Àlvaro Uribe Vélez - Umstrittener Präsident Kolumbiens
Àlvaro Uribe Vélez ist seit August 2002 der amtierende Präsident Kolumbiens. Seine Politik ist weltweit umstritten, wohl auch aufgrund seines Umgangs mit dem Militär und den Guerillagruppen der FARC oder dem Drogenhandel.
Uribe, geboren 1952 in der Kokainhochburg Medellín, hat Rechts- und Politikwissenschaften in Antioquia, Harvard und Oxford studiert. 1976 wurde er Schatzmeister der öffentlichen Betriebe seiner Geburts- und Heimatstadt. In den Jahren ‘77 und ‘78 war er Generalsekretär im kolumbianischen Arbeitsministerium. 1982 wurde er dann zum Bürdermeister von Medellín gewählt und 1995 zum Gouverneur des Départements Antioquia.
Laut Uribe selbst wurde sein Vater 1983 von FARC-Rebellen bei einem Entführungsversuch ermordet. Doch nach einem Bericht der U.S. Defense Intelligence Agency (DIA) sind seine Verbindungen zum Drogenhandel der wahre Grund. Uribe selbst steht auf einer Liste der wichtigsten Drogenhändler Kolumbiens von1991 auf Platz 82. Er soll auch für das Medellìn-Kartell Pablo Escobars, der größte Kokain-Exporteur in den 80er und 90er Jahren weltweit, gearbeitet haben und wurde sogar als “enger persönlicher Freund” des Drogenbarons Escobar bezeichnet.
Wenn man dies weiß, wirken seine Versuche den Drogenhandel und den illegalen Kokaanbau während seiner ersten Amtszeit 2002 bis 2006 offiziell einzudemmen einfach nur scheinheilig.
Ebenso umstritten wie seine Drogenpolitik ist seine Einstellung zum Militär. Während sein Vorgänger Andrés Pastrana Arango versuchte einen Waffenstillstand mit den Guerillagruppen der FARC (ein Beitrag dazu wird folgen) zu erreichen, gilt Uribe als Hardliner im Kampf gegen sie. Er baut auf eine verstärkte Miltärpräsenz.
Trotz allem scheint die breite Öffentlichkeit hinter ihm zu stehen. Doch langsam werden mehr und mehr Proteste laut. Seine Politik wird mit der Bushs verglichen. Spätestens seitdem Journalisten, die in seinem näherern Umfeld recherchieren oder öffentlich Kritik üben, Morddrohungen erhalten und das Land verlassen müssen.
Seine zweite Amtszeit, die er übrigens durch eine Verfassungsänderung erreicht hat, geht noch bis 2010. Man darf gespannt sein! Besonders wie er die Probleme mit den FARC-Rebellen weiterhin zu lösen versucht…

