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Autor: Nina

Schon viel zu lange haben die westlichen Mächte und Organisationen wie die Weltbank und IWF Lateinamerika ausgenutzt und benutzt. Doch in den letzten Jahren versuchen immer mehr südamerikanische Länder unabhängiger zu werden, das zeigt sich schon allein in ihrer Wahl “linker” Staatsoberhäupter.

Nur noch wenige südamerikanische Staaten wie Kolumbien befürworten den Kurs des Westens und vor allem Amerikas. Wir schleichen uns in diese Länder unter dem Vorwand der humanitären Hilfe und nutzen in Wirklichkeit nur die wirtschaftlichen Faktoren, wie beispielsweise ihre Erdöl- und Erdgasvorkommen, aus. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs.

Neue Geschäfte werden wieder am 16. und 17. Mai auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel (allein schon der Name macht stutzig!) in Lima gemacht werden und dies alles unter dem arroganten Deckmantel den so benachteiligten Ländern helfen zu wollen. Die vom Westen so angepriesenen und lange versprochenen Sozialprogramme werden in Wirklichkeit finanziell von den Regierungen Brasiliens, Venezuelas, Kubas und Argentiniens getragen.

In Anbetracht dieser verhehrenden Tatsachen, von denen ich hier jetzt noch Hunderte aufzählen könnte, ist es aus meiner Sicht absolut verständlich, dass einer der südamerikanischen Staatsoberhäupter einmal laut seinem Ärger Luft macht.

Hogo Chávez © apHugo Chávez‘ kürzliche Äußerungen, dass Angela Merkel derselben rechten Seite angehöre, wie es einst Hitler tat, halte ich zwar für einen extrem überzogenen und inkorrekten Vergleich, aber wenn man den Hintergrund kennt ist dieser Wutausbruch durchaus verständlich. (Die komplette Rede von Chávez, aus der das Zitat stammen soll, ist übrigens auf deutsch nicht erhältlich. Wir müssen uns also mit dem aus dem Zusammenhang gerissenen Satz zufrieden geben.) Merkel hatte dazu aufgefordert, von Venezuela politisch und wirtschaftlich Abstand zu nehmen! Was für eine Frechheit! Aber Diktaturen wie China hofieren!

Ich will mich hier jetzt auch nicht auf die Seite Chávez stellen, da ich mit seinen Handlungen auch nicht ganz einverstanden bin, aber es ist gut, wenn die Südamerikaner endlich ihre verdiente Position behaupten und nicht nur stillschweigend die Ungerechtigkeiten des Westens ertragen.

Ob Chávez nun George Bush als den Teufel beschimpft, den spanischen Präsidenten in einer Rede unterbricht, den prowestlichen Uribe als Lügner hinstellt oder Angela Merkel mit Hitler n Verbindung bringt, dies alles sind Entgleisungen der Verzweiflung Südamerikas. Es wird Zeit, dass Südamerika aufsteht!

(Demnächst werde ich näher auf den Konflikt Westen-Südamerika eingehen und euch natürlich auch über den Gipfel in Lima so gut es geht auf dem Laufenden halten. :-) )    [...mehr]


Autor: Nina

Fernando Lugo © inaperuto

Seit gestern steht es fest: Nach Venezuela, Bolivien, Ecuador, Brasilien, Argentinien, Uruguay und Chile, hat sich nun auch das Volk Paraguays für eine Mitte-Links-Regierung entschieden. Der neue Staatschef heiß Fernando Lugo, der die Wahl mit 41% aller Stimmen klar gewann.

Der ehemalige katholische Priester beendet mit seinem Einzug ins Parlament die seit 61 Jahren in Paraguay vorherrschende Hegemonie.

“Ich werde für die Armen und die Schwachen arbeiten, und dieses Land soll für seine Ehrlichkeit und nicht mehr für seine Korruption bekannt sein“, sagte Lugo in einer Ansprache vor tausenden von Anhängern in der Hauptstadt des Landes Asunción.

Bis 2006 war der 56-Jährige noch katholischer Priester, der sich besonders für die Armen des Landes einsetzte. Da er als Bischof für die linksgerichtete Theologie der Befreiung eintrat, wurde er immer wieder scharf vom Vatikan kritisiert. Um für in die Politik einsteigen zu können musste er dann schließlich sein Priesteramt aufgeben.

Nichtsdestotrotz konnte sich der Politikneuling gegen die fast schon allmächtige Colorado-Partei durchsetzen, die in etliche Korruptionsgeschäfte verwickelt waren und denen es nicht gelang die wirtschaftliche Lage Paraguays zu stabilisieren.

In seiner Amtszeit will sich Lugo verstärkt für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzen. Zudem hat er eine Argrarreform angekündigt und die Gewinne aus dem gemeinsam mit Brasilien geführten Wasserwerks Itaipú gerechter zu verteilen. Diese Ziele könnten ihm aber erhebliche Probleme mit Brasilien und den Großgrundbesitzern bereiten. Außerdem hat er sich, wie viele Regierungen Südamerikas, sinnigerweise vorgenommen, das Land unanhängiger vom IWF und der Weltbank zu machen.

Man kann nur hoffen und wünschen, dass Fernando Lugo seinen Ziele durchsetzen kann und den lang ersehnten politischen und wirtschaftlichen Aufschwung Paraguay bringen kann.

Hier noch eines seiner Wahlvideos:



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Autor: Nina

Lula da Silva © brasilescolaMit Luiz Inácio Lula da Silva in Brasilien hat ein weiteres Land Südamerikas einen linken Präsidenten, nur schafft dieser es geschickt die Balance zwischen Kapitalismus (IWF und Weltbank) und den eigenen Interessen seiner Arbeiterpartei zu halten.

Luiz Inácio da Silva, der sich auch von seinem Volk beim Spitznamen “Lula” rufen lässt, wurde 1945 in Caetés im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco geboren. Seit 1952 verbrachte er aber den größten Teil seiner Kindheit und Jugend mit seinen sieben Geschwistern in Sao Paulo, wo seine Famlilie in armen Verhältnissen lebte. Er musste mit 12 Jahren die Schule abbrechen und anfangen Geld zu verdienen um der Familie finanziell unter die Arme zu greifen. Er machte schließlich eine Ausbildung zum Metallfacharbeiter, als was er auch Jahre lang tätig war.

Über seinen Bruder kam er Ende der 60er Jahre in Kontakt mit der Gewerkschaftbewegung. Schnell war er hier sehr engagiert eingebunden und wurde beireits 1969 in den Vorstand gewählt. Er organisierte einige groß angelegte Streiks und saß deshalb auch einen Monat lang im Gefängnis.

1980 gründete schließlich mit einigen Gewerkschaftern und Intellektuellen die Arbeiterpartei PT (Partido dos Trabalhadores). Innerhalb von zwei Jahren war sie bereits landesweit vertreten und hatte über 400.000 Mitglieder.

Seit 1989 trat Lula da Silva bei allen Präsidentschaftswahlen erfolglos an. Der Politiker war zwar beim Volk sehr beliebt, aber sein Auftreten als Arbeiter fand nicht bei allen eine Zustimmung.

Zu den Wahlen 2002 verabschiedete er sich vom Image des Arbeiters und schlüpfte in Krawatte und Anzug, zudem stellte er sein Programm zum Loslösen von der Weltbank in den Hintergrund und betonte stattdessen den Kampf gegen Hunger und Armut. Und schwups, war er Präsident… ;-)

Lula da Silva versteht sich sehr gut im Taktieren und in der Diplomatie. Er befriedigt einerseits die Interessen der Arbeiter, indem er zum Beispiel für neue Arbeitsplätze sorgt, verärgert aber andererseits auch nicht den IWF.

Während er Präsident war schaffte er es Brasilien strikt auf Stabilitätskurs zu halten und die Banken erzielten Rekordgewinne.

2006 wurde er zu einer zweiten Amtszeit gewählt. Hoffentlich kann da Silva den Aufwärtstrend Brasiliens halten.



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Autor: Nina

Präsidentin Michelle BacheletNeben Cristina Fernández de Kirchner in Argentinien, hat mit Michelle Bachelet ein weiteres südamerikanisches Land eine Frau als Staatsoberhaupt. Doch im Gegensatz zu den krisengebeutelten Nachbarländern und der Finanzmisere Argentiniens, entwickelt sich Chile nach und nach zu einem wirtschaftlich und politisch stabilen Land.

Über fünfzehn Jahre nach der Diktatur General Pinochets beginnen die Wunden langsam zu heilen. Bachelet spricht von einer Politik der “Wiederbegegnung”. Von einer Versöhnung könne aber noch nicht die Rede sein.

Michelle Bachelet, 1951 in Santiago de Chile geboren, ist schon fast eine Symbolfigur für den politischen Wandel im Land. Ihr Vater, ein Luftwaffengeneral und fast jedem Chilenen ein Begriff, hielt auch nach dem Militärputsch zu Salvador Allende und wurde von Pinochets Anhängern daraufhin verhaftet und zu Tode gefoltert.

Nach der Ermordung ihres Vaters floh sie zusammen mit ihrer Mutter über Australienin die DDR. An der Universität Leipzig begann sie Germanistik und Medizin zu studieren. Letzteres beendete sie dann an der Humboldt Universität in Berlin und wurde Kinderärztin.

1979 kehrte Bachelet dann in ihre Heimat zurück und trat, trotz fortwährender Diktatur, der Sozialistischen Partei bei . Die Rückkehr war nur möglich, da ihr damaliger Mann, mit dem sie ein Kind hat, Anhänger Pinochets war. An diesem Konflikt ist die Ehe dann wohl auch zerbrochen.

Von 1994 bis 1997 arbeitete sie im Gesundheitsministerium und 1998 wechselte sie, nach einer militärischen Fortbildung in den USA, in das Verteidigungsministerium Chiles. 2000 wurde sie zur Gesundheitsministerin und 2002 als erste Frau in der Geschichte des Landes zur Verteidigungsministerin ernannt.

Als eine der populärsten Politiker setzte sie sich dann 2006 schließlich gegen die rechte Alianza por Chile durch und wurde zur neuen Präsidentin Chiles.

Nachwievor steigt Michelle Bachelets Popularität im Land stetig. Sie führt durchsetzungsstark eine Reform nach der anderen gegen die letzten Überbleibsel der Pinochetanhänger ein und verfolgt demonstrativ eine linke Politik, die dem krisenerprobten Land gut zu tun scheint.

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Autor: Nina

Staatschef Rafael CorreaGerade jetzt, wo die Lage zwischen Kolumbien, Venezuela und Ecuador so gespannt ist, erscheint es mir sinnvoll, nach den Präsidenten Àlvaro Uribe und Hugo Chávez, auch noch den Staatschef Ecuadors, Rafael Correa, kurz vorzustellen.

Rafael Correa, geboren 1963 in der Stadt Guayaquil, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Katholischen Universität Guayaquil und schloss sein Studium 1987 erfolgreich ab. Danach arbeitete er als freiwilliger Helfer in einer Missions- und Sozialstation.

Anschließend vertiefte er sein Studium in Belgien und den USA, wo er 1999 an der Universtät Illinois promovierte. In den folgenden Jahren war er als Dozent an der Universität Guayaquil, der Universidad San Francisco in Ecuadors Hauptstadt Quito und der Universität von Illinois tätig.

Er war auch Professor und Leiter der Abteilung für Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Quito. Im April 2005 wurde er Wirtschafts- und Finanzminister von Ecuador. Schon als Finanzminister versuchte er seinen heutigen Kurs zu verfolgen, Ecuador weniger abhängig von den USA, der Weltbank und des IWF zu machen und den US-Dollar als Landeswährung abzuschaffen. Doch hier musste er resignieren und trat deshalb schon im August 2005 wieder von seinem Amt zurück.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2006 kandidierte er dann für die Sozialistische Partei Ecuadors und die von ihm gegründete politische Bewegung Movimiento PAÍS.

Correa mit Chávez und MoralesIm Januar 2007 wurde er dann mit absoluter Mehrheit Präsident Ecuadors. Er bekam nicht nur von seinem Vorgänger feierlich die Amtsschärpe überreicht, sondern auch einen Tag vorher im Beisein von Hugo Chávez und Evo Morales von den indigenen Vökern zeremoniell einen Stab der Weisheit und einen Poncho als Autoritätssymbole.

Rafael Correa setzt sich verstärkt für die Rechte der indigenen Völker ein. Seine Politik lässt sich wohl am ehesten als links-national beschreiben. Er möchte Ecuador stärken und das Land unabhängiger von den USA und der Weltbank machen, vor allem im Bezug auf Ecuadors reiche Erdölvorkommen.

Den politischen Ideen Hugo Chávez fühlt er sich sehr verbunden und nähert deshalb das Land mehr und mehr an Venezuela an. Grenzüberschreitend bemühen sie sich um einen unabhängigeren und “sozialistischeren” Weg Südamerikas.

Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei dem Konflikt mit Kolumbien nicht nur um die Geiseln der FARC handelt, sondern um ein von den USA, die auf Seiten Kolumbiens sind, geschührter Konflikt gegen den Versuch der linksorientierten Länder sich von den USA loszulösen.

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Autor: Nina

Evo MoralesDen bolivianischen Präsidenten Evo Morales sieht man bei allen weltweiten Staatsbesuchen, allen Protokollen zum Trotz, immer nur in den für die indigenen Andenvölker typische Kleidung (Chompa und Chamarra). Er ist stolz auf seine Wurzeln und seine Herkunft. Sowieso scheint er sich allgemein aus Pomp und Reichtum wenig zu machen.

Juan Evo Morales Ayma, geboren 1959 im kleinen Dorf Isallawi im Departemento Oruro, wächst in schwerster Armut auf. Seine Eltern sind Bauern und stammen von einer Aymara-Familie ab. Vier seiner sieben Geschwister sterben noch in jungen Jahren. Schon während seiner Schulzeit ist er gezwungen nebenher zu arbeiten. Er jobbt in einer Bäckerei und spielt am Wochenende ine einer Band Trompete um über die Runden zu kommen.

Um der Armut wenigstens ein Stück weit zu entkommen, zieht die Familie 1978 nach Chapare um dort Cocaanbau zu betreiben. Nachdem Evo seinen Militärdienst angeleistet hat, kommt auch er nach Chapare um seiner Familie beim Anbau zu helfen. Hier beginnt er sich verstärkt in seinem Sindicato, in dem das Leben der Dorfgemeinschaft organisiert wird, zu engagieren. Er wird schließlich sogar zum Dirigente, zunächst des Sindicato, dann sogar der nächst höheren Einheit, des Central, gewählt.

Mit Freunden übernimmt er in den neunziger Jahren die Partei Movimento al Socialismo (MAS), da diese gerade dabei ist sich aufzulösen und Evo Morales so mit seinen Leuten an den nächsten Wahlen teilnehmen kann.

1997 wird er dann zum ersten Mal zum Abgeordneten gewählt und beginnt sich verstärkt für die Rechte der Bauern und der einfachen Bevölkerung einzusetzen.

Bolivien by night © Raphael Koerich2002 entzieht man ihm kurzfristig, wahrscheinlich initialisiert durch die USA, denen er ein Dorn im Auge ist, unter falschen Anschuldigungen sein Mandat. Bolivien ist eines der ärmsten Länder Südamerikas, hat aber gleichzeitig mit Venezuela zusammen die meisten Erdgasvorkommen. Doch die bolivianische Bevölkerung sieht nicht von dem Reichtum ihres Landes. Alles streichen die USA, der IWF und die Weltbank ein. Die einzige Verdienstmöglichkeit der Bolivianer ist der Cocaanbau, doch auch diesen versuchen die USA einzudemmen. Die Bauern sehen sich zurecht kriminalisiert und ausgebeutet.

Und genau hiergegen kämpft Evo Morales. Weite Teile der Bevölkerung, davon 70% Indígenas, stehen hinter ihm und 2006 wird er zum Staatspräsident von Bolivien gewählt. Er leitet eine Verstaatlichung der Erdgas- und Erdölvorkommen ein und verhilft so der Bevölkerung zu mehr Gewinnchancen. Auch die Rechte der Cocabauern stärkt er gegen den Willen der USA enorm.

Man kann nur hoffen, dass Evo Morales weiterhin den Vereinigten Staaten und der Weltbank so auf der Nase herum tanzt und Bolivien weiter von der Ausbeutung des internationalen Kapitalismus und Neoliberalismus lösen kann.

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Autor: Nina

Kolumbiens Präsident Àlvaro Uribe Vélez © solarÀlvaro Uribe Vélez ist seit August 2002 der amtierende Präsident Kolumbiens. Seine Politik ist weltweit umstritten, wohl auch aufgrund seines Umgangs mit dem Militär und den Guerillagruppen der FARC oder dem Drogenhandel.

Uribe, geboren 1952 in der Kokainhochburg Medellín, hat Rechts- und Politikwissenschaften in Antioquia, Harvard und Oxford studiert. 1976 wurde er Schatzmeister der öffentlichen Betriebe seiner Geburts- und Heimatstadt. In den Jahren ‘77 und ‘78 war er Generalsekretär im kolumbianischen Arbeitsministerium. 1982 wurde er dann zum Bürdermeister von Medellín gewählt und 1995 zum Gouverneur des Départements Antioquia.

Laut Uribe selbst wurde sein Vater 1983 von FARC-Rebellen bei einem Entführungsversuch ermordet. Doch nach einem Bericht der U.S. Defense Intelligence Agency (DIA) sind seine Verbindungen zum Drogenhandel der wahre Grund. Uribe selbst steht auf einer Liste der wichtigsten Drogenhändler Kolumbiens von1991 auf Platz 82. Er soll auch für das Medellìn-Kartell Pablo Escobars, der größte Kokain-Exporteur in den 80er und 90er Jahren weltweit, gearbeitet haben und wurde sogar als “enger persönlicher Freund” des Drogenbarons Escobar bezeichnet.

Wenn man dies weiß, wirken seine Versuche den Drogenhandel und den illegalen Kokaanbau während seiner ersten Amtszeit 2002 bis 2006 offiziell einzudemmen einfach nur scheinheilig.

Ebenso umstritten wie seine Drogenpolitik ist seine Einstellung zum Militär. Während sein Vorgänger Andrés Pastrana Arango versuchte einen Waffenstillstand mit den Guerillagruppen der FARC (ein Beitrag dazu wird folgen) zu erreichen, gilt Uribe als Hardliner im Kampf gegen sie. Er baut auf eine verstärkte Miltärpräsenz.

Protest gegen Uribe © b.wuTrotz allem scheint die breite Öffentlichkeit hinter ihm zu stehen. Doch langsam werden mehr und mehr Proteste laut. Seine Politik wird mit der Bushs verglichen. Spätestens seitdem Journalisten, die in seinem näherern Umfeld recherchieren oder öffentlich Kritik üben, Morddrohungen erhalten und das Land verlassen müssen.

Seine zweite Amtszeit, die er übrigens durch eine Verfassungsänderung erreicht hat, geht noch bis 2010. Man darf gespannt sein! Besonders wie er die Probleme mit den FARC-Rebellen weiterhin zu lösen versucht…

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Autor: Nina

Christina Fernandez de Kirchner bei Amtseinweihung © wikimedia

Cristina Elisabet Fernández de Kirchner hat am 10. Dezember 2007 das argentinische Präsidentenamt als Nachfolgerin ihres Mannes Néstor Kirchner angetreten und ist so nach vielen Jahrzehnten wieder die erste Frau im argentinischen Präsidentenamt.

Sie ist Mitglied der Peronistische Gerechtigkeitspartei PJ, die man jetzt unter Kirchner als christdemokratisch-sozial einstufen kann (Vergleiche mit unserem Parteiensystem sind eher heikel, soll hier aber dem näheren Verständnis dienen). Kirchner will kontinuierlich an der Politik ihres Mannes festhalten, der die Wahl zu einer zweiten Amtszeit abgelehnt hat.

Cristina Fernández de Kirchner, 1953 in La Plata geboren, hat Rechtswissenschaften studiert und wurde in den siebziger Jahren Mitglied der Peronistischen Partei. Mit der Wahl ihres Mann 1987 zum Bürgermeister von Río Gallegos begann sie selbst sich politisch zu engagieren. Nach dem Einzug in das Regionalparlament von Santa Cruz, vertrat sie die Provinz in der Abgeordnetenkammer des Argentinische Kongresses. Schließlich wurde sie in den Senat gewählt.

Während der Amtszeit ihres Mannes fungierte sie ihm als wichtige Beraterin und war zudem Chefin der Mehrheitsfraktion des Senats. Nach und nach hat ihr Mann sie als seine potentielle Nachfolgerin aufgebaut und sie wurde schließlich mit 45,3% zur neuen Präsidentin Argentiniens gewählt.

Aber ihre Regierung ist im Land durchaus umstritten. Viele Einwohner gingen gar nicht zur Wahl, obwohl dies in Argentinien Pflicht ist, und so kam es zur niedrigsten Wahlbeteiligung seit Wiedereinführung der Demokratie.

Das größte Problem ist wohl, dass das argentinische Parteiensystem extrem zerrüttet ist. Die ehemalige sozialdemokratische Regierungspartei UCR hat nur noch sehr wenige Anhänger und ist somit chancenlos und in der Peronistischen Partei streiten sich rechte und ultrarechte Flügel.

Aber immerhin ist es Néstor Kirchner zu verdanken, dass sich Argentinien langsam beginnt sich von der schwersten Wirtschaftskrise der vergangenen hundert Jahre zu erholen. Doch die Inflation ist nach wie vor sehr hoch und wird wohl Cristina Fernández de Kirchner am meisten Schwierigkeiten bereiten.

Man kann nur hoffen, dass Argentinien mit Frau Kirchner den zwar langsamen, aber aufsteigenden Kurs fortführen kann.

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Autor: Nina

Hugo Chávez

Kein anderer südamerikanischer Politiker ist derzeit über Länder- und Parteigrenzen hinaus so umstritten wie Hugo Chávez. Die einen sehen in ihm einen Diktator, der sich zur Durchsetzung seiner Interessen gnadenlos über bestehende Gesetze hinweg setzt. Andere dagegen feiern ihn wie einen Popstar, die erst jüngst aufgetauchten Fotos mit dem amerikanischen Supermodel Naomi Campbell sprechen eine deutliche Sprache.

Hugo ChávezDer Grund für diese innen- und außenpolitisch ambivalente Beurteilung von Hugo Chávez in fast allen Medien liegt vor allem darin, dass er eine Politik vertritt jenseits von Lobbyismus und ohne die Unterstützung von Weltwirtschaftsfonds sowie gewinnorientierten Großkonzernen. Der 1954 geborene Ureinwohner fordert mit seinem Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung auch den selbst ernannten Weltpolizisten USA heraus. Gegen deren politische, wirtschaftliche und militärische Vormachtstellung in Südamerika Chávez eine Allianz mit anderen Nachbarstaaten auf dem amerikanischen Kontinent etablieren möchte. Seine offene Solidarität mit Fidel Castro und anderen linken Staatsmännern wird ihm auf internationaler Ebene häufig negativ angekreidet. Gegen alle Widerstände konnte er sich bisher immer wieder auf die Unterstützung seiner Anhänger in den ärmeren Bevölkerungsschichten stützten. Der seit 1999 als Staatspräsident Venezuelas im Amt befindliche Chávez konnte sich während seiner Laufbahn schon zweimal retten - im Jahr 2002 als ein Generalstreik und ein Putsch das Land überrollten genauso wie 2004, als er ein Referendum ganz eindeutig zu seinen Gunsten entschied.

Diese breite Zustimmung gerade unter den ärmeren Bevölkerungsteilen hat ihren Grund in den innenpolitischen Reformen Venezuelas, die viele mit den Errungenschaften unter Salvador Allende in Chile vergleichen. Einem Großteil dieser Menschen wurde auf diese Weise erstmals hinreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin zuteil. Die Ärmsten der Armen haben mittlerweile ein Anrecht auf höhere Bildung, weil ihnen die Türen der staatlichen Universitäten offen stehen. Die Enteignung von Großgrundbesitzern und Ölkonzernen stieß in diesen Bevölkerungsschichten durchaus auf Gegenliebe.    [...mehr]


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