Alexander von Humboldt, oder: Wir vermessen Südamerika

Autor: Nina

Jeder hat schon einmal vom Humanisten Wilhelm von Humboldt gehört, doch auch sein Bruder Alexander ist zu großem Ruhm gelangt. Hat Wilhelm sich eher im Bereich der Philosophie und Kultur einen Namen gemacht, so hat sich Alexander den Naturwissenschaften verschrieben. Sein größter und gewagtester Geniestreich war wohl die Erkundung und Vermessung Südamerikas.

Alexander von Humboldt300 Jahre nach Columbus ist Alexander von Humboldt wohl der erste Europäer, der Südamerika friedlich und ohne finanzielle Hintergedanken entdecken will. Dank seinem diplomatischen Geschick gelingt es ihm, von der spanischen Regierung ungeschränkten Zugang zu allen Orten zu erhalten, eine Art Freibirief.

Zusammen mit seinem Gefährten Aimé Bonpland reist Humboldt bepackt mit unzähligen Messinstrumenten fünf Jahre durch Mittel- und Südamerika. Dabei legen die beiden eine Strecke von fast 3000 km zurück. Doch Humboldt wird von einem solchen Wissensdrang getrieben, dass er die größten Wagnisse eingeht nur um das Land zu vermessen und seine Forschungen anzustellen. Dieser Mann wollte niemanden unterwerfen und keine Macht gewinnen. Er wollte die Erde kennenlernen und zwar ganzheitlich und nicht nur ein kleines Teilgebiet. Öffentlich spricht er sich gegen die Sklaverei aus und bezeichnet diese als”größtes Übel der Menschheit”.

In einem kleinen Boot, ein ausgehöhlter Baumstamm mit einer Länge von 13 m und einer Breite von gerademal 1 m, bereisen Bonpland und er zunächst den Orinoco und den Rio Negro in gesellschaft von Schlangen, Moskitos und Krokodilen. In diesem Boot führen sie etliche wissenschaftliche Instrumente und Messgeräte mit sich, besonders die großen behindern die Bewegungsfreiheit. Und zusätzlich nimmt Humboldt noch zu Forschungszwecken Vögel und Affen in Käfigen mit.

So erkunden sie etliche Kilometer Flussweg und finden zum Beispiel heraus, dass es, entgegen der Lehrmeinung, eine Verbindung zwischen Orinoco und Amazonas gibt. Zweimal kentert das Boot und Humboldt, der nicht schwimmen kann, entrinnt nur knapp dem Tod. Zu allem Übel erkrankt Bonpland auch noch an Tropenfieber. Doch die zwei forschen unbeirrt weiter.

Nach einer schier endlosen Tour durch den Urwald geht es nun durch die Anden, wo Berge bestiegen werden, Vulkane erforscht werden und Höhlen vermessen.

Nach fünf Jahren haben sie unzählige wissenschaftliche Daten und Proben gesammelt, bisher unbekannte Landstriche kartographiert, noch unbekannte Kulturen friedlich und auf Distanz erforscht, neue Pflanzen und Tiere entdeckt und Südamerika der westlichen Welt etwas näher gebracht.




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