Belo Monte Staudamm - Geplantes Großprojekt steht in scharfer Kritik

Autor: Nina

Ein Projekt, das eigentlich der Umwelt zu Gute kommen sollte, wird jetzt unter anderen ausgerechnet von Umweltschützern kritisiert. Zwar würde der geplante Staudamm ca. 11.000 Megawatt Leistung durch regenerative Energie erbringen, doch müssten für den Bau große Teile des Regenwaldes gerodet werden und mehrere Tausend Ureinwohner zwangsumgesiedelt werden.

Inmitten des brasilianischen Amazonasgebietes Mato Grosso, sollen die Arbeiten an dem Belo Monte Staudamm diesen April beginnen und bereits 2015 soll der erste Strom fließen. Dabei ist das Großprojekt schon seit Anfang der 70er Jahre geplant. Damals noch in weit aus größerem Ausmaße, haben sich die Verantwortlichen jetzt auf eine kleinere Version geeinigt. Der geplante Stausee wäre in etwa so groß wie der Bodensee, jedoch müssten für den Bau geschätzte 238 Hektar Regenwald gerodet und ca. 20.000 Menschen umgesiedelt werden. Unter den Betroffenden handelt es sich hauptsächlich um Ureinwohner.

Stammeshäuptling geht im Protest gegen den Belo Monte Staudamm an die Öffentlichkeit

Der Häuptling des betroffenen Kayapó-Stammes, Raoni versucht derzeit alles Mögliche um den Bau aufzuhalten. Nicht nur trug er einen großen Teil dazu bei, dass bereits 600.000 Unterschriften für eine Petition gesammelt wurden, er macht auch immer wieder in Videos, die auf Youtube kursieren, auf sich und die Lage am Xingu-Fluß aufmerksam. In einem der Videos sagt er wörtlich: „Solange ich lebe, werde ich stark sein und bis zum Ende kämpfen“ und macht damit unmissverständlich deutlich, dass er und sein Volk nicht bereit sind ihren Lebensraum zu verlassen.

Trotz einer veranschlagten Entschädigung von 570 Mio Euro für die Ureinwohner des Amazonas, wird es der Regierung Brasiliens unter Präsidentin Dilma Rousseff nicht leicht gemacht. Mittlerweile stehen schon mehrere Nichtregierungsorganisation, wie der Xingo-Vivo hinter den indigenen Bevölkerungsgruppen im Amazonas.

Auch zahlreiche Prominente machen sich für die Ureinvölkern stark und protestieren gegen das Projekt. Unter ihnen z.B der kanadische Regisseur James Cameron und der britische Popsänger Sting.

Belo Monte wäre einer der größten Staudämme der Welt

Nach dem Itaipo-Stausee mit 14.000 Megawatt und dem chinesischen Drei-Schluchten-Stausee mit 18.000 Megawatt, wäre der Belo Monte Stausee der drittgrößte der Welt. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf ganze 11 Mrd. US-Dollar. Jedoch könnten damit immerhin auch 11% des brasilianischen Energiebedarfs abgedeckt werden.

Die regenerative Energie, die man durch den Staudamm gewinnen könnte, wäre mit Sicherheit eine gute und saubere Alternative zur immer noch bedeutendsten Energiequelle dem Erdöl. Der umweltfreundliche Aspekt wird jedoch durch die erforderliche Regenwald Rodung geschmälert.




verwandte Beiträge

Pingback & Trackback
Deine Meinung:

  Name [*]

  Email [*]

  Website

Kommentar schreiben: