Carlos Gardel - Legende des Tangogesangs

Autor: Nina

Wohl kein Tangosänger hat solch eine große Berühmtheit erreicht, wie Carlos Gardel. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war er einer des wenigen südamerikanischen Weltstars und, als er so plötzlich starb, löste er bei seinen Fans eine Massenhysterie aus, die man mit der Auflösung der Beatles oder von Take That vergleichen kann.

Carlos Gardel wurde als Charles Romuald Gardès am 11. Dezember 1890 in Toulouse in Frankreich geboren. Im Alter von drei Jahren wanderte er mit seiner Mutter nach Argentinien aus und lebt von nun an in Buenos Aires. Schon als kleiner Junge liebt er es durch die Gassen der Stadt zu streifen. Hier fällt er schon früh durch seine schöne Stimme auf und hat ein paar Auftritte.

1902 hört ihn aus Zufall der berühmte italienischen Opernstar Titta Ruffo und sorgt dafür, dass er seine Stimme ordentlich ausbilden kann. Vier Jahre später verlässt er die Schule völlig um sich nur noch aufs Singen konzentrieren zu können. Seinen Lebensunterhalt kann er gerade so durch zahlreiche Auftritte in Bars und Cafés in der näheren Umgebung finanzieren.

Im Jahr 1912 beginnt er seine französische Herkunft zu leugnen, nennt sich von nun an nur noch Carlos Gardel und behauptet er komme aus Uruguay. Daher rankten sich um seinen Geburtsort auch Jahrelang einige Geheimnisse…

Noch im selben Jahr nimmt Carlos Gardel an einem Tango-Duell teil, bei dem es am Ende keinen Sieger geben wird. Sein Konkurrent José Razzano wird spontan zu seinem Duettpartner und das Duo Gardel-Razzano wird Jahre lang gemeinsam Musik machen. Sie machen Tourneen durch ganz Argentinien, aber auch durch Uruguay, Brasilien und Chile.

An seinem Geburtstag im Jahr 1915 wird er in einem Club durch einen Lungensteckschuss schwer verwundet und kommt gerade noch so mit dem Leben davon. Doch bis zu seinem Lebensende leidet er an der Verwundung.

Danach trennt er sich von Razzano und spezialisiert sich vor allem auf den Tango. Zusammen mit seinem Wegegefährten, dem Dichter Alfredo Le Pera, schreibt und komponiert er unzählige berühmte Musikstücke, vor allem Tango, aber auch folkloristische Stücke und sogar welche auf englisch und französisch. Carlos Gardel steigt zu einem der größten Sänger Südamerikas auf, jeder kennt ihn. Unzählige Touren führen ihn durch Lateinamerika und ab 1925 sogar nach Europa, wo er ebenfalls frenetisch gefeiert wird.

Nach der Erfindung des Tonfilms spielt er sogar in einigen Musikfilmen Hollywoods mit.

Doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere stirbt er plötzlich zusammen mit seinem Freund Le Pera und anderen Kollegen als zwei Flugzeuge auf der Rollbahn des Flughafens von Medellín in Kolumbien zusammenstoßen. Ein Schock geht um die Welt und er wird so, wie es ja häufiger geht, noch berühmter. Seine Fans trauern wochenlang und einige begehen sogar Selbstmord.

Heute ist Carlos Gardel einer der Nationalhelden Argentiniens und wird wohl ewig in seinen gefühlvollen und dramatischen Lieder weiterleben.

Ein paar seiner Songzeilen sind in Südamerika zu geflügelten Worten geworden, wie zum Beispiel aus seinem berühmten Song “Volver” (siehe Video): “Veinte años no es nada (Zwanzig Jahre sind ein Nichts)”.




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