» Geschichte

Autor: Nina

Im Südwesten Argentiniens liegt einer der wohl mysteriösesten Ort Patagoniens, die Cueva de las Manos (”die Höhle der Hände”). Hier haben sich Ureinwohner vor fast 9000 Jahren im Fels verewigt.

Inmitten der patagonischen Steppe gelegen, eingebettet in eine Landschaft, die überraschend vielfältig ist, gibt es einen langen Pfad, der an steilen Steinwänden, kleinen Höhlen und Felsvorsprüngen vorbeiführt. Unten, in rund 90 m tiefe, braust der Rio Pinturas an einem vorbei, und neben einem reiht sich eine Zeichnung an die andere.

In rot, weiß, ocker und schwarz wurden 829 Hände auf die Felswände gemalt. Daneben werden auch noch Jagdszenen und andere Motive gezeigt. Es ist wirklich beeindruckend und verleiht einem ein komisches Gefühl wenn man sich überlegt, dass diese Hände von Menschen stammen, die hier vor über 9000 Jahren gelebt haben und dass sie dafür noch so gut sichtbar sind.

Bis heute ist die Bedeutung der Hände unklar, auch warum es, bis auf 36 rechte Handabdrücke, sonst nur linke sind. Sie sehen schon irgendwie bizarr aus und man möchte zwangsläufig in deren Welt abtauchen.

Abbild der Hände © losmejoresdestinos

Das einzige Manko ist wiedereinmal, dass, dank etlichen gedankenlosen Souvenirjägern und Witzbolden, ein Zaun vor den Wänden steht, der die fast sakrale Stimmung etwas trübt.

Die Höhle und Felswände erreicht man am besten per Auto oder man macht eine Wanderung durch den Canyon. Besonders morgens ist dies ein besonderes Erlebnis, Es ist noch nicht so heiß, die Sonne leuchtet die Bilder optimal aus und man kann die wunderschöne Landschaft und einen tollen Ausblick genießen.

Seit 1999 gehört die Cueva de las Manos zum UNESCO Weltkulturerbe.    [...mehr]


Autor: Nina

Jeder hat schon einmal vom Humanisten Wilhelm von Humboldt gehört, doch auch sein Bruder Alexander ist zu großem Ruhm gelangt. Hat Wilhelm sich eher im Bereich der Philosophie und Kultur einen Namen gemacht, so hat sich Alexander den Naturwissenschaften verschrieben. Sein größter und gewagtester Geniestreich war wohl die Erkundung und Vermessung Südamerikas.

Alexander von Humboldt300 Jahre nach Columbus ist Alexander von Humboldt wohl der erste Europäer, der Südamerika friedlich und ohne finanzielle Hintergedanken entdecken will. Dank seinem diplomatischen Geschick gelingt es ihm, von der spanischen Regierung ungeschränkten Zugang zu allen Orten zu erhalten, eine Art Freibirief.

Zusammen mit seinem Gefährten Aimé Bonpland reist Humboldt bepackt mit unzähligen Messinstrumenten fünf Jahre durch Mittel- und Südamerika. Dabei legen die beiden eine Strecke von fast 3000 km zurück. Doch Humboldt wird von einem solchen Wissensdrang getrieben, dass er die größten Wagnisse eingeht nur um das Land zu vermessen und seine Forschungen anzustellen. Dieser Mann wollte niemanden unterwerfen und keine Macht gewinnen. Er wollte die Erde kennenlernen und zwar ganzheitlich und nicht nur ein kleines Teilgebiet. Öffentlich spricht er sich gegen die Sklaverei aus und bezeichnet diese als”größtes Übel der Menschheit”.

In einem kleinen Boot, ein ausgehöhlter Baumstamm mit einer Länge von 13 m und einer Breite von gerademal 1 m, bereisen Bonpland und er zunächst den Orinoco und den Rio Negro in gesellschaft von Schlangen, Moskitos und Krokodilen. In diesem Boot führen sie etliche wissenschaftliche Instrumente und Messgeräte mit sich, besonders die großen behindern die Bewegungsfreiheit. Und zusätzlich nimmt Humboldt noch zu Forschungszwecken Vögel und Affen in Käfigen mit.

So erkunden sie etliche Kilometer Flussweg und finden zum Beispiel heraus, dass es, entgegen der Lehrmeinung, eine Verbindung zwischen Orinoco und Amazonas gibt. Zweimal kentert das Boot und Humboldt, der nicht schwimmen kann, entrinnt nur knapp dem Tod. Zu allem Übel erkrankt Bonpland auch noch an Tropenfieber. Doch die zwei forschen unbeirrt weiter.

Nach einer schier endlosen Tour durch den Urwald geht es nun durch die Anden, wo Berge bestiegen werden, Vulkane erforscht werden und Höhlen vermessen.

Nach fünf Jahren haben sie unzählige wissenschaftliche Daten und Proben gesammelt, bisher unbekannte Landstriche kartographiert, noch unbekannte Kulturen friedlich und auf Distanz erforscht, neue Pflanzen und Tiere entdeckt und Südamerika der westlichen Welt etwas näher gebracht.

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Autor: Nina

Pablo EscobarEiner der bekanntesten und berüchtigsten Ganoven dieser Welt war wohl Pablo Escobar. Der sogenannte Drogenbaron terrorisierte vor allem in den 80er Jahren Kolumbien und häufte durch Drogenhandel, vor allem in die USA, ein Vermögen von 2,7 Milliarden US-Dollar an.

Pablo Escobar, 1949 in den Slums von Rionegro geboren und dort aufgewachsen, stieg in den 70er Jahren in den Drogenhnadel ein und arbeitete sich schnell an dessen Spitze. Zu Spitzenzeiten hatte er einen “Stundenlohn” von circa 1,5 Mio. Dollar.

Seinen Hauptabsatzmarkt fand er in den USA, wo das Kokain so gestreckt wurde, dass er schnell das drei- oder sogar vierfache des ursprünglichen Preises pro Kilo verdiente. Weltweit beherrschte sein von ihm gegründetes Medellín-Kartell rund 80% des Kokainmarktes.

1982 ließ er sich sogar als Abgeordneter in den kolumbianischen Kongress wählen, musste sein Amt dann aber wegen öffentlichen Drogenhandelsvorwürfen niederlegen. Aber aufgrund seiner Verbindungen und des Geldes übte er weiterhin eine große Macht auf die Politik aus. Er bestach Politiker und zog im Hintergrund die Fäden zu seinen Gunsten.

Als er mit 11kg Kokain in der Tasche verhaftet wurde, kam der ihn belastende Polizist auf bisher ungeklärte Umstände ums Leben und die Anklage wurde fallen gelassen, da auch die Richter Morddrohungen erhielten.

Ende der 80er versuchte die Regierung gegen ihn vorzugehen. Daraufhin überzog er die Hauptstadt Bogotá mit Bombenterror und setzte ein Kopfgeld auf jeden getöteten Polizisten aus. Er ließ zahlreich Angehörige von Politikern und Richtern entführen und ermordete einige von ihnen.

Escobars Grab in Medellín © worldwidewanderingNach Friedensverhnadlungen 1991 erklärte Escobar sich bereit sich der Polizei zu stellen und ging in ein eigens für ihn erbautes Luxusgefängnis, in dem er aber weiter seine Kumpane empfing und sogar Drogenhändler ermordete. Als die Polizei dies erfuhr, sollte er verlegt werden. Daraufhin floh er und wurde ab da weltweit gesucht.

1993 wurde von der Polizei bei einer Verfolgungsjagd erschossen.

Pablo Escobar war der meistgesuchteste Verbrecher seiner Zeit und hatte sich den Titel Drogenbarin redlich verdient. Zahlreiche Morde gingen auf seine Kappe. Und doch war er stets bei der armen Bevölkerung beliebt, da er unzählige Krankenhäuser, Sozialwohnungen und Schulen in Medellín bauen ließ. Das ortsansässige Fußballstadion ist zum Beispiel mit seinem schmutzigen Geld erbaut.    [...mehr]


Autor: Nina

Maya Pyramide im Nebel © flickr / soyignatiusDie Hochkultur der Maya brachte eine Reihe beeindruckender Bauwerke hervor. Am bekanntesten davon sind wohl die riesigen Tempel und Pyramiden.

Während der Rest der Bevölkerung in Lehmhütten wohnte, waren die Gebäude aus Stein nur den Reichen, also Adeligen vorbehalten. Diese hatten prächtig verzierte Dachsimse und die Fassaden waren mit Tiermotive und Masken dekoriert. Etwas später bekamen besonders die Pyramiden eine weitere Funktion. Auf ihren Spitzen befand sich eine Plattform, auf der die Opferzeremonien abgehalten wurden.

Am erstaunlichsten ist wohl, neben der gelungenen Statik, dass die Maya ihre Bauwerke ohne Zuhilfenahme von Lasttieren oder des Rades (das ihnen wohl bekannt war) erschufen. Das Material wurde allein von Menschehand, meist von Sklaven, herbeigeholt und an seinen Platz gebracht!

Teil Tempelanlage © flickr / jimg944Die Rituale und das gesellschaftliche Leben der Maya waren sehr von den wiederkehrenden Zyklen der Natur abhängig. Diese hielten sie in numerischen Kalendern fest, die von den Priestern interpretiert wurden. Sie hatte vier verschiedene Kalendersysteme, die auch teilweise miteinander kombiniert wurden. Einer davon richtete sich nach der Sonnen und bestand aus 365 (!) Tagen mit 18 Monaten zu je 20 Tagen, zu denen noch zusätzlich fünf Unglückstage kamen. Die Berechnung der astronomischen Daten hierbei ist erstaunlich.

Ach ja, die Maya haben laut ihren Kalendern den Untergang der Welt durch eine riesige Überschwemmung auf den 21. Dezember 2012 datiert… :-)

Nichtsdestotrotz waren die Maya eine faszinierende Hochkultur, die uns heute noch in ihren Bann zieht. In diesen vier kurzen Beiträgen kann man ihnen kaum vollkommen gerecht werden. Aber ich hoffe ich konnte eure Neugier ein wenig anstacheln.

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Autor: Nina

Maya © flickr / soyignatius Die Maya waren in einzelnen Stadtstaaten organisiert, wobei die Herrschaftsformen regional variierten. Einige Städte wurden von einem König regiert, den meisten aber standen Adelsfamilien vor.

An manchen Orten dominierte eine Familie, anderswo teilten sich mehrere Adelige die Ämter. Letztere Organisationsform erinnert an die Polis im alten Griechenland.

In den unteren Schichten hatten sich teilweise sogar demokratische Formen gebildet, wie die Wahl eines Vertreters für die unteren Stände.

Das Kriegswesen spielte bei der Politik eine tragende Rolle. Hierbei ging es meist weniger darum das Gebiet zu vergrößern, als die Regierung des Feindes durch untergeordnete Könige oder Adelige zu ersetzen. Die neue Stadt wurde also nicht dauerhaft erobert, sondern nur durch “untergebene Könige” von der eigenen abhängig gemacht. Dieses System war logischerweise sehr brüchig und bot sehr schnell Gründe für neue Kriege.

Maya Pyramide © flickr / kyle simourdEin weiterer wichtiger Punkt bei den Kriegen der Maya war aber das Prestige, das Teilnehmende sich verdienen konnten.

Am bedeutendsten aber waren wohl die Kriegsgefangenen, die den Göttern als Menschenopfer dargebracht wurden. Ob dieses religiöse Ziel vielleicht sogar der alleinige Hauptgrund für die Auseinandersetzungen war, ist noch nicht vollständig bewiesen.

Die Politik in den einzelnen Stadtstaaten der Maya war also sehr vielfältig und für die damalige Zeit sehr fortschrittlich. Der Handel zwischen den Städten blüte und wurde trotz oder gerade wegen des Systems des “Unterkönigs” konstant ausgebaut.

…Fortsetzung siehe Teil 4…    [...mehr]


Autor: Nina

Maya © flickr / soyignatiusDie Welt bestand im Glauben der Maya aus drei nebeneinander existierenden Ebenen: der neunschichtigen Unterwelt, der von den Menschen bewohnten Mitte und der himmlischen Welt. Diese drei werden von dem Weltenbaum, als Symbol für die reale und die übernatürliche Welt, miteinander verbunden.

Der Glauben der Maya war polytheistisch, d.h. sie hatten mehrere Götter, denen verschiedene Aufgaben und Eigenschaften zugeordnet wurden. Die Götter waren für sie sterbliche Wesen, die sich zum Beispiel von Geruch oder aber auch von Blut ernährten. Die Menschen mussten also zugleich das Überleben der Götter sichern, so wie die Götter ihres sicherten.

Wofür die Religion der Maya wohl am berühmtesten ist, sind die für uns grausam anmutenden Opferriten, die tatsächlich stattfanden. Bei Tieropfern wurden vor allem Truthähne, Hühner, Hunde oder die für die Maya heiligen Jaguare genommen.

Maya Pyramide © flickr / malias

Es fanden aber auch Menschenopfer statt. Das Ritual wurde auf vielfältige Art und Weise durchgeführt, durch Köpfen, Erhängen, Vergiften, Ertränken bis hin zu lebendig begraben. Das bei lebendigem Leibe Aufschlitzen und das anschließende Herausreißen des Herzens war die wohl grausamste Methode. Geopfert wurden Leute aus allen Schichten, auch der Oberschicht, aber vor allem Kriegsgefangene. Es gab auch sogenannte “Selbstopfer” bei denen sich die Menschen selbst Schmerz hinzufügten um Blut als Nahrung für die Götter zu gewinnen. Sie zogen sich Dornenketten durch Zunge oder Lippe oder stachen ihren Penis mit einem Seeigelstachel an.
Jede Zeremonie, ob Kalenderfeier oder Krönung, wurde durch Opfer gefeiert.

Die Opferriten waren ein wichtiger Bestandteil des Glaubens der Maya. Man sollte aber trotzdem ihre Hochkultur nicht darauf reduzieren.

…Fortsetzung siehe Teil 3 (kommt in wenigen Tagen)…    [...mehr]


Autor: Nina

Maya © flickr / soyignatiusNeben den Sehenswürdigkeiten in Mexico, zählt die Geschichte Mexikos für viele Touristen ans Anziehungspunkt Nummer 1. Die einstige Hochkultur der Maya fasziniert noch heute viele Menschen. Doch was steckt hinter diesem geheimnisvollen Volk? Und warum erscheint es uns so mysteriös? Es kursieren viele Mythen über die Maya.

In Wahrheit gibt es nicht die eine Mayakultur. Sie bestanden und bestehen heute noch aus mehreren Völkern, die durch eine ähnliche Sprache und Schrift und durch die selbe Religion verbunden werden. Unter anderem auf Grund der geographischen Lage unterscheidet man in Tiefland- - in Yucatàn, Belize und im Petén (ein Departamento von Guatemala) - und in Hochlandmaya - in Guatemala und in Chiapas (ein Bundesstaat von Mexiko).

Ab ca. 3000 v. Chr. kommt es zu ersten kleineren Siedlungen und Dörfern in Teilen von Belize. Von hieraus nimmt man an, dass ein Teil der damaligen Bevölkerung langsam nach Norden gewandert ist und so eine Aufspaltung der Stämme stattfand.
Es bilden sich Stadtstaaten heraus, die dann langsam ab ca. 900 v. Chr. anfangen miteinander Handel zu treiben. In dieser Zeit entstehen auch die ersten größeren Tempelbauten, wie in der Stadt El Mirador mit einer der größten bekannten Mayapyramiden (72 m hoch).

Maya Tempel © flickr / jimg944Ab ungefähr 400 v. Chr. bilden sich mehr und mehr große Mayazentren heraus, die jeweils von einem König angeführt werden. Von 600 bis 900 n. Chr. ist die Blütezeit der einstigen Hochkultur. Es gibt riesige Handelszentren mit mehr als 10.000 Einwohnern und durch Kriege, die in der Gesellschaft der Maya sehr wichtig waren, können einige ihr Ansehen noch vergrößern.

Doch dann kommt es zum langsamen Zusammenbruch der Kultur. Wie genau er herbeigeführt wurde, ob durch Kriege, Epedemien, Katastrophen oder Dürre, streiten sich die Forscher noch.

1511 landeten die ersten Spanier in Yucatàn und die Maya gerieten nach und nach unter spanische Herrschaft. Teilweise sehr grausame Versuche sie ganz zu christianisieren und zu unterjochen schlugen weitestgehend fehl, da den Spaniern Dürren und Seuchen zuvorkamen.

Heute leben insgesamt noch ca. sechs Millionen Nachfahren der Maya. 10% der Bevölkerung in Belize und 40 % in Guatemala sind Maya.

…Fortsetzung siehe Teil 2…    [...mehr]


Autor: Nina

Allende Emblem

“Scheiße nochmal- Allende gibt nicht auf!” Dies waren die angeblich letzten Worte eines der bekanntesten Politiker Südamerikas, Salvador Allende. Mit seinem tragischen Tod starb auch der Traum von einem demokratischen und gerechten Chile. Er war eine Gallionsfigur des Sozialismus und deshalb weltweit verehrt oder gehasst.

Salvador Allende Gossens, geboren 1908 in Valparaiso, Chile, engagierte sich schon während seines Medizinstudiums politisch. Mit der 1969 gegründeten sozialistischen Partei “Unidad Popular” gewann er 1970 die Präsidentschaftswahlen und wurde zum neuen Staatsoberhaupt Chiles.

AllendeEine breite Bevölkerungsschicht stand hinter ihm und seiner gemäßigten sozialistischen Koalition, da er keine sozialistische Diktatur oder dergleichen errichten, sondern in Chile mehr Chancengleichheit schaffen wollte. Die Löhne wurden um bis zu 60% erhöht und die Mietpreise eingefroren. Er konnte die Kindersterblichkeitsrate senken, indem er Schulbildung und Gesundheitswesen kostenlos machte. Zusätzlich bekam jedes Kind ein Paar Schuhe und jeden Tag einen Liter Milch umsonst. Alle Betriebe, Großunternehmen und Banken wurden verstaatlicht. Aufgrund des von den USA weltweit durchgesetzten Handelsembargos stieg die Inflationsrate auf 600% und Chile befand sich in einer schweren Wirtschaftskrise.

Die Proteste im Land wurden immer lauter. Großbetriebe wurden enteignet oder bestreikt. Die Unternehmer drängten daraufhin das Militär zum Handeln.

Allende2Am 11. September 1973 kam es dann zum Militärputsch, angeführt von General Augusto Pinochet, der Allende nach außen hin bis zum Schluss seine Unterstützung versichert hatte. Die Luftwaffe begann den Präsidentenpalast zu bombadieren, in dem sich Allende mit einigen Anhängern und Familienmitgliedern verschanzt hatte. Pinochet forderte von ihm seinen Rücktritt und dafür dürfe er mit seiner Familie das Land verlassen. Doch Salvador Allende weigerte sich. Nachdem er die Freilassung seiner Familie durchgesetzt hatte, nahm er sich selbst das Leben.

Was auf ihn folgte war dann die Militärdiktatur Pinochets, von der man immer noch nicht die genaue Anzahl an Mord- und Folteropfern kennt (Schätzungen rechnen mit bis zu 50.000).

Allende und Chile mussten den Traum von einem gerechten eigenen politischen Weg, unabhängig von Amerika, teuer bezahlen.    [...mehr]


Autor: Nina

Îles du Salut Hafen

Vierzehn Kilometer von der Küste Französisch-Guayanas entfernt, östlich von dem Space Center Kourou, befindet sich die Inselgruppe der Îles du Salut. Eingebettet in ein kobaltblaues Meer liegen die drei Inseln Île Royale, Île Saint-Joseph und die Île du Diable (die Teufelsinsel). Die Îles du Salut (dt. Inseln des Heils) verdanken ihren Namen einer Expedition von Nonnen, die sich von einer in Cayenne wütenden Gelbsuchtepedemie auf die Inseln retteten und alle überlebten.

Îles du Salut KüsteBricht sich das Meer nicht an den steilen Felsküsten, so wird ein weißer Sandstrand von Palmen gesäumt. Gleich dahinter beginnt der Dschungel, der sich die steilen Hänge hochzieht. Folgt man einem kleinen Weg aus Kieselsteinen umfängt einen ein subtropisches Klima und es wird einem schnell bewusst warum Besucher dieses vermeintliche Touristenparadies nur langsam für sich entdecken.

Vor einem erstreckt sich ein weites Areal aus Baracken und Hütten, Teilen von ehemaligen Gefängniskomplexen. Die Îles du Salut waren nämlich von 1854 bis 1946 die offizielle Strafkolonie von Frankreich. Ein Land wie Frankreich, das sich gerne Werte wie “Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit” auf die Fahne schreibt, hat über neunzig Jahre lang Sträflinge unter Bedingungen, die sibirischen Arbeitslagern gleichen, hausen lassen.

Französisch-Guayana war zu dieser Zeit ein Land mit mörderischem Klima und so fieberverseucht, dass kein französischer Bürger freiwillig in dieser Kolonie leben wollte. Deshalb wurde es kurzerhand in eine Strafkolonie umgewandelt.

Hier zu einer Strafe verurteilt zu werden, glich beinahe einem Todesurteil. Die Hälfte aller “Neuankömmlinge” starb bereits im ersten Jahr an Fieber, Gelbsucht, Ruhr oder Bandwürmern. Die anderen Überlebenden mussten in sengender Hitze täglich elf Stunden arbeiten. In allen Zellblöcken herrschte absolute Schweigepflicht und die Tatsache, dass die Wächter sogar Filzschuhe trugen, verstärkte diese gespenstische Stille noch. Die Zellentüren enthielten Klappen durch die Wasser und Brot gereicht wurde und die sich sonst nur für die tägliche Zwangsarbeit öffneten.

Die Îles Royale diente als Zentrum des Straflagers. Hier befanden sich die meisten “normalen” Gefangenen und der größte Gebäudekomple.

Auf die Île Saint-Joseph hingegen brachte man diejenigen die sich in der Kolonie eine Strafe eingehandelt hatten. Es gab dort Zellen für Einzelhaft, die kein Dach hatten, so dass der Gefangene permanent der unbarmherzigen tropischen Sonne ausgesetzt war. Viele verfielen dem Wahnsinn. Diese wurden in einen Extratrakt gebracht, dass man ihre Schreie nicht hörte. Auf Saint-Joseph befindet sich auch heute noch der Friedhof für die Wärter, Bediensteten und deren Familien. Die Sträflinge brauchten keinen Friedhof. Sie wurden einfach in Säcke eingenäht und den Haien zum Fraß vorgeworfen.

Die Île du Diable war den politischen Gefangenen vorbehalten. Hier hat auch Dreyfus seine letzten Jahre verbracht.

Durch den Kinoerfolg “Papillon” mit Steve McQueen gelangten die Îles du Salut und dieser dunkle Teil ihrer Geschichte schließlich weltweit zu makaberer Berühmtheit.

Man kann den Inseln nur wünschen, dass mehr und mehr Menschen sich trotz oder gerade wegen dieses Themas für diesen nun wunderschönen Ort interessieren.    [...mehr]


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