Die momentanen Berichte aus den Anden und aus dem Amazonasbecken sind meist keine erfreulichen. Kein Tag vergeht, an dem nicht eine Schreckensnachricht über die Abholzung des Regenwalds, das mögliche Aussterben einer Tier- oder Pflanzenart oder die Vertreibung eines Volkes aufgrund von Raubbau ins Haus flattert.
Jetzt geht es wohl einem der majestätischsten und faszinierendsten Tiere dieser Erde an den Kragen: dem Kondor. Er ist sogar das Wappentier Ecuadors und steht seit Jahrhunderten wie kein anderes Tier für Südamerika. Laut einer neuen Untersuchung von Forschern wird es, wenn es so weitergeht, in spätestens 50 Jahren keine Kondore mehr in Ecuador geben.
Die Ecuadorianer zeigen sich schon seit Jahren besorgt um ihr Wappen- und Lieblingstier, denn immer weniger kann man diese stolzen Tiere beobachten und immer weniger setzen sie zu ihren majestätischen Flügen durch die Anden an. Daher haben Wissenschaftler eine aktuelle Bestandsaufnahme gestartet und das Ergebnis ist mehr als erschreckend:
Nur noch 27 Kondore, von denen 23 bereits ausgewachsen sind, konnten ausgemacht werden. In Zukunft ist wohl auch keine Besserung in Sicht, denn die Geburtenrate ist extrem gering. Von der Reproduktion bis zur Geburt können schon mal zwei Jahre verstreichen. Ein zu großer Zeitraum um sich zu erholen, denn der Mensch zerstört um ein vielfaches schneller den Lebensraum der Vögel.
Wenn wir so weitermachen, werden wir uns in den nächsten Jahren wohl an solche Schreckensmeldungen und auch an eine Welt mit immer geringer werdender Artenvielfalt gewöhnen müssen… Doch kann und will man sich an so etwas gewöhnen?
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