insgesamt verfügt die Pyramide über vier Treppenkomplexe à 91 Stufen.
Rechnet man nun die Zahl der Treppenstufen zusammen, ergibt das wie von Zauberhand 364 und addiert man dazu die oberste Plattform hinzu erhält man die Ziffer 365, die zugleich den Tagen des Sonnenjahres entspricht. Durch die Treppen werden die neun Terrassen oder Etagen der Pyramide in insgesamt achtzehn Segmente eingeteilt, was wiederum wie von Zauberhand den achtzehn Monaten des Mayakalenders entspricht.
Und damit, ihr ahnt es sicher schon, fungiert dieses Bauwerk nämlich als exakter Kalender, dessen beeindruckende Genauigkeit genau heute sichtbar wird, ist doch die die Pyramide zugleich so ausgerichtet, dass sich an ihr die Winter- und Sommersonnenwende ablesen lässt. Denn heute am 21. März steigt Kukulcán aus dem Himmel hinab auf die Erde. Bei Sonnenuntergang fallen die Strahlen auf die Treppen der Pyramide und das Spiel aus Licht und Schatten auf den Dreiecken der Pyramidenfassade lässt über den Treppen den Eindruck eines gewundenen Schlangenkörper entstehen.
Dieser verbindet die Spitze der Pyramide mit den am Fuße der beiden Haupttreppen stehenden Schlangenköpfen und gleitet somit der Spitze des Schlosses hinab auf die Erde. Und während wir in Deutschland meist noch bibbern und der Frühlingsanfang nur im Kalender stattfindet, schwitzt man um diese Jahreszeit schon tüchtig im ehemaligen Reich der Maya und begrüßt Kukulcán.





