Argentinien - Wiege des Tango

Autor: Nina

Noch heute ist der Tango Ausdruck von getanzter Leidenschaft. Er vermittelt Sehnsucht, Melancholie, Erotik und einen Hauch von Veruchtheit. Er ist ein gesellschaftsfähiger Standardtanz, doch die Wurzeln des Tangos liegen im kriminellen und armen Milieu. ango bedeutete Auflehnen gegen die Oberschicht im Argentinien Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die soziale Situation in Argentinien war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts alles andere als leicht. Besonders am Rio de la Plata im Großraum Buenos Aires und Montevideo trafen eine Vielzahl von unterschiedlichen Kulturen und Völkern aufeinander.

Augrund der wirtschaftlichen Not in ihren eigenen Ländern und durch ein groß angelegtes Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung, kamen die Einwander aus Europa in Scharen (in den Jahren von 1880 bis 1930 über 6 Mio.), vor allem aus Italien und Spanien, aber auch einige Deutsche und Polen, unter ihnen viele Juden.

Zu diesem Clash der Kulturen kamen noch die schwarzen Sklaven aus Afrika und natürlich die Einheimischen, besonders Gauchos und Landarbeiter, die im Hinterland keine Arbeit mehr fanden.

So platzten die Städte aus allen Nähten und Armut und Kriminalität wuchsen. All diese Völker versuchten nun einen gemeinsamen Ausdruck zu finden, vor allem weil sie einige ihrer alten Tänze oder Rituale offiziell nicht mehr praktizieren durften. Die Afrikaner und Kreolen brachten ihre Rythmen und Tänze die Candombe mit ein, die Lateinamerikaner Formen wie die Habanera aus Kuba und Deutsche und Polen Volkstänze wie die Polka und die Mazurka. All diese Formen gemischt mit südamerikanischen Klängen ergab eine völlig neue Form von Musik und Bewegung. Der Tango war geboren.

Diese Ursprungsform ist heute noch, etwas abgewandelt, als Tango Argentino bekannt.

Die Oberschicht sah den Tango gar nicht gerne, denn er galt als unsittlich und wurde vor allem in Bordellen und Bars und Kneipen der Arbeiterklasse getanzt. Doch wie es immer so läuft, in Europa, und besonders in Paris, fand der anrüchige neue Tanz schnell gefallen. Und da Paris damals als Non plus ultra in der Schickeria galt, wurde der Tango auch in Argentinien salonfähig.

So wurde er auch in anderen weiten Teile Südamerikas beliebt.

Ihr sehr also der Tango hat eigentlich wenig mit dem spießigen Gesellschaftstanz von heute zu tun. Aber das verruchte Image wird er hoffentlich und trotz allem nie los werden…

Auf Seiten wie beispielsweise tango-argentinien.com gibt es mehr Infos…




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