Chalcatzingo: 3.500 Jahre alte Geschichte
Relativ versteckt und weit im Osten des Bundesstaates gelegen, erwartet Chalcatzingo euren Besuch. Ein Ort der über eine mehr als 3500 Jahre alte Geschichte verfügt, datieren die ersten Siedlungsspuren doch bereits aus dem Jahr 1600 vor Christus. Den Namen Chalcatzingo gaben die Azteken, die zwischen 1200 und 1519 ins Gebiet von Morelos eindrangen. Wie immer gibt es mehrere Namensdeutungen von „ Der kleine/ wertvollste Ort der Chalcas“ bis hin zu „ Der heilige Ort der kostbaren Jade“.
Am Eingang der Stätte befindet sich ein sehr kleines Museum, in dem einige der Exponate ausgestellt werden. Zumeist handelt es sich um Alltagsgegenstände was vielleicht nicht sehr aufregend ist, doch wenn ihr des Spanischen mächtig seid solltet ihr vorab die Informationstafeln studieren. Einerseits um mehr über den Ort an sich zu erfahren und zudem auch die Erklärungen zu den Felsmalereien zu lesen, denn dann wisst ihr was ihr sehen sollt wenn ihr davor steht. Die Ausschilderung an Ort und Stelle ist meines Erachtens nämlich eine der schlechtesten die ich je in einer Grabungsstätte der INAH gesehen habe.
Chalcatzingo: 3.500 Jahre alte Geschichte
Vom Museum aus führt euch ein weiterer Weg von rund 500 Meter zum Eingang wo ihr unter der Woche 37 Pesos bezahlt und am Wochenende, wenn ihr Euch gut anstellt gar nichts. Im Gegensatz zu allen anderen Orten ist Chalcatzingo jeden Tag geöffnet wobei die Kernöffnungszeit zwischen 10 und 17 Uhr liegt. Vor Ort erspäht ihr auf der linken Seite zwei Pyramiden, wobei die größere sich dadurch auszeichnet, dass sie eine der wenigen Pyramiden in ganz Mesoamerika ist, die eine kreisrunde Basis aufweist. Weiterhin bemerkenswert ist, dass an der Pyramide gebaut wird, denn wie ich im Gespräch erfahren habe versuchen Mitarbeiter der INAH ( der mexikanischen Antikenverwaltung)momentan die Steine die man von dem Bauwerk im Laufe der Jahrhundert abgerissen hat und in den umliegenden Dörfern verbaut hat wiederzufinden und die Ursprungsform zu rekonstruieren. Neben den Pyramiden findet ihr auf dem riesigen Gelände versteckt zahlreiche weitere Zeugnisse und Überreste der fernen Frühzeit wie zum Beispiel einen 2900 Jahre alten Olmekenaltar, Felsenzeichnungen und Stelen.
Für mich war Chalcatzingo aus zwei Gründen eine besondere Stätte. Die Pyramiden liegen in einer wunderschönen Landschaft direkt vor riesigen Bergen und umgeben von unglaublich alten Bäumen in deren Schatten mehrere mexikanische Familien ihr sonntagspicknick komplett mit Klappstuhl und Tisch und Kühlbox abhielten, was auch als völlig normal zu sein schien…versucht das mal in Stonehenge. Während ihr also für die Naturfreunde und Faulenzer den Picknickkorb nicht vergessen solltet, ist für die Indiana Jones Fraktion festes Schuhwerk Pflicht um die Berge hinaufzukraxeln und dort die Felsenmalereien zu sehen.
Somit bietet ein Ausflug nach Chalcatzingo etwas für jeden gusto und ist zu empfehlen. Als letzter Hinweis sei noch darauf verwiesen, das man den Ort nicht im Navi findet und daher vorsichtshalber Jonacatepec eintippen sollte.


