Che Guevara – Guerilla-Anführer und Revolutionär neben Fidel Castro
Der argentinische Comandante Ernesto Guevara de la Serna, oder einfach Che, wurde zum Symbol der Kubanischen Revolution und nach seinem Tod zum Idol der 68er Bewegung und einem Kult des kommunistischen Kampfes, Widerstandes und der Emanzipation überhaupt.
Jeder kennt das Bild Ches „Guerrillero Heroico“ von Alberto Korda. Sein fester Blick und seine Barett-Mütze sind in der ganzen Welt bekannt. Sein politischer Erfolg und seine revolutionären Methoden sind umstritten, jedoch besteht an seiner Rolle als einflussreichem Mythos kaum ein Zweifel. Che Guevara prägte das 20. Jahrhundert und wird noch lange als Symbolfigur weiterleben. Seine Essays und Tagebuchaufzeichnungen der vielen Reisen sowie das ihm zugeschriebene Zitat „Hasta la victoria siempre“ sind bis heute weltweit ein Begriff.
Che Guevara bis zur Kubanischen Revolution
Der am 14. Juni 1928 in Rosario, Argentinien, geborene Che stammt aus einer großbürgerlichen Familie. Er studierte zunächst Medizin und machte viele Reisen, die er bereits dokumentierte. Dabei stellte er eine wirtschaftliche Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit fest, die in ihm den revolutionären Geist weckte.
In Guatemala lernte Che 1953 die Regierungsangestellte und spätere Ehefrau Hilda Gadea kennen, die ihn mit weiteren Aktivisten bekannt machte. Nach US-amerikanischen Bombenabwürfen auf Guatemala-Stadt floh Guevara nach Mexiko, wo er Exilkubaner kennenlernte. Darunter befand sich 1955 auch Fidel Castro, der plante, das Batista-Regime in Kuba zu stürzen.
Che schloss sich den Rebellen an, um die Diktatur zu beenden. Zunächst als Arzt, erhielt er 1956 aber eine militärische Ausbildung. Schon im Dezember kamen die 86 Mann auf Kuba an.
Che im Guerillakampf für die Befreiung von Kuba
Che Guevara etablierte sich im Guerilla-Krieg schnell zum Anführer der zweiten Kolonne. Ende Dezember 1958 gelang ihm die Einnahme von Santa Clara. Kurz darauf flüchtete der von den USA unterstützte Diktator Fulgencio Batista aus Kuba und Castros Rebellen übernahmen die Führung. Che wurde zur wichtigen Instanz in der Kubanischen Revolution. Er wurde als Leiter der Nationalbank Kubas und Industrieminister eingesetzt.
Welcher Verbrechen er sich bei der Durchsetzung seiner Ideale für Kuba wirklich schuldig machte, bleibt bis heute unklar, jedoch orientierte er sich stark am Sowjet-Kommunismus und sah Nordkorea als ein Modell für Kubas Zukunft. Ches Planwirtschaft und die Mobilisierung des „neuen Menschen“ sowie die radikale Orientierung zur Sowjetunion führten 1962 zur Kubakrise.
Hasta la victoria siempre – Das Ende Che Guevaras
Che reiste von Kuba in den Kongo und anschließend nach Bolivien. Dort scheiterten seine revolutionären Vorhaben, als er 1967 verwundet und vom bolivianischen Militär gefangen genommen wurde. Kurz darauf befahl der bolivianische Präsidenten René Barrientos Ortuño ohne vorherige Gerichtsverhandlung seine Exekution.
Che Guevaras Tod wurde als Abbild eines Heiligen gehandelt und seine Rufe hallten lange in der europäischen Studenten- und Protestbewegung nach. Erst 1997 wurde der Leichnam Che Guevaras gefunden und feierlich in einem Staatsbegräbnis in Santa Clara auf Kuba beigesetzt.
Der Märtyrer Che Guevara bleibt eine zwiespältige Persönlichkeit, die das 20. Jahrhundert bis hinein ins 21. Jahrhundert stark geprägt hat. Die öffentliche Idealisierung Che Guevaras mag am Ende leider eher dem Kapitalismus gedient haben, doch seine Ideale blieben dem Kommunismus treu.


