Capoeira
Südamerika ist nicht gerade für seine Kampfkunst bekannt. Zu unrecht… Der brasilianische Capoeira erfreut sich mehr und mehr auch in unseren Breitengraden großer Beliebtheit.
Wohl keine andere Kampfkunst vereint Kampfsport so dynamisch mit Akrobatik, Musik und Tanz, Kreativität und Improvisation, Rythmus und Reaktionsfähigkeit wie der Capoeira.
Er wurde im 18. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven, die nach Brasilien verschleppt wurden, entwickelt. Da ihnen die Ausübung jeglichen Kampfsports verboten war, tarnten sie die Kämpfe durch Musik und Tanz. Die Rythmen dienten den Sklaven zusätzlich dazu sich gegenseitig unbemerkt vor herannahenden Kolonialherren zu warnen.
Der Capoeira setzt sich aus drei wichtigen Komponenten zusammen: dem Kampf, der Musik und der sogenannten Roda. Jeder Capoeira findet in der Roda statt, einem Kreis aus Capoeiristas und Musikern, die die jeweils zwei Kämpfenden umringen und anfeuern. Die zahlreichen akrobatischen Bewegungen, eingesprungenen und gedrehten Tritte werden von immer wiederkehrenden und schneller werdenden Rythmen begleitet und versetzen die Kämpfer in eine tänzerische Ekstase.
Heute ist der Kampf bei den Capoeiristas wohl eher ein “Spiel” , da sich die Kämpfenden nach Möglichkeit nicht berühren und durch gezielte und überraschende Manöver den Gegner zu überlisten versuchen. Es geht eher um einen ausdrucksstarken Dialog der beiden.
Zuschauern bietet der Capoeira ein beindruckendes akrobatischer Schauspiel, von dessen Rythmen und Feuer man sich gern anstecken lässt.

