Beiträge vom: Januar, 2009

Autor: Nina

Nicht erst in Zeiten der Finanzkrise wächst der Unmut vieler Menschen weltweit gegen die Wirtschaftspolitik so mancher Staaten. So trafen sich im Jahr 2001 zum ersten Mal Globalisierungsgegner und Menschenrechtler aus der ganzen Welt zum Weltsozialforum.

Seit Dienstag findet es nun mittlerweile zum neunten Mal statt. Noch bis Sonntag kommen Alternative, Globalisierungskritiker, Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen in der brasilianischen Stadt Belém zusammen um über andere und gerechtere Möglichkeiten der heutigen Weltwirtschaftsordnung zu diskutieren.

Über 100.000 Menschen begannen am Dienstag das Weltsozialforum mit einer Demonstration für eine gerechtere Weltwirtschaft und den Schutz des Regenwalds. Greenpeace hat angekündigt, dass sie bis zum Jahr 2015 die Abholzung des Amazonas komplett stoppen wollen.

Das Weltsozialforum versteht sich als eine Gegenveranstaltung zum parallel stattfindenden Weltwirtschaftsforum der G 20 in Davos.

Für heute haben sich die Staatsvertreter von Brasilien, Lula, von Bolivien, Morales, von Ecuador, Correa, und von Paraguay, Lugo, zu einer Diskussionsrunde angekündigt. Hugo Chàvez wird wahrscheinlich am Samstag sprechen.

Am Ende jedes Forums wird eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Und genau dort liegt aus meiner Sicht der Schwachpunkt dieser wichtigen Veranstaltung. Man kann sich selten auf einen gemeinsamen Nenner einigen, da einfach zu viele Interessengruppen vertreten sind. Dabei wäre das eigentlich ziemlich einfach, denn sie alle haben die selben Ziele…

Persönlich finde ich das Weltsozialforum essentiell und ein wichtiges Zeichen gegen die paar Zehntausend, die Millionen Menschen in den Ruin stürzen. Wenn sie sich in diesem Jahr noch auf eine gemeinsame Erklärung einigen können, kann niemand mehr das Forum als sinnloses Event bezeichnen, denn von Jahr zu Jahr werden es mehr Menschen unter ihnen auch Einflussreiche, die den Forderungen Nachdruck verleihen.

Nähere Infos findet ihr in einem Artikel der taz…    [...mehr]


Autor: Nina

Von 1976 bis 1983 wurde Argentinien von den Verbrechen der Militärdiktatur unter Jorge Videla und seinen Nachfolgern heimgesucht. Jeder, der der Regierung im Wege stand oder einfach eine andere Meinung vertrat, “verschwand” spurlos. Heute sind die Argentinier langsam dabei die Greueltaten aufzuarbeiten.

Die Desaparecidos (die Verschwundenen) wurden bei Nacht und Nebel einfach gefangen genommen und in eines der berüchtigten Folterzentren gebracht, die später mit den Konzentrationslagern der Nazis verglichen wurden. Hier wurden sie unbeschreiblichen Qualen ausgesetzt. Nicht einmal 5 % der Gefangenen überlebten die Torturen. Die Leichen wurden einfach im Atlantik “entsorgt” oder, noch schlimmer, die Desaparecidos wurden noch lebendig auf die sogenannten Todesflüge geschickt. Im Flugzeug betäubte man sie dann und warf sie nackt ins Meer.

Jahrelang konnte oder wollte den Militärs, die für all das verantwortliche waren, niemand den Prozess machen, da diese lange durch Amnestiegesetze und Gnadenerlasse geschützt waren. Erst Präsident Néstor Kirchner hob 2003 diese Gesetze und Regelungen auf, so dass die Verantwortlichen endlich zur Rechenschaft gezogen werden können.



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Autor: Nina

Wie sehr Südamerika und damit auch Brasilien von den Europäern geprägt sind, sieht man vielerorts. Doch manchmal fällt es eben besonders auf. Olinda in Brasilien gehört definitiv dazu, denn hier findet man etliche Bauten im europäischen Stil.

Doch alle diese Gebäude wären nichts ohne das brasilianischen Lebensgefühl und die einmalige Natur Südamerikas. Olinda scheint wie ein einziger großer Garten, in dem hier und da sich in schmalen Gassen ein historischer Bau an den anderen schmiegt. Heute ist die Stadt eines der kulturellen Zentren Brasiliens. In den vielen kolonialen Bauten haben Künstler und Bohemiens ihr Zuhause. Ein Atelier und ein Kunstmarkt reihen sich an den nächsten.

Mitten im Grün oder am Ende einer Gasse tauchen dann immer wieder kleine Plätze auf, wo besonders abends das Leben pulsiert. Bei einem schönen Caipirinha und einem Teller voller regionaler Spezialitäten kommt man schnell mit den Einwohnern ins Gespräch und immer wieder stehen Menschen spontan auf um ein Stückchen Musik zum besten zu geben. Aus dieser wunderbaren Atmosphäre möchte man am liebsten nie wieder auftauchen.    [...mehr]


Autor: Nina

Gestern wurde in einer Volksabstimmung in Bolivien über die neue Verfassung des Landes abgestimmt. Wie von Experten erwartet wurde sie mit einer fast 60%-igen Mehrheit angenommen. Doch die Zukunft des Landes ist immer noch ungewiss.

Präsident Evo Morales, selbst vom Volk der Aymara, hat mit der neuen Verfassung die lange Zeit der Diskriminierung der indigenen Völker offiziell beendet. Nach ersten Schätzungen stimmten 57% der Bevölkerung für die Erneuerung. Damit sind die Indigenas (etwa 70% der bolivianischen Bevölkerung!!!) endlich gleichgestellt und die Sprachen Aymara und Quechua haben dasselbe Gewicht wie das Spanische.

Doch solche Veränderungen gehen leider nicht von heute auf morgen, denn die Diskriminierung und Unterordnung bestimmter Bevölkerungsgruppen sitzt tief in den Köpfen der weißen (nur 15%!!!) Bevölkerung. So haben dann auch die vornehmlich weißen und auch reichen Provinzen gegen die neue Verfassung gestimmt.

Es ist wirklich traurig, dass nach so vielen Jahren des Zusammenlebens immer noch kein Zusammenkommen erreicht werden kann. Und so wird das Land wohl erst einmal gespalten bleiben.

Morales möchte außerdem die reichen, weißen Regionen, die mit ihrem Autonomieversuch gescheitert sind, entmachten und deren Vermögen mit den ärmeren Provinzen der Indigenas teilen. Da haben erstere natürlich was dagegen. Von wegen teilen… Am komischsten ist aber, dass genau diese Bonzen, die auf ihrem Vermögen hocken, am meisten die Flagge des Patriotismus und des Nationalstolzes vor sich her tragen. Blöd nur, dass es in jedem Land auch Arme gibt und, dass die dann auch noch so viele sind… Ein Phänomen, das man in vielen anderen Ländern auch beobachten kann.

Nun liegt es am Geschick von Evo Morales das Land wieder zu einen und ALLE Bolivianer zu einem Dialog zu bringen, bevor sich der Konflikt zu einem Bürgerkrieg entwickelt.

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Autor: Nina

Ahogado ist typisch bolivianisch. Diese scharfe Soße wird gerne zu allen möglichen Fleischgerichten oder auch in diversen Suppen gegessen. Man kann sie heiß oder auch kalt servieren.

Hier also das Rezept wie ihr Ahogado aus Bolivien ganz leicht selbst machen könnt.

Das braucht ihr dafür:

  • 4 rote getrocknete Chilischoten (möglichst scharf)
  • 1 gr. Zwiebel
  • 1 Dose Tomaten
  • 1/2 Tasse Wasser
  • 1/2 Tl Kümmel
  • Salz
  • Pfeffer

Zunächst die Chilischoten im Wasser aufweichen. Wer es weniger scharf mag, schneidet die Chilis noch auf und entnimmt die Körner zusammen mit den weißen Teilen. Wer eine ordentliche Portion Schärfe vertragen kann, der lässt die Chilis ganz.

Nun püriert man die Chilis mit dem Wasser für ca. zwei bis drei Minuten. Anschießend die Zwiebel klein schneiden und zusammen mit dem Chiliwasser und den Tomaten in einem Topf zugedeckt ca. 20 Minuten vor sich hin köcheln lassen. Die Soße wird nun immer dunkler.

Fünf Minuten vor Ende die restlichen Gewürze mit dazu geben. V.a. den Kümmel, denn der macht den besonderen Geschmack aus. Fertig!

Lasst euch das scharfe Erlebnis schmecken! ;-)

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Autor: Nina

In Uruguay, wo der Rio de la Plata auf den Atlantik trifft, rund 2 Stunden mit dem Auto von Montevideo entfernt, liegt Punta del Este, das man wohl am besten mit der Côte d’Azur oder Miami vergleichen kann.

Hier tummeln sich die Reichen und Schönen des Kontinents. Jeder, der etwas auf sich hält oder einfach nur seinen Luxus zur Schau stellen möchte, kommt mindestens einmal im Jahr hierher oder besitzt eine der vielen Villen. Im Yachthafen reiht sich ein Luxusschiff an das andere.

Die Halbinsel Punta del Este, die von etlichen Buchten und weißen Sandstränden umgeben ist. Die Strandabschnitte sind in etwa 40 km lang. Klar, dass man hier ein Badeparadies vom Allerfeinsten findet.    [...mehr]


Autor: Nina

Am Sonntag, den 25. Januar, ist es endlich soweit: Die Abstimmung über die vieldiskutierte Verfassung in Bolivien findet nach langem Hin und Her statt.

Bereits Evo Morales Vorgänger hat den Weg zur neuen Verfassung geebnet. Evo Morales muss sich nun dieser Herausforderung stellen. Und Bolivien hat eine neue Verfassung bitter nötig, denn die alte stammt aus dem Jahr 1967 und ist für das Selbstverständnis der Bolivianer total veraltet.

In ihr wird die kleine Elite des Landes gestärkt, die Indigenas haben fast keine Recht bzw. keinen Platz und Staatsreligion ist dort der Katholizismus, obwohl andere Religionen eine gleichwertige Stellung im Land haben.    [...mehr]


Autor: Nina

Dass unser Planet langsam beginnt zurückzuschlagen, sehen wir momentan überall auf der Welt: eine extreme Naturkatastrophe jagt die nächste. Nun hat es wieder Südamerika getroffen: in Argentinien und Uruguay herrscht die schwerste Dürre seit 50 Jahren.

Vor kurzem noch wurde Brasilien durch heftige Überschwemmungen heimgesucht, nun ist in Argentinien und Uruguay das andere Extrem eingetreten. In den letzten Wochen ist nur gut die Hälfte der üblichen Niederschlagsmengen gefallen. In Argentinien betrifft das vor allem die Teile, die als die Kornkammer des Landes bezeichnet werden.

Experten gehen davon aus, dass in diesem und dem nächsten Monat nur rund die Hälfte der üblichen Mais- und Weizenernte eingefahren werden kann. Die Sojaernte ist noch nicht so schwer betroffen, denn die Pflanzen selbst brauchen nicht so viel Wasser. Aber dafür wird die kommende Ernte katastrophal enden, da die Aussaat durch die Trockenheit verzögert wurde.    [...mehr]


Autor: Nina

Vor kurzem fanden sich der Internationale Museumsrat ICOM, Interpol, das Landeskriminalamt Bayern und die Weltzollorganisation in einer Pressekonferenz zusammen um auch in Deutschland die rote Liste der gefährdeten Antiken Perus vorzustellen.

Peru ist reich an diversen präkolumbianischen Schätzen, die nicht nur für die Archäologie, Museen oder Sammler, sondern auch für die Identität des Landes einen unschätzbaren Wert darstellen. Doch in den letzten Jahren hat Grabräuberei und die Plünderung der Kulturdenkmäler erheblich zugenommen.

Sie werden national und international, meist auf dem Schwarzmarkt, illegal gehandelt und tauchen so zum Teil nie wieder auf oder haben auf diese Weise ihren Kontext verloren. Denn, wenn sie ihrem Fundort entrissen werden, können die Archäologen wissenschaftliche Auswertungen über Herkunft, Zeit, Kultur und Geschichte gar nicht mehr oder nur noch bedingt durchführen.

So hat man sich nun international auf eine Liste von Kulturgütern geeinigt, die auf den Schwarzmärkten am beliebtesten sind. So können Zöllner, Polizisten, Sammler, Museumsbeamten oder Kunsthändler sofort eventuell illegale Gegenstände identifizieren und möglicherweise bei der Aufklärung helfen.

Doch im Verhältnis zu den Ausmaßen des illegalen Handels erscheint diese Liste nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Immerhin geht das Denken aber in die richtige Richtung. Für Peru würde man sich schnelle Erfolge wünschen…

Die genaue Liste ist auf der Seite des ICOM einzusehen…    [...mehr]


Autor: Nina

Eines der Tiere, die man in Südamerika wohl am meisten missverstanden hat, ist der Mähnenwolf. Lange hat man ihn gejagt, weil man dachte, er würde Schafe, Rinder oder Pferde töten. Dabei ist er nicht einmal in der Lage diese große Beute zu reißen.

Doch wegen dieses Missverständnisses ist der Mähnenwolf in Argentinien und Uruguay mittlerweile im Prinzip vollständig ausgerottet. Und auch die immer stärkere Nutzung der Savannen drängt den Mähnenwolf zurück. Daher gilt er inzwischen als gefährdet.



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