Amantani: Insel im Titicaca-See
Lange Zeit galt Amantani, die kleine Insel im peruanischen Teil des Titicaca-Sees, als eine der letzten Orte, an denen die moderne Zivilisation mit ihrem Stress, dem Zeitdruck und dem Massenkonsum noch nicht vorzufinden war. Doch durch die steigende Anzahl der Touristen, welche die Insel besuchen, kommt es auch hier zu einem langsamen Wandel.
Autos sucht man auf Amantani vergebens. Auch Hotels und größere Gebäude sind hier nicht zu finden. Die Insel hat ungefähr 3.500 Einwohner auf einer Fläche von fünfzehn Quadratkilometern und ist somit nicht größer als ein durchschnittliches, europäisches Dorf. Sie liegt im Titicaca-See, zwischen Peru und Bolivien. Als Tourist wird man auf der Insel bei den Bewohnern untergebracht und hat so die Möglichkeit, das Leben der Einheimischen hautnah zu erleben. Eine Seltenheit in Zeiten der All-Inclusive Hotelreisen, bei denen die Touristen nur selten den Hotelpool verlassen, um das Land und die Lebensart der Menschen mitzuerleben.
Auch Amantani unterliegt einem langsamen Wandel
Die Sprache der Insel ist das Quechua, wobei immer häufiger auch die spanische Sprache anzutreffen ist. Mittlerweile wird das Spanische an den Schulen unterrichtet und von den meisten, jüngeren Bewohnern von Amantani gesprochen. Heute gibt es Strom auf der Insel, auch Telefone werden nun genutzt und ganz so abgeschieden wie noch vor einigen Jahren ist die Insel längst nicht mehr. Von einer westlichen Zivilisation kann man hier allerdings, glücklicherweise, immer noch nicht sprechen. Gehört die Insel doch zu den letzten Zufluchtsorten von Menschen, die dem Alltagsstress entfliehen und die Natur hautnah erleben möchten.
Besonders interessant sind die Ruinen, die noch aus Zeiten der Maya zurückgeblieben und auf den beiden Gipfeln „Pachatata“ und „Pachamama“ vorzufinden sind. Nach einer anstrengenden Wanderung zu den Ruinen, bei der man an den beeindruckenden Steinterrassen an den Hängen der Insel vorbeizieht, hat man einen atemberaubenden Blick auf den Titicaca-See und die Inseln der Umgebung.
Die ursprüngliche Lebensform der Bewohner
Auf der Insel leben die meisten Bewohner vom Fischfang und dem Textilhandwerk. Dabei sind die ursprünglichen Formen des Zusammenlebens aus der Inka-Zeit erhalten geblieben. Steuern im europäischen Sinne werden nicht gezahlt, vielmehr wird die Arbeit auf alle Bewohner aufgeteilt und man hilft sich gegenseitig. So kann die Insel mit ihrem Hafen, den Steinterrassen und den Feldern instand gehalten werden.
Als Besucher der Stadt erhält man die Möglichkeit die ursprüngliche Lebensform hautnah kennenzulernen und so mehr über die Kultur der Bewohner zu erfahren. Man hat Zugang zu typischen Volksfesten und Tänzen. Selbst wenn die Globalisierung und Modernisierung auch hier langsam zu spüren ist, gehört die Insel weiterhin zu den interessantesten Reisezielen für Menschen, die nach Ruhe und einem Ort ohne Handy- und E-Mail-Empfang suchen.


