» Politik

Autor: Nina

Was 2007 auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen noch müde belächelt wurde, nimmt nun doch langsam Formen an. Damals war Ecuadors Präsident Rafael Correa vor die Versammlung getreten und hatte der Vorschlag eines einzigartigen Tauschgeschäfts gemacht: Die größten Klimaverschmutzer der Welt zahlen Geld an diejenigen, die den Regenwald erhalten.

Doch Correa ließ sich von seiner Idee nicht abbringen und hielt an seinen Plänen fest. Mittlerweile haben sich prominente Unterstützer finden können, Prinz Charles, Michael Gorbatschow oder die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú, und auch so manche Industrienationen, allen voran sogar Deutschland, haben ihre Teilnahme immerhin in Erwägung gezogen.

Die Idee ist so simpel wie genial: Ecuador, das als Entwicklungsland maßgeblich von der Industrie (auf Kosten des Regenwalds) abhängig ist und sich deren Verlust eigentlich nicht leisten könnte, bekommt von den Nationen, die den meisten Schaden am Weltklima verursachen, eine Art Entschädigung von bis zu zwölf Milliarden Dollar. Dafür verzichtet Ecuador auf weite Teile der Industrie und damit auf die Rodung des Regenwalds. Das Geld würde in einen international kontrollierten Fonds fließen, von dessen Zinsen weitere Schutzgebiete gefördert werden sollen.

Auf diese Weise könnte man 4,8 Millionen Hektar Regenwald erhalten. Auch ein Teil des Nationalparks Yasuní würde so erhalten bleiben. Dieser zählt zu den artenreichsten Gebieten dieser Erde. Allein auf einem Hektar Wald wachsen so viele Baumarten wie in ganz Nordamerika. Seltene Tiere und Pflanzen tummeln sich geradezu und auch Naturvölker, die noch nie einen Kontakt zur Außenwelt hatten, haben ihre Heimat im dichten Dschungel. All dies soll in den nächsten Jahren zu Gunsten der Ölindustrie verschwinden, wenn man nicht schnell eine Reißleine zieht.

Die Pläne Correas wären diese Reißleine. Nun hängt es mal wieder von der Entscheidung der Industrienationen ab. Wollen wir uns weiterhin den Boden unter den Füßen wegziehen und alles wie eine Plage zerstören?

Mehr zum Thema gibts u.a. hier…    [...mehr]


Autor: Nina

Es wurde langsam aber auch Zeit! Endlich fangen die indigenen Völker in Peru an sich zu neuen Widerständen gegen die Regierung und vor allem gegen multinationale Konzerne zu organisieren. Denn mit den neuesten Aktionen der peruanischen Regierung ist das Maß wirklich voll!

Die Regierung um Präsident Alan García hat nun offiziell große Konzerne dazu eingeladen die Waldstücke im Amazonas für ihre wirtschaftlichen Interessen zu nutzen (inzwischen fast 75% der Fläche!!!). Das heißt im Klartext, den Wald abzuholzen um nach Ölvorkommen zu suchen und in die Holzwirtschaft und den Bergbau zu investieren.

Bei den riesigen Gebieten am Oberlauf des Amazonas handelt es sich nicht nur um die Heimat von etlichen seltenen Tier- und Pflanzenarten, sondern auch um die vieler indigener Völker. Diese weigern sich logischerweise ihr Land für Raubbau zu verlassen und haben sich daher zu diversen Aufständen zusammengetan. In vier Provinzen wurde von der Regierung der Notstand ausgerufen, denn die Indigenas weigern sich auch nur irgendwelche Vertreter aller möglichen Konzerne auf ihr Land zu lassen.

Abholzung des Amazonasbeckens © Flickr/ World Resources Institute Staff

Klar, dass da gleich der Notstand verhängt wird, denn dann hat die Regierung das Recht härter gegen die Indigenas vorzugehen, zur Not auch mit dem Militär… Doch noch bleiben die Indigenas stark, was immer schwieriger wird, denn noch heute spricht die peruanische Verfassung indigenen Völkern kaum Rechte zu. Peru hätte dringend eine Verfassungsreform wie in Bolivien nötig!

Doch solange diese nicht existiert, hat die Regierung freie Hand in Sachen Landverteilung. Ach ja, hab ich schon erwähnt, dass das Angebot sich in erster Linie an US-Firmen richtet? Sie beziehen sich hier auf das Freihandelsabkommen, das Peru und die USA im Februar geschlossen haben.

Man muss den Indigenas so gut es geht, die Daumen drücken. Und nicht nur ihnen, sondern auch dem ganzen Ökosystem und damit dann im Endeffekt auch uns…

Hier kann man sich u.a. für die Indigenas einsetzen…

[...mehr]


Autor: Nina

Absolut skandalös ist ein Gesetz, das die peruanische Regierung in der letzten Woche beschlossen hat. Danach sollen Homosexuelle und auch Ehebrecher vom Polizeidienst ausgeschlossen werden.

Ein weiterer Schritt für die konservative Seite der Regierung Perus in eine fatale Richtung! Zuständig für das Gesetz ist Innenministerin Mercedes Cabanillas, die in Anspielung auf ihre konservative und beinharte Politik auch als die “peruanische Thatcher” bezeichnet wird.

Durch diesen Akt will sie das Ansehen der Polizei wieder aufbessern, das in vielen Teilen der Bevölkerung extrem angekratzt ist. Doch aber wohl eher aus anderen Gründen… Korruption und Gewalt in internen Kreisen sind da nur zwei von etlichen Punkten, weshalb die Polizei nicht gerade beliebt im Volk ist.

Klar, jetzt sind also wieder die Schwulen Schuld! So einfach geht das… Jedenfalls dürfen ab jetzt Polizisten in gleichgeschlechtlichen Beziehungen und auch Polizisten, die ihren Partner betrügen, nicht mehr ihrem Dienst nachgehen.

Die Begründung im Gesetz lautet übrigens, dass sie “durch ihre Taten einen Skandal verursachten und den Ruf der Behörden schmälerten”.

Oh Mann, wo soll solch eine Intoleranz nur enden?! Der einzige positive Nebeneffekt ist wohl, dass nun mehr und mehr Schwule immer lauter auf ihre Rechte aufmerksam machen. Wollen wir das Beste hoffen.

[...mehr]


Autor: Nina

Es ist die weltweit größte Anklage einer Bevölkerungsgruppe gegen einen multinationalen Konzern: Über 30.000 Menschen der indigenen Stämme der Cofanes, Secoyas und Sionas, die im Amazonasbecken leben, haben Chevron, ehemals Texaco, vor Gericht gebracht.

Hat David gegen Goliath eine Chance? Das fragt sich auch der US-amerikanische Regisseur Joe Berlinger und hat die engagierten Leute von “Chevron Toxico” ein Jahr lang begleitet. Heraus kam der Film “Crude”, der nun nach und nach auf einigen Festivals anläuft.

Chevron Fabrik © Flickr/ 3vil.3lvis

Chevron Toxico” wurde gegründet um dem US-Multi-Chevron entgegentreten zu können, denn anders haben die über 30.000 Bewohner des Amazonasgebiets in Ecuador keine Überlebenschance. Nicht nur, dass Chevron die Menschen dort ausbeutet, sie zu Hungerlöhnen die gefährlichste Arbeit verrichten lässt. Nein, der Öl-Konzern leitet auch die Abwässer seiner Fabriken direkt in die Ströme des Amazonas. Sie verseuchen damit das Trinkwasser der Menschen. Kinder baden in den verseuchten Flüssen und Frauen waschen die Wäsche darin.

Doch Chevron weigert sich die Bedingungen zu verbessern. Menschen und die gesamte Umwelt vegetieren in den von Chevron verseuchten Gebieten vor sich hin… Schon heute wird die Gegend als “Amazonas Tschernobyl” bezeichnet.    [...mehr]


Autor: Nina

Man kann es wohl durchaus als eine Art von Erdrutschsieg werten: Nachwahlbefragungen zufolge hat der linksgerichtete Präsident Ecuadors Rafael Correa die Wahl zu seiner zweiten Amtszeit am Sonntag haushoch gewonnen.

Zwei führende und sehr angesehene Meinungsinstitute konnten schon vor der Verkündung des offiziellen Ergebnisses durch ihre Erhebungen den Sieger der Wahl benennen: Rafael Correa. Umfragen zufolge kommt er vorläufig auf 56%, sein Konkurrent, der ehemalige Präsident Lucio Gutiérrez nur auf 29%.

Daher erklärte Correa sich bereits gestern Abend offiziell zum Sieger. Unabhängige europäische und US-amerikanische Wahlbeobachter bestätigen, dass bei der Wahl alles mit rechten Dingen zuging.

Correa verkündete eine Fortführung der Bolivarischen Revolution und den Schutz besonders der Armen vor der Wirtschaftskrise. Und bisher kann man ihm nicht vorwerfen Versprechen nicht eingehalten zu haben. Während seiner Amtszeit hat sich die Lage in Ecuador für viele enorm verbessert: Es gab eine positive Änderung des Rentensystems, kostenlose Schulmahlzeiten und einen höheren Mindestlohn.

Der Sieg Correas stärkt auch weiterhin die anderen linken südamerikanischen Regierungen, was ich persönlich nur begrüßen kann!

[...mehr]


Autor: Nina

In vielen westlichen Medien wurde gestern das Ende des Amerika-Gipfel als positiver Schritt gefeiert. Ja, Obama ist auf Lateinamerika zugegangen, aber auch andersherum. Ja, Obama hat sich offener gezeigt als sein Vorgänger Bush (was auch nicht sehr schwer ist). Und ja, die Bilanz ist im Vergleich zum letzten Gipfel, der in einem Desaster endete, deutlich besser.

Doch werden den schönen Worten und den vielen Sympathiebekundungen nun auch Taten folgen? Ich persönlich bin mir da nicht so sicher. Die USA müssten alle anderen Mitgliedsstaaten der OAS (Organisation der Amerikanischen Staaten) als gleichberechtigte Partner anerkennen. Und davon sind sie noch meilenweit entfernt. (Allein schon im folgenden Video merkt man immer noch die Hochnäsigkeit der USA gegenüber Lateinamerika, von der Nachrichten-Propaganda abgesehen… ) Noch immer wird Lateinamerika von den USA ausgebeutet, noch immer leiden sie unter der ständigen Einmischung der USA um an die Rohstoffe zu gelangen und noch immer haben sie ihre Finger bei so mancher politischer Entscheidung im Spiel, siehe nur Kolumbien.

Viele Staaten warfen den USA diese Einmischung außerdem direkt vor: Zum Beispiel waren sie aktiv und bewiesenermaßen an einem Anschlag auf den bolivianischen Präsidenten Evo Morales verantwortlich. Obama leugnete dies jedoch und betonte die USA würde niemals den Sturz einer demokratisch gewählten Regierung herbeiführen. Neeeiin, nie! ;-)

[...mehr]


Autor: Nina

Was war das vor vier Jahren ein Chaos? Der letzte OAS-Gipfel, auch als Amerika-Gipfel bekannt, endete in einem totalen Fiasko. Doch dieses Wochenende soll alles anders werden.

Vor vier Jahren fegte erst einmal ein Sturm über den Tagungsort im argentinischen Mar del Plata. Und wie ein Sturm donnerten auch die Politiker und die begleitenden Volksproteste: Hugo Chávez mal wieder außer Rand und Band, ein beleidigter George W. Bush, eine Schlussbestimmung, die nicht einmal die Gastgeber unterzeichnen wollten und dann noch massive Proteste von Seiten der Bevölkerung, denen sich dann gleich ein paar Regierungschefs anschlossen. Alles andere als kommunikativ und friedlich.

An diesem Wochenende treffen sich nun die 34 amerikanischen Staats- und Regierungschefs erneut und diesmal soll alles anders werden. Zum ersten Mal trifft der neue US-Präsident Obama in Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad und Tobago, auf die südamerikanischen Regierungsvertreter und die setzen große Erwartungen in ihn. Es soll endlich wieder zu einem Dialog kommen.    [...mehr]


Autor: Nina

Wir alle haben davon gehört: die berühmt, berüchtigten Armenviertel, die sogenannten Favelas, in Brasiliens Metropole Rio de Janeiro. Man sei dort niemals sicher und in der Tat leben sie dort zum Teil nach ihren eigenen harten Gesetzen. Nun macht die lokale Regierung einfach kurzen Prozess und mauert die Armen einfach ein!

Ja, die Favelas sind hart, aber die meisten der dort lebenden Menschen sind diesen Gesetzen der Straße einfach ausgeliefert, da sie nirgends sonst hinkönnen. Sie stecken in einem Teufelskreis, aus dem sie nicht einfach ausbrechen können. Die Kriminalitätsraten steigen und sie stecken unschuldig mitten drin. Wie gern schert man all diese Menschen einfach über einen Kamm!

Und weil das Problem immer drastischer wird, fängt man nicht an, das eigentliche Problem zu lösen, nämlich u.a. die große Kluft zwischen Arm und Reich, sondern man sperrt die unangenehmen Stadtteile einfach weg. Aus den Augen aus dem Sinn!

[...mehr]


Autor: Nina

Nach 15 Monaten ging gestern in Peru der Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten des Landes, Alberto Fujimori, zu Ende. Das Urteil ist für die Aufarbeitung der Vergangenheit Südamerikas, aber vor allem für die weltweiten Menschenrechte, ein historischer Moment.

Zehn Jahre lang, von 1990 bis 2000, regierte der als kaltherzig verschriene Fujimori Peru. Als er ins Amt kam fand er ein Land vor, das unter dem Terror des Leuchtenden Pfades und einer sehr maroden Wirtschaft litt. Er wollte alles besser machen, doch dieses Wahlversprechen kehrte er ins Gegenteil um: Er setzte Paramilitärs gegen die Terroristen ein und stürzte damit das Volk in ein noch größeres Chaos. Etliche Unschuldige “verschwanden” oder wurden einfach dahingemetzelt, ob nun von den Militärs der Regierung oder den Terroristen, die sie eigentlich bekämpfen sollten, war am Ende egal.

Nach sieben Jahren stand nun die Wiederwahl an und Fujimori blieb wohl nur aufgrund von Betrug im Amt. 2000 musste er dann endgültig aufgrund von Korruptionsaffären zurücktreten. Er floh daraufhin nach Japan, wo er die Staatsbürgerschaft besitzt. 2005 kehrte er dann nach Chile zurück um sein Comeback in Peru vorzubereiten, doch dort wurde er verhaftet und 2007 nach Peru ausgeliefert.    [...mehr]


Autor: Nina

Stammzellenforschung ist eines der umstrittensten wissenschaftlichen Themen der heutigen Zeit. Die einen sprechen sich vehement dagegen aus, die anderen hoffen wiederum auf die Heilung von schweren Krankheiten. Doch egal, ob dafür oder dagegen, die Länder, die in der Stammzellenforschung Erfolge feiern, können zurecht stolz sein.

Vor allem, wenn es Durchbrüche sind, die die Argumente der Kritiker beherzigen und diese negativen Punkte ausräumen.

Stammzellen sind Zellen im Körper, die noch keine spezifische Aufgabe haben, wie z.B. Haut- oder Nierenzellen. Daher kann man sie noch vielfältig einsetzen. Das bisherige Problem aber war, dass man diese Stammzellen nur in Embryonen oder in deren Nabelschnüren gefunden hat. Um an diese Zellen zu kommen musste man bisher den Embryo töten oder eben mit abgetrieben Föten arbeiten, was bei vielen natürlich heftigste moralische Bedenken auslöste.    [...mehr]


Seite 1 von 512345»