Beiträge vom: Juni, 2008

Autor: Nina

In letzter Zeit steht der bolivianische Staatschef Evo Morales ganz schön unter Beschuss. Vier Provinzen haben in einem Referendum ihre Verwaltungs- und Finanzautonomie erklärt. Bolivien steht also vor einer ernsthaften Krise, die das Land zu zerbrechen droht.

Doch warum tun sie dies? Man muss als erstes wissen, dass diese Regionen reich an Erdöl und vor allem Erdgas sind. Morales, der selbst indigener Herkunft ist, hat in den letzten Jahren mehr und mehr Betriebe verstaatlicht um die arme, meist indigene, Bevölkerung mit zu finanzieren und versucht für Wandel und Chancengleichheit in Bolivien zu sorgen. Doch die reichen Oligarchen waren davon natürlich wenig begeistert. Die Gier ist halt immer unermesslich…

So, und jetzt kommt das, was sich wahrscheinlich schon jeder gedacht hat. Es geht um Erdgas und - öl. Da können die Amis auch nicht weit sein… Sie haben nun die rechten und konservativen Unternehmer angestachelt sich gegen Morales zu stellen. Zudem geht eine linke Regierung natürlich nicht, die sich vor allem für die arme Bevölkerung einsetzt, ihre Ressourcen einfach nicht den USA schenken will (Wie? Sie verkaufen? Wir sind doch Amerika…) und dann noch so frech ist finanziell auf eigenen Füßen, unabhängig von Amiland und der Weltbank, stehen will. Wie frech… Da muss man natürlich dem bösen linken Trend ein Ende bereiten.

Wie schon Chávez, so versuchen sie nun auch Morales zu verleumden und ihn zu stürzen. Nur ja alle Unabhängigkeitsbestrebungen Südamerikas im Keim ersticken. Oder ist es ein Zufall, dass der US-Botschafter Philip S. Goldberg, vorher im Kosovo tätig war?

Am 10. August will sich Evo Morales einem Volksentscheid stellen, der über sein Verbleiben im Amt oder seine Enthebung entscheiden soll. Hoffentlich steht die Bevölkerung hinter ihm, denn solche Leute wie Morales braucht Südamerika!

Unter todosconbolivia.org kann man sich einer Petition gegen die Teilung Boliviens anschließen, die auch von vielen Prominenten weltweit bereits unterstützt wird…    [...mehr]


Autor: Nina

In den letzten Jahren wurde Guaraná auch hierzulande immer beliebter. Es gilt als Wach- oder Muntermacher und wird gerne diversen Energy-Drinks, Kaugummis oder Bonbons zugesetzt. Doch die wenigsten haben sich wahrscheinlich gefragt, was Guaraná genau ist und woher es kommt.

Die belebende Wirkung, die dieser Pflanze gerne nachgesagt wird, stimmt tatsächlich. Die Indios nutzen Guaraná bereits seit tausend Jahren. Sie trocknen die Kerne, zerreiben diese an der rauen Zunge des getrockneten Piracucu-Fisches und lösen das Pulver dann in Wasser auf. Das bräunliche Getränk war, und ist immer noch, der ideale Wachmacher für ihre lange Jagdausflüge.    [...mehr]


Autor: Nina

Noch heute ist der Tango Ausdruck von getanzter Leidenschaft. Er vermittelt Sehnsucht, Melancholie, Erotik und einen Hauch von Veruchtheit. Er ist ein gesellschaftsfähiger Standardtanz, doch die Wurzeln des Tangos liegen im kriminellen und armen Milieu. ango bedeutete Auflehnen gegen die Oberschicht im Argentinien Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die soziale Situation in Argentinien war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts alles andere als leicht. Besonders am Rio de la Plata im Großraum Buenos Aires und Montevideo trafen eine Vielzahl von unterschiedlichen Kulturen und Völkern aufeinander.    [...mehr]


Autor: Nina

Besonders in letzter Zeit ist der venezolanische Staatschef Hugo Chávez wieder mehr in den öffentlichen Fokus unserer westlichen Berichterstattung geraten. Ob er nun angeblich Frau Merkel mit Hitler vergleicht oder dem Westen das Erdöl zudrehen will. Doch genau diese Berichterstattung ist häufig dermaßen verdreht und negativ meinungsbildend, dass man hier eher von Propaganda als von gutrecherchiertem Journalismus sprechen kann.

Als erster Deutscher hat der Fotograf Ingo Niebel einen umfassenden und seriösen Blick auf die Entwicklungen in Venezuela geworfen.    [...mehr]


Autor: Nina

Im Jahr 1982 erregte eine kleine Inselgruppe an der Atlantikküste Argentiniens weltweites Aufsehen. Denn mitten in den kalten Krieg hinein platzte eine weitere Krise. Der Ausgang des Krieges um die Falklandinseln (oder auch Malwinen genannt) konnte für beide Beteiligten, also Argentinien und Großbritannien, eine politische Umwälzung und so eine Krise bedeuten.

Der Konflikt um die aus 200 Inseln bestehende Inselgruppe reicht bereits bis ins 18. Jahrhundert hinein. Die Spanier vertrieben damals die Briten und die Franzosen von den Falklandinseln. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm Argentinien, das sich als rechtmäßiger Nachfolger der Spanier verstand, die Malwinen in Besitz. Doch 1833 besetzte Großbritannien sie einfach wieder. Es ist fast klar, dass dieses Hin und Her früher oder später in einer kleinen Katastrophe enden muss.    [...mehr]


Autor: Nina

Sehr beliebt in Südamerika allgemein ist eine Art Pudding zum Nachtisch. Sie sind meist dem spanischen Flan sehr ähnlich und jedes Land hat da natürlich wieder seine eigene Machart und seinen eigenen Namen.

In Venezuela heißt er Quesillo und ist eine der Lieblingsnachspeisen des Landes.

Das braucht ihr dazu (reicht für ca. 8 kleine Portionen):    [...mehr]


Autor: Nina

Es ranken sich ja etliche Geschichten um eines der wohl sonderbarsten Bauprojekte Südamerikas. Aber egal was die Leute sagen, mit Sicherheit ist eines der schönsten Gebäude Brasiliens entstanden: Das Teatro Amazonas.

Wernder Herzog hat diesem Opernhaus in Manaus, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas, ein Denkmal in seinem Film “Fitzcarraldo” mit Klaus Kinski gesetzt. Gerüchte kursieren, dass Caruso selbst hier gesungen haben soll. Doch letzteres ist wohl eher eine Geschichte für die Touristen. Egal, sie trägt zum Mythos der Oper im Amazonas bei.    [...mehr]


Autor: Nina

Tapire sind kuriose Tiere. Sieht man sie das erste Mal, könnte man sie fast für hässlich halten, doch beobachtet man sie längere Zeit, dann stellt man fest, dass es drollige und intelligente Tiere sind.

Auf den ersten Blick haben Tapire eine große Ähnlichkeit mit Schweinen, doch eigentlich sind ihre nächsten Verwandten Nashörner und Pferde. Fossile Funde belegen, dass erste Vertreter ihrer Gattung bereits vor rund 50 Mio. Jahren auf unserem Planeten gelebt haben. Sie kamen sogar in Europa vor. Nach Südamerika, ihrem heutigen Hauptverbreitungsgebiet, kamen sie erst relativ spät, vor ca. 500.000 Jahren.    [...mehr]


Autor: Nina

Sonnenuntergang am Amazonas © Francisco Chaves

Die riesigen Wassermassen des Amazonas haben schon immer die Menschen fasziniert. Doch, es wird schnell vergessen, dass der Fluss mit seinem umliegenden Ökosystem nicht nur wichtig für die Region ist, sondern für das Klima des ganzen Planeten.

Der Amazonas hat seinen Ursprung in den peruanischen Anden. Die drei Quellflüsse, die sich dann später zu dem gewaltigen Strom vereinigen, heißen Huallaga, Maranón und Ucayali, wobei der 1.600 km lange Maranón der wasserreichste der drei ist und der Ucayali mit einer Länge von insgesamt 2.670 km der längste der drei Quellflüsse ist.

Allein schon bei den Dimensionen dieser Flüsse wird einem dann die enorme größe des Amazonas selbst bewusst (nach neuesten Schätzungen 6.448 km Länge). Allein auf brasilianischem Gebiet misst er 3.106 km. In diesem Bereich nimmt der Amazonas dann nochmals 220 Nebenflüsse auf.

Amazonas © GidsickiAn der Grenze von Brasilien zu Peru heißt er kurz Rio Solimones um dann nach der Vereinigung mit dem Rio Negro bei Manaus wieder seinen ursprünglichen Namen anzunehmen. An dieser Stelle erreicht er dann auch mit 100 m seine tiefste Stelle.

Da im Amazonastiefland das Gefälle sehr niedrig ist, kommen zu den einzelnen Nebenflüssen noch einige natürliche Kanäle hinzu, die die Flussteile untereinander verbinden. Diese werden wie fast der ganze Amazonas befahren. Nicht nur für den Gütertransport, sondern auch für einen Großteil der Bevölkerung ist der Fluss die Hauptverkehrsader.

Abend am Amazonas © AmetxaDie meisten großen Städte sind zwar auch mit Linienflügen zu erreichen, aber diese sind für fast alle Bewohner zu teuer. Daher passieren ständig größere Linienschiffe bestimmte Strecken des Amazonas. Die meisten Leute bringen sich ihre eigenen Hängematten mit und schlafen dann an Deck. Nur zu den Regenzeiten sind einige Straßen leider unpassierbar.

Und auch ein anderes Naturphänomen blockiert den Verkehr auf dem Fluss und ist bei den Bewohnern wegen seiner großen Zerstörungskraft gefürchtet, der Pororoca. Bei Voll- und Neumond im Februar und März rollt bei Einsetzen der Flut eine bis zu vier Meter hohe Gezeitenwelle vom Atlantik her mehrere Kilometer flussaufwärts. Hassen die Bewohner logischerweise das Schauspiel, lockt es auf der anderen Seite makaberer Weise Surfer aus allen Teile der Erde an.

Den Amazonas kann man ohne Übertreibung als wahrlich gigantisch bezeichnen.

…Fortsetzung folgt im 5. und letzten Teil: Abholzung und Umweltbelastung…    [...mehr]


Autor: Nina

Brasilia, die Hauptstadt von Brasilien, ist im Jahr 1956 komplett am Reißbrett entstanden und war von vorneherein auf Funktionalität ausgelegt. (Dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr…) So kommt es, dass fast alle Gebäude kubus-förmig sind. Bauwerke, die eine andere Form haben, stechen so natürlich besonders heraus. Und das Gebäude, das wohl am auffälligsten und somit auch sehr beeindruckend ist, ist die Kathedrale von Brasilia.

Sie wurde wie ein großer Teil der Stadt selbst vom deutschen Architekten Oscar Niemeyer als bewusster Kontrapunkt geschaffen und ist wohl sein Meisterwerk.

Kathedrale von Brasilia © Armin Holp

Der kreisrunde Bau, mit einem Durchmesser von 70 m, besteht komplett aus Beton und Glas. 16 gleichartige Betonsäulen bilden eine hyperbolische Form.

Die Kathedrale ist zum Teil in die Erde versenkt. Vor dem unterirdischen Eingang stehen vier moderne Statuen der vier Evangelisten. Dieser Eingang liegt im Schatten, so dass die Besucher das Gefühl haben vom Dunkel ins Licht zu treten. Der Innenraum ist dann fast völlig leer und bewusst so dezent wie möglich gehalten, dass nichts die Ruhe und die Meditation stören kann.

Es gibt im Prinzip nur 3 Punkte, die den Blick auf sich lenken: 3 schwebende Engel in der Kuppel, der Altar, der aus mehreren kleineren Kuben besteht und eine ei-förmige Skulptur über dem Altar, die den Ursprung des Lebens symbolisieren soll. In die Wände sind dann wieder ganz dezent Schubladen eingelassen, in die die Särge der Bischöfe hineingeschoben werden.

Bei der Eröffnung am 31. Mai 1970 kam es dann erst einmal zum Eklat, da der Architekt Oscar Niemeyer als überzeugter Atheist aus Versehen den Altar vergessen hatte. :D Dieser wurde dann nachträglich eingefügt.

Die Symbolik des Gebäudes ist umstritten. Einige sage, es sehe aus wie die Dornenkrone Christi oder betende Hände, andere halten die Kathedrale für eine Blüte oder die Krone Marias.

Doch egal, was die Kathedrale darstellt, beeindrucken wird sie fast jeden.



[...mehr]


Seite 1 von 212»