» Kultur

Autor: Nina

Es ist Sonntag und die sanfte Oktobersonne verwöhnt uns mal wieder außerordentlich, als meine Reise(ver-)führerin mir verkündet, wir würden heute nach Tequesquitengo und Issstehuixtla fahren.

Von mir kommt dabei kein Widerspruch, denn in dem Augenblick, wo sie die Namen ausgesprochen hat, habe ich sie offen gestanden schon wieder vergessen, so fremd und auch unaussprechlich klingen sie in meinen Ohren. Dennoch sollte es ein wunderschöner Ausflug sein, den ich jedem nur empfehlen kann, der vielleicht mal im Herzen Mexicos baden möchte und auch ein wenig Heimweh nach Mitteleuropa hat.    [...mehr]


Autor: Lars Degen

¿Dónde está toda la gente de Mérida?  – so einer der für mich emblematischen Sätze bei den obligatorischen Aufwärmspielen am Pool. Keine Frage, also das ich diesem Ort und den Leuten während meines Aufenthaltes in Yucatán auch einen Besuch abstatten musste.

Merida flickr Lars Degen

Im  Nordosten der mächtigen Halbinsel gelegen hat die 1542 von den Spaniern gegründete Stadt heute ungefähr eine Million Einwohner  und ist meines Erachtens eine Reise wert. Zugleich ist Mérida die Hauptstadt Yucatáns und die perfekte Basis für eine längerfristige Rundreise in der Welt der Maya. Beginnen sollte man seinen Rundgang durch Mérida natürlich an der Plaza Mayor, der auch hier wie in so ziemlich jeder mexikanischen Stadt, das administrativ-religiöse Zentrum markiert.

Sehenswürdigkeiten von Mérida

Auffallend ist hierbei natürlich sofort die massive und wuchtige Fassade der Kathedrale,  La Catedral de San Ildefonso aus dem 16. Jahrhundert, die mit ihren Türmen den Platz  und auch insgesamt das Bild der Innenstadt dominiert.  Ein weiteres wichtiges Gebäude ist die Casa de Montejo, welches der Sitz des gleichnamigen Stadtgründers Francisco de Montejo war. Ganz genau sollte man sich hier die Fassade ansehen, auf der man Spanier auf den Köpfen von indígenas stehend ausmachen kann.

Dieses kolonialistische Selbstverständnis drückt sich auch mit der Lage der Plaza Mayor aus , ist diese doch wie unter anderem im nahen Izamal oder natürlich in México Stadt- Tenochtitlan direkt auf den Ruinen einer Mayasiedlung ( hier T’ho) gebaut worden.  Vor allem durch seine auffällige Farbe und seine wunderschönen Rundbögen fällt einem darüber hinaus sofort der Palacio de Gobiernol.  Ein Abstecher in das Innere des Gebäudes ist vor allem für die Freunde von Gemälden zu empfehlen, findet man hier doch zahlreiche bildliche Darstellungen der wechselhaften Geschichte Méxicos.

Wer es ein wenig lebendiger und bunter mag, sollte sich den Februar vormerken, denn dann findet hier in Mérida der bunteste und auch prächtigste Karneval der ganzen Region statt. Farbenfroh und erlebnisreich ist auch ein Besuch auf dem Markt der Stadt, der so genannte Mercado García Rejón in der Calle 60. Hier bekommt man praktisch alles, wobei ich vor allem über die Lagerung des Fleisches sehr verwundert war, lag es doch bei 34°C einfach offen herum..    [...mehr]


Autor: Nina

Bolivien ist ein Land, das trotz der Kolonialisierung stark an den ursprünglichen Bräuchen und Traditionen der indigenen Völker fest hält. Trotzdem sind spanische Elemente nicht zu verleumden, was man heute vor allem an der Musik merkt.

Charanga Spieler    ©Flickr.com/U.S. Army

Bolivianische Musik

In der Kulturgeschichte Boliviens haben Musik und die damit verbundene Tänze einen wichtigen Stellenwert. Sie galten seit jeher als wichtiges Ausdrucksmittel. So wurden die Schlachten gegen die Spanier zu Zeiten der Kolonialisierung damit überliefert, aber auch wichtige Rituale und Traditionen gefeiert.

Die Tänze und damit verbundenen Musikstücke gliedern sich nach den verschiedenen Stämmen und Völkern, die damals in Bolivien lebten. Um die breiten Gesten, heißen Trommel-Rhythmen und Flötentöne optimal zu untermalen, gehören auch aufwändig gewebte Stoffe und bunte Gewänder, sowie Federschmuck zu den wichtigen Requisiten, denen man sich beim Tanz bedient. Jährlich davon überzeugen kann man sich z.B. in Berlin beim Karneval der Kulturen.

Auch heute bestimmen die eher traditionellen und folkloristischen Stücke die Musiklandschaft Boliviens. Zwar wird unter den Jugendlichen auch viel Heavy Metal gehört, internationale Erfolge von bolivianischen Pop- oder Rockbands sind aber kaum bekannt.


Bolivien: Typische Musikinstrumente

Wichtige Musikinstrumente Boliviens sind die auch bei uns sehr beliebte Panflöte, die Quena, eine eingekerbte Bambusrohr Flöte, die etwas größere Tokoro und verschieden große Trommeln. Auch ein Saiteninstrument wird unter den Bolivianern gerne gespielt: Die Charanga (oben im Bild).    [...mehr]


Autor: Nina

In der zweitgrößten argentinischen Stadt Córdoba befindet sich eines der bekanntesten Museen des südamerikanischen Kontinents: Der Palacio Ferreyra beherbergt mit dem Museo Superior de Bellas Artes Evita eine Sammlung, die die Architektur der Kolonialzeit mit moderner argentinischer Kunst verbindet.

Palacio Ferreyra Córdoba

Die Stadt Córdoba in Argentinien trug im Jahr 2006 den Titel „Kulturhauptstadt Amerikas“ und beeindruckt Besucher aus aller Welt mit einem umfangreichen und interessanten Kulturangebot. Neben zahlreichen Museen, Skulpturen und Theatern besticht vor allem der Palacio Ferreyra Einheimische und Touristen.    [...mehr]


Autor: Nina

Zu Beginn des Jahrtausends wurden sie als eine historische Sensation gefeiert: Die Pyramiden von Caral. Sie sind eine der ältesten Ansiedlungen des Kontinents, und auch heute Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher, die mehr über die frühzeitliche Kultur Amerikas erfahren wollen.

Pyramiden von Caral

Im Jahr 1994 entdeckten Forscher die Stadt Caral, unweit der Küste Perus, und begannen damit, ihre Überreste und ihre Pyramiden auszugraben und freizulegen. Mit den Pyramiden von Caral trat eine Sensation zu Tage: Es konnte der Beweis angetreten werden, dass auch in Südamerika schon früh eine hochentwickelte Zivilisation entstand. Die Pyramiden werden auf etwa 4600 Jahre geschätzt, und sind somit bedeutend älter als alle vorangegangenen Zeugnisse südamerikanischer Kultur. Mehr noch, die Stadt Caral und ihre Zivilisation konnten mit der Entwicklung in Ägypten, Mesopotamien oder Indien gleichgesetzt werden – eine Sensation.    [...mehr]


Autor: Nina

Buenos Aires hat viele wunderschöne Orte und mausert sich auch in Sachen Kunst in den letzten Jahren immer mehr zu einem Hotspot. Eine der faszinierendsten, wunderschönsten, aber auch umstrittensten Kunstwerke der letzten Jahre ist die Skulptur Floralis Genérica des argentinischen Architekten Eduardo Catalano.

Mitten auf dem Plaza Naciones Unidas (Platz der Vereinten Nationen) steht in einem großen Brunnen mit Wasserfällen eine riesige Blüte. Diese Skulptur ist ganze 23 m groß, ganz aus Aluminium und wiegt an die 18 Tonnen.

Floralis Genérica in Buenos Aires © Flickr/ puroticorico

Schon allein der Anblick von Weitem zieht jeden sofort in seinen Bann. Doch der eigentliche Clou der Floralis Genérica ist nicht nur, dass die Sonne sich majestätisch auf der Oberfläche bricht, sondern dass sie sich mit der Sonne bewegt. Am Morgen öffnet sich die Blüte bei den ersten Sonnenstrahlen und schließt sich am Abend wieder.

Auch nachts ist die Skulptur ein ganz besonderer Anblick: Dann wird sie von den verschiedensten Lichtquellen wunderschön illuminiert.

Doch so schön sie auch ist, bei ihrem Bau im Jahr 2002 kam es in ganz Argentinien zu einer riesigen Protestwelle, denn Floralis Genérica kostete eine halbe Million Dollar, was bei einer Stadt und einem Land mit riesigen sozialen Problemen und einer hohen Armutsrate wohl besser angelegt gewesen wäre…

Trotzdem wurde sie dann von einem privaten Investor gebaut und erfreut heute Millionen von Touristen und auch die Proteste haben sich gelegt. Man mag von der Skulptur halten, was man will, als Kunstwerk ist sie auf jeden Fall beeindruckend.

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Autor: Nina

Er galt als die Seele Uruguays und als einer der herausragendsten Schriftsteller der spanisch-sprachigen Literatur. Nun ist Mario Benedetti am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben und ein ganzes Land trauert.

Seine Werke werden die Zeit überdauern und auch in diesem Moment der Trauer erscheinen seine zentralen Motive wie Tod, Liebe und Erinnerung wichtiger denn je. Denn laute Bendetti ist auch das Vergessen voller Erinnerung.

Als Sohn eines italienischstämmigen Ehepaars wird Mario Benedetti 1920 in Uruguay geboren. Mit vier Jahren siedelt er mit seinen Eltern in die Hauptstadt Montevideo um, mit 18 lebt er drei Jahre lang in Buenos Aires und dann ein Jahr in Paris. Sein Leben sollte auch weiterhin von der Reise und vom Exil bestimmt sein: 1973 flüchtet er vor der uruguayischen Militärdiktatur ins Exil, das ihn nach Peru, Argentinien, Kuba und Spanien führt. Die Militärjunta in Uruguay verfolgt ihn, weil er 1971 mit an der Gründung der Linkskoalition Frente Amplio, die sich gegen das Regime einsetzte, beteiligt war. Aber auch seine kritischen Texte brachten ihm viele Freunde und auch mächtige Feinde ein.

Erst 1983 konnte Benedetti nach Uruguay zurückkehren war er von dieser Zeit schwer gezeichnet und fühlte sich bis zum Ende seines Lebens als Exilant.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Romane “La tregua” (”Die Gnadenfrist”, 1960) und “Gracias por el fuego” (”Danke für das Feuer”, 1965), die Gedichte “Viento del exilio” (1982) und das Theaterstück “Pedro y el capitán” (”Pedro und der Hauptmann”, 1979).

So sehr er das Schreiben im Allgemeinen liebte, war seine große Leidenschaft doch immer die Lyrik. “Die Lyrik ist das Genre, in dem ein Schriftsteller am meisten von seinem eigenen Leben preisgibt.”

Bei all dieser Verbundenheit zum Schreiben ist es also kein Wunder, dass sein letzter Wille u.a. enthielt: “Wenn ich beerdigt werde, soll man meinen Kugelschreiber bitte nicht vergessen!”

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Autor: Nina

Musik kann die Welt verändern. Das glaubt ihr nicht? Zumindest kann sie mit viel Engagement und Herzblut gesellschaftliche Strukturen ganz schön aufrütteln. Das bewies einst Simon Rattles Projekt “Rythm is it”. Doch noch viel eindrucksvoller zeigt dies der neue Dokumentarfilm “El Sistema”, der jetzt in unsere Kinos kommt.

1975 lebte die Hälfte aller Einwohner von Venezuelas Hauptstadt Caracas in Slums. 75 % der Bevölkerung war total verarmt. Dies hat im selben Jahr den passionierten Hobby-Musiker José Antonio Abreu dazu veranlasst, ein Projekt namens “El Sistema“, das System, ins Leben zu rufen.

Er bot Kindern aus den Slums kostenlosen Musikunterricht an. Und das schlug ein wie eine Bombe. Nach anfänglichem Zögern folgten etliche Kinder diesem Ruf und begriffen dies als eine Chance dem Teufelskreis der Armut, Drogen und Gewalt zu entfliehen.    [...mehr]


Autor: Nina

Für alle, die eine launige und dabei noch kurze Zusammenfassung über die Geschichte Perus suchen, habe ich heute ein kleines Video.

Es erinnert mich ein wenig an den NRA-Comic aus “Bowling für Columbine”… Nur dreht es sich eben um die Geschichte Perus. Ihr werdet auch einige Sachen wiedererkennen, über die ich euch hier schon berichtet habe: die Inka oder Fujimori.

Ach, und wen es interessiert, hier gibts das Ganze auch nochmal im spanischen Original…



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Autor: Nina

Schon seit längerem ist ganz Lateinamerika im Telenovela-Fieber. Abermillionen Menschen sitzen jeden Abend vor dem Fernseher um bei den Skandalen, Intrigen und Affären ihrer Lieblinge zuzusehen. Und auch zu uns ist das Konzept geschwappt: Telenovelas haben die Daily Soaps abgelöst (zumindest vom Namen her… ;-) ). Ein echter Exportschlager in die ganze Welt.

Über Jahre haben sich Soziologen nun in Brasilien mit dem Phänomen Telenovela auseinandergesetzt und Erstaunliches festgestellt: die Vorabendserien verändern die brasilianische Gesellschaft.

Über 40 Millionen Brasilianer kleben jeden Abend regelrecht vor den Bildschirmen und sogar das Allerheiligste in Brasilien, der Karneval, blieb nicht unangetastet: für manche Folgen einer Telenovela wurden schon mal Paraden verschoben. Und das will in Brasilien was heißen!

Die Wissenschaftler haben seit dem Jahr 1965 den Einfluss der Telenovelas auf die Bevölkerung untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass die Sendungen für einen massiven Geburtenrückgang verantwortlich sind.    [...mehr]


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