Beiträge vom: Februar, 2009

Autor: Nina

Seit letzter Woche haben die Bewohner mehrerer kleiner Orte im Süden Chiles mit heftigen Vulkanausbrüchen und Erdbeben zu kämpfen. Nun ist es klar, ein Ort muss für immer verlassen werden.

Im März letzten Jahres brach er das erste Mal wieder aus: der 1.122 m hohe Vulkan Chaitén. Mehrere tausend Jahre über war er still gewesen, doch nun bedeutet dies für die Anwohner die traurige Gewissheit, dass sie nicht mehr in ihre gleichnamige Kleinstadt am Fuße des Vulkans zurückkehren können.

Dienstag letzter Woche, am 17. Februar, ging es los. Heftige Erdbeben erschütterten die Gegend und am Donnerstag war es dann soweit: An der südlichen Flanke des Chaitén brach die Kuppel zusammen, es gab eine seitliche Explosion, riesige Aschewolken traten aus und pyroklastische Ströme gingen ins Tal hinab.

Seitdem spuckt er giftige Dämpfe und Aschewolken von einer Höhe von bis zu 20 km, die sich auf das gesamte Umland legen. Im 5 km entfernten Ort Chaitén mussten nun die 150 Menschen, die dort noch lebten, evakuiert werden.

Seit gestern haben sie erfahren, dass sie nie wieder zurückkehren können, da Forscher mit einer dauerhaften Aktivität des Vulkans rechnen. Die ehemalige Kleinstadt soll nun an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

[...mehr]


Autor: Nina

Payagua Mascada sind in Paraguay ein extrem beliebtes Gericht. Früher eher ein Essen der ärmeren Landbevölkerung, hat es sich nach und nach als gängiges Fast Food durchgesetzt.

Überall in Paraguay kennt man Payagua Mascada und an fast jeder Straßenecke bekommt man inzwischen die deftigen Küchlein. Dazu werden gerne scharfe Soßen gegessen, wie z.B. Ají.

Folgendes braucht ihr für die klassische Variante:

  • 350 g gekochtes Hackfleisch
  • 1 kg Maniok
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Zwiebel
  • Kümmel
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 El Stärke
  • etwas Öl zum Anbraten

Zunächst die Maniokwurzeln schälen und in Salzwasser weich kochen. Diese dann pürieren und mit dem gekochten Hackfleisch vermischen. Den Knoblauch und die Zwiebel kleinhacken und kurz anbraten.

Diese nun zusammen mit dem Kümmel, Salz, Pfeffer und der Stärke in die Hackfleisch-Maniok-Mischung kneten, solange bis das Ganze eine homogene Masse bildet.

Mit angefeuchteten Händen kleine, flache Küchlein formen und diese im heißen Öl anbraten bis sie goldbraun sind. Heiß mit diversen Soßen servieren. Lecker!

Tipp: Falls ihr hier keinen Maniok bekommt, tun es zur Not auch Kartoffeln. Schmeckt dann halt etwas anders als das Original, ist aber auch sehr lecker! ;-)

[...mehr]


Autor: Nina

Der Karneval von Rio de Janeiro gehört wohl zu den weltweit bekanntesten, ausgelassensten und fantasievollsten Veranstaltungen der fünften Jahreszeit. Wie kein anderes Merkmal ist er Ausdruck südamerikanischer Lebensfreude. Und auch in diesem Jahr brachte der Karneval wieder ganz Brasilien zum Beben.

Nach einer zweiten ausschweifenden und durchtanzten Nacht ging er vor ein paar Stunden zu Ende. Wieder feierten die Menschen ausgelassen zu heißen Trommelrythmen. Touristen und Einheimische tanzten zusammen durch die Straßen Rios.

Im sogenannten Sambodrom füllten rund 70.000 Zuschauer die Ränge um aufreizenden Tänzerinnen bei ihren Choreographien zuzusehen. Bereits am Sonntag und Montag fand der alljährliche Wettbewerb der Sambaschulen statt. Die zwölf größten Sambaschulen der Stadt zeigten ihr Können, unter den Augen von Präsident Lula da Silva.    [...mehr]


Autor: Nina

Endlose Straßen wie die legendäre Route 66 in den USA stehen für grenzenlose Freiheit und Abenteuer. Schon so mancher hat sich in seinen eigenen Road Movie begeben und die raue Straße mit all ihren Tücken und Überraschungen kennengelernt. Eine dieser legendären Strecken ist die Ruta Nacional 40.

Diese, auch kurz Ruta 40 oder La Cuarenta genannt, ist die längste Nationalstraße Argentiniens und garantiert auch eine der berühmtesten Fernstraßen des amerikanischen Kontinents. Auf ihr kann man fast durch ganz Argentinien, bis auf Feuerland, von Süden nach Norden durchfahren.

Kein Wunder also, dass sie in den letzten Jahren immer beliebter bei Touristen und Abenteurern wurde. Mittlerweile ist sie in weiten Teilen fest in deren Händen. Auf der Ruta 40 durchquert man dermaßen vielfältige Landschaften, dass man sich vor der Fahrt unbedingt gut ausrüsten und informieren sollte.    [...mehr]


Autor: Nina

Shakira ist einer der wenigen internationalen Stars im Bereich Popmusik, die aus Südamerika stammen, genauer gesagt aus Kolumbien. Wohl fast jeder kennt sie und egal, ob man sie mag oder nicht, ihr soziales Engagement ist unbestreitbar.

Die Sängerin wuchs selbst in einem Armenviertel von Barranquilla auf. Nun ist sie zurückgekehrt um im armen Stadtteil La Playa eine Schule zu eröffnen. Es ist bereits die fünfte Schule, die ihre Hilfsorganisation “Pies Descalzos” (dt. “Nackte Füße”), 1997 gegründet, in Kolumbien gebaut hat. Und auch sonst setzt sich die Stiftung für benachteiligte und arme Menschen ein.

Ich bin nicht gerade ein Fan von Shakira, doch dieses Engagement muss man wirklich einmal lobend erwähnen, da sie es meist nicht nur aus Gründen der PR, wie so manch andere Kollegen, tut, sondern ihre Hilfe auch ohne Kameras ankommt.

Die Eröffnung dieser Schule wurde nur aus zwei Gründen von den Medien begleitet: Erstens Präsident Uribe musste sich natürlich mit ins Bild drängen und der Sängerin einen Orden anheften, und zweitens war die RTL-Stiftung mit 800.000 Euro mit von der Partie…    [...mehr]


Autor: Nina

Auch Peru wurde vom Terror, der sich im 20. Jahrhundert in Südamerika ausbreitete, nicht verschont, doch anders als in anderen Staaten wie Chile oder Argentinien war in Peru nicht nur die Regierung für unzählige Gräueltaten verantwortlich, sondern in gleichem Maße auch deren Gegenbewegung: der sogenannte “Sendero Luminoso” (dt. “Leuchtender Pfad”).

Deren Schreckensherrschaft wurde auch uns Europäern erst kürzlich wieder ins Gedächtnis gerufen bzw. in unser Bewusstsein gerückt durch den Film “La Teta Asustada“, der bei der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen hat.

Der Leuchtende Pfad wird international als Terrororganisation geführt und dies nicht umsonst. Die Gruppierung gründete sich als Studentenbewegung in den 1960er Jahren unter dem Namen “Partido Comunista del Perú – por el Sendero Luminoso de José Carlos Mariátegui“, auf Deutsch: “Kommunistische Partei Perus – auf dem Leuchtenden Weg José Carlos Mariáteguis” (mit dem Schriftsteller, Politiker und Journalisten José Carlos Mariáteguis hatten sie nie wirklich etwas zu tun).

Gegen Ende der 1960er Jahre war die Bevölkerung Perus extrem verarmt und besonders das indigene Volk der Quechua hatte zu leiden. Und die Regierung sah einfach tatenlos zu. Selbst als in den 1970er Jahren das Bildungssystem auch für die Indigenas geöffnet wurde, brachte dies keine Verbesserung. Denn sie konnten noch so einen guten Abschluss haben, niemand wollte einem Quechua einen Arbeitsplatz geben.    [...mehr]


Autor: Nina

Wer nach Venezuela reist, findet hier nicht nur wunderschöne Strände und faszinierende Städte, sondern auch Naturgebiete, die einen sofort in ihren Bann ziehen. Die Llanos sind solch ein Fleckchen Erde, in das man sich auf einen Schlag verlieben könnte.

Doch schon beim nächsten Besuch mag sich dies bei manchen plötzlich ändern. Viele werden dann nicht glauben, dass sie hier schon einmal waren, denn los Llanos macht im Laufe eines Jahres einen kontrastreichen Wandel durch: In der Regenzeit erstrahlt die Landschaft in voller Blüte, in der Trockenzeit verwandelt sich die üppige Vegetation jedoch schlagartig in eine staubige Fläche.

Man könnte fast meinen, es wären zwei unterschiedliche Orte, aber genau dieser Kontrast macht die Llanos als Geheimtipp für Naturliebhaber aus.    [...mehr]


Autor: Nina

Schon wieder wurde gestern in Venezuela abgestimmt. Und habe ich bisher so manche Entscheidung und Idee von Venezuelas Staatschef für extrem gut befunden, halte ich den Grund dieses Referendums für äußerst fragwürdig…

Es ging im wesentlichen darum, ob sich Hugo Chávez unbegrenzt wiederwählen lassen kann. Seine zweite Amtszeit würde 2012 enden. Doch nun stimmten nach den letzten Auszählungen 54,4 % der Bevölkerung für die Möglichkeit einer dritten Amtszeit.

“Wer heute mit ‘Ja’ gestimmt hat, hat den Sozialismus und die Revolution gewählt”, rief der Präsident aus, “2012 wird es eine Präsidentschaftswahl geben. Und wenn Gott nicht anders entscheidet, und das Volk nicht anders entscheidet, ist dieser Soldat bereits ein Kandidat”. (Chávez bezeichnet sich als ehemaliger Fallschirmjäger gerne als “Soldat des Volkes”)

Wie gesagt, die Ideen der Bolivarischen Revolution halte ich durchaus für gut, doch Chávez ist einer der Kandidaten, die tolle Ideen haben und dann langsam fanatisch werden. Ich schätze seine Wortgewalt und seine Direktheit gegen den Westen und auch seine politischen Grundideen, nur langsam, aber sicher, besteht bei ihm die Gefahr abzudriften…

Da sind mir dann schon Leute wie Evo Morales lieber, die ebenfalls die Gedanken der Revolution vorantreiben, aber auf eine dritte Amtszeit freiwillig verzichten, obwohl es Morales sogar legal aufgrund der neuen Verfassung möglich wäre.

Die Entwicklung eines Hugo Chávez wird interessant sein zu beobachten, denn der Gründer der Bolivarischen Ideen könnte durch seinen aufkeimenden Fanatismus auch seinen Untergang bedeuten…

Weitere Infos zum Thema, auch zur Staatskrise, gibts hier…    [...mehr]


Autor: Nina

Felicitaciones Peru! Die diesjährige Berlinale neigt sich dem Ende zu. Gestern wurden die begehrten Bären vergeben. Und der Goldene ging dann auch prompt nach Südamerika: “La Teta Asustada” (”Milch des Leids”) aus Peru ist der große und überraschende Gewinner des Filmfestivals.

In dem Film behandelt die Regisseurin Claudia Llosa, Nichte des Schriftstellers Mario Vargas Llosa, die Jahre des Terrors in Peru: von 1980 bis 2000 bekriegten sich in Guerillakämpfen die Gruppierung “Leuchtender Pfad” (dazu demnächst mehr) und die Regierung. Fast die gesamte Bevölkerung hatte schrecklich darunter zu leiden und ist bis heute traumatisiert.

Genau diese Traumatisierung hat sich Llosa zum Thema gemacht, doch ihr Film ist alles andere als politisch oder behandelt den Terror im Einzelnen. Es geht allein um die Emotionen der Menschen und deren Umgang damit, allen voran der Frauen.    [...mehr]


Autor: Nina

Hier in Berlin, und wahrscheinlich nicht nur dort, scheinen fast alle im Berlinale-Fieber zu sein. Auch dieses Jahr sind wieder etliche tolle Filme im Rennen um den begehrten Goldenen Bären oder um einen der Silbernen. Noch während der Wettbewerb läuft, geben die Kritiker natürlich schon ihre Siegertipps ab.

Am meisten hat mich dabei gefreut, dass bei fast allen Experten ein Film aus Uruguay ganz oben steht. “Gigante” wird von allen gelobt und das mit Recht.

Es ist ein komischer, lakonischer und fast schon zärtlicher Film über ein Liebesgeschichte. Jara ist Sicherheitsbeamter in einem Supermarkt in einem Vorort von Montevideo. Sein Leben ist eher monoton. Durch die Kameras beobachtet er, meist in der Nacht, die Gänge und seine Kollegen. Tagsüber schläft er, spielt Videospiele oder lauscht seiner heißgeliebten Heavy-Metal-Musik.

Sein Leben ändert sich schlagartig als er die Putzfrau Julia durch seine Kameras entdeckt. Hals über Kopf verliebt er sich und beobachtet sie nun fast andauernd. Auch sein Privatleben richtet er ganz nach Julias Rhythmus aus. Doch sein Beobachten ist nicht das eines besessenen Stalkers, sondern eine reine, unschuldige Form, als sei er Julias Schutzengel.    [...mehr]


Seite 1 von 212»