Beiträge vom: März, 2008

Autor: Nina

Indio beim Herstellen von CurarepfeilenIn jedem klischeebehafteten Hollywoodfilm sehen wir böse, blutrünstige Eingeborene ihre Opfer mit vergifteten Pfeilen aus Blasrohren abschießen. Auch wenn die Darstellung dieser Kulturen höchst unzutreffend ist, so ist doch eines wahr, die Jagd mit Pfeilgift. Und Curare ist vor allem bei den Amazonasvölkern das Beliebteste.

Curare ist der Oberbegriff für eine bestimmte Art von Gift. Es kann aus den Blättern und Rinden verschiedener südamerikanischer Lianenarten hergestellt werden. Daraus wird dann ein Extrakt gewonnen, das dann über Feuer eingedickt wird. Curare kann man aber auch aus bestimmten Fröschen (hierzu später mehr ;-) ) gewinnen.

Egal wie, es ist ein hochwirksames Nervengift, das die Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln unterbricht. Das so getroffene Tier stirbt innerhalb kürzester Zeit an Atemlähmung.

Lianenpflanze, aus der Curare gewonnen werden kannBei vielen Völkern darf Curare nur von einem bestimmten Heiler hergestellt werden, wobei das Rezept von Stamm zu Stamm unterschiedlich ist. Das fertige Gift wird dann auf kleine Pfeile gestrichen, die meist mit einem Blasrohr auf die Beute geschossen werden. Nach dem Antrocknen ritzen viele Völker noch eine Kerbe hinter die so präparierte Pfeilspitze, damit der Pfeil nach dem Treffer abbricht und nur die vergiftete Spitze stecken bleibt.
Da Curare nur wirkt, wenn es in die Blutbahn gelangt, ist der Verzehr der so getöteten Tiere absolut unbedenklich.

Auch die Europäer machten Experimente mit dem im 18. Jahrhundert mitgebrachten Pfeilgift und verwendeten es sogar eine Zeitlang erfolgreich als Muskelrelaxanz in der Medizin.

Es ist eine sehr typische und faszinierende Art zu Jagen, die dicht am Kreislauf der Natur bleibt.

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Autor: Nina

Ceviche © Pixel Drip

Ursprünglich aus Peru kommend hat sich Ceviche, ein Fischgericht, das für uns Europäer im ersten Moment wohl etwas seltsam wirkt, inzwischen auch in ganz Süd- und Mittelamerika durchgesetzt.

Und das braucht man dazu:

  • 500 g sehr frisches Weißfischfilet (z.B. Zander oder Goldbarsch)
  • 4 Limetten
  • 1 Rocoto oder 1 Chilischote
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Tomaten
  • 6 Stengel Koriander
  • Salz
  • Pfeffer

Den Fisch gut entgräten und in etwas 1-2 cm große Würfel schneiden. Dann die Limetten auspressen und den Saft auffangen. Nun enthäutet man die Tomaten und würfelt diese ebenfalls.

Die Korianderblätter abzupfen und grob hacken. Rocoto, ein sehr scharfes, paprikaähnliches Gemüse, in feine Stücke schneiden. Da Rocoto in Deutschland nur schwer zu bekommen ist, kann man alternativ auch eine Chilischote nehmen. Auch die rote Zwiebel zerkleinern.

Limetten © D’Arcy NormanNun alle Zutaten miteinander vermischen und den Limettensaft darüber verteilen. Mit Salz, Pfeffer und Koriander würzen und nochmals gut vermischen. Das Ganze dann 2-4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.

Der Fisch wird so “roh” gegessen, da der Limettensaft das Eiweiß im Fisch denaturiert, d.h. es passiert der selbe Vorgang wie beim Kochen. Also, keine Sorge… ;-)

Als Beilage passen hierzu perfekt Süßkartoffeln.

Lasst euch schmecken und viel Spaß mit dem Chili!

Ach ja, die Marinade die dabei entsteht wird übrigens “Leche de tigre” (Tigermilch) genannt, da man beim Essen wegen der Schärfe angeblich faucht wie ein Tiger…    [...mehr]


Autor: Nina

Alpaka © Brent and MariLynn

Wenn man an die Anden und deren indigene Völker denkt, dann fallen einem wahrscheinlich, neben der typischen Kleidung und der Flötenmusik, wohl auch Lamas und Alpakas ein. Und tatsächlich sind diese südamerikanischen Kamelformen das beste Lasttier in den Bergen.

Alpakas sind eine Unterart der Gattung der Lamas. Während Lamas um die 1,20 m groß werden und immerhin bis zu 150 kg auf die Waage bringen können, sind die Alpakas kleiner und mit nur ca. 60 kg bedeutend leichter.

Schon um 3000 v. Chr. wurden die ersten Lamas und Alpakas von den Inka als Nutztier erkannt und domestiziert. Zu den Hochzeiten der Inkas wurden weit über 10 Mio. von ihnen gehalten. Nicht umsonst fällt der Lebensraum dieser Tiere mit den Grenzen des Inka-Reiches zusammen. Und auch die nachvolgenden indigenen Völker in den Anden machten sich Lamas und Alpakas zu Nutze.

Lama © Guylaine2007Vor allem wegen ihres außerordentlichen Geschicks sich über steinige und steile Wege bewegen zu können, waren gerade die Lamas die perfekten Lasttiere. Alpakas wurden im Gegensatz dazu vor allem wegen ihrer Wolle gehalten. Ein Alpakamantel war ein Zeichen für Wohlstand.

Zudem war das Fleisch der Tiere sehr beliebt. Aus ihrer Haut wurde Leder gemacht, aus ihrem Fett Kerzen und ihre Exkremente dienten als Brennstoff.

Die spanischen Eroberer brachten dann Pferde und Schafe mit sich und verdrängten so nach und nach die Lamas und Alpakas. Diese wurden zum Nutztier der ärmeren indigenen Bevölkerung.

Erst mit der Unabhängigkeit der südamerikanischen Staaten gewannen sie wieder an Bedeutung.

Alpaka © Just chaosHeute leben im westlichen Teil Boliviens, im südlichen Peru und in Chile ungefähr 3 Mio. Lamas und Alpakas, die vor allem wegen der Wolle und des Fleisches gehalten werden. In den unzugänglichen Regionen der Anden werden sie aber immer noch als Lasttiere eingesetzt. Einige Touristenveranstalter bieten inzwischen auch Lamatouren durch die Anden an.

Und was das Spucken angeht. Es stimmt wirklich… ;-) Lamas spucken ihr Gegenüber an, wenn sie gereizt sind. Dies geschieht aber vor allem unter den Tieren zur Feststellung der Rangordnung.

Auch in Nordamerika und Europa werden Lamas und Alpakas immer beliebter. Kein Wunder, sind sie ja auch wahre Multitalente und zudem noch extrem faszinierende Tiere.

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Autor: Nina

Nazca-Figur © The boy with the thorn in his side

Fliegt man über die Wüste der Provinzen Nazca und Palpa in Peru kann man aus der Luft merkwürdige Figuren im Stein erkennen. Manche dieser Bilder sind bis zu 100 m groß und stellen zum Beispiel Menschen, Affen, Wale oder Vögel dar. Dies sind die berühmten Scharrbilder von Nazca.

Seit ihrer doch erst sehr späten Entdeckung in den 1920er Jahren beflügeln diese Bilder im Stein die Fantasie der Wissenschaftler. Heute ist man sich so gut wie sicher, dass die Linien zur Zeit der Nazca-Kultur um rund 200 v. Chr. bis 600 n. Chr. entstanden sind.

Nur dank des sogenannten Wüstenlacks sind diese Linien heute noch erhalten. Dieses rote Gemisch aus Eisen- und Manganoxiden hat die Figuren überzogen und sie vor Erosion und den Zeichen der Zeit geschützt.

Nazca-Linien © procsilasDoch es ist immer noch unklar zu welchem Zweck sie dienten und wie sie überhaupt entstanden sind. Wie konnten sie zu damaligen Zeiten so riesige präzise und gerade Linien auf dem Fels entstehen lassen?

Die Theorien reichen von Aliens über eine Sportarena und einem Kalender bis hin zu einer religiösen Stätte. Manche Linien sind nach Sonnenwendpunkten ausgerichtet, was für den Kalender sprechen könnte. Sie könnten ebenso als religiöse Pfade gedient haben, die die Menschen immer wieder abgelaufen sind, vielleicht als eine Art Meditation, Gebet oder symbolischer Opferweg.

Am wahrscheinlichsten ist es wohl, dass ihnen eine Mischung aus agrikultureller, astronomischer und religiöser Bedeutung zukam.

Nazca © The boy with the thorn in his side1994 wurden die Nazca-Linien von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Heute kann man die meisten Figuren nur aus dem Flugzeug bestaunen, da das betreten bei vielen inzwischen verboten ist. Sie wurden durch Fuß- und Autospuren teilweise zerstört und mussten aufwendig restauriert werden.

Wozu auch immer sie genau gedient haben. Die Nazca-Linien faszinieren die Leute auch nach über tausend Jahren noch.

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Autor: Nina

Staatschef Rafael CorreaGerade jetzt, wo die Lage zwischen Kolumbien, Venezuela und Ecuador so gespannt ist, erscheint es mir sinnvoll, nach den Präsidenten Àlvaro Uribe und Hugo Chávez, auch noch den Staatschef Ecuadors, Rafael Correa, kurz vorzustellen.

Rafael Correa, geboren 1963 in der Stadt Guayaquil, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Katholischen Universität Guayaquil und schloss sein Studium 1987 erfolgreich ab. Danach arbeitete er als freiwilliger Helfer in einer Missions- und Sozialstation.

Anschließend vertiefte er sein Studium in Belgien und den USA, wo er 1999 an der Universtät Illinois promovierte. In den folgenden Jahren war er als Dozent an der Universität Guayaquil, der Universidad San Francisco in Ecuadors Hauptstadt Quito und der Universität von Illinois tätig.

Er war auch Professor und Leiter der Abteilung für Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Quito. Im April 2005 wurde er Wirtschafts- und Finanzminister von Ecuador. Schon als Finanzminister versuchte er seinen heutigen Kurs zu verfolgen, Ecuador weniger abhängig von den USA, der Weltbank und des IWF zu machen und den US-Dollar als Landeswährung abzuschaffen. Doch hier musste er resignieren und trat deshalb schon im August 2005 wieder von seinem Amt zurück.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2006 kandidierte er dann für die Sozialistische Partei Ecuadors und die von ihm gegründete politische Bewegung Movimiento PAÍS.

Correa mit Chávez und MoralesIm Januar 2007 wurde er dann mit absoluter Mehrheit Präsident Ecuadors. Er bekam nicht nur von seinem Vorgänger feierlich die Amtsschärpe überreicht, sondern auch einen Tag vorher im Beisein von Hugo Chávez und Evo Morales von den indigenen Vökern zeremoniell einen Stab der Weisheit und einen Poncho als Autoritätssymbole.

Rafael Correa setzt sich verstärkt für die Rechte der indigenen Völker ein. Seine Politik lässt sich wohl am ehesten als links-national beschreiben. Er möchte Ecuador stärken und das Land unabhängiger von den USA und der Weltbank machen, vor allem im Bezug auf Ecuadors reiche Erdölvorkommen.

Den politischen Ideen Hugo Chávez fühlt er sich sehr verbunden und nähert deshalb das Land mehr und mehr an Venezuela an. Grenzüberschreitend bemühen sie sich um einen unabhängigeren und “sozialistischeren” Weg Südamerikas.

Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei dem Konflikt mit Kolumbien nicht nur um die Geiseln der FARC handelt, sondern um ein von den USA, die auf Seiten Kolumbiens sind, geschührter Konflikt gegen den Versuch der linksorientierten Länder sich von den USA loszulösen.

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Autor: Nina

Mate mit Bombillo © Taras Kalapun

In Argentinien, Uruguay, Paraguay und Brasilien ist eines der beliebtesten Getränke überhaupt der Mate Tee. Mate wird überall getrunken und auch überall hin mitgenommen, sei es auf Parties oder mit zur Arbeit.

Schon den alten Indios war die anregende und angenehme Wirkung des Mate Tees bekannt. Im 17. Jahrhundert entdeckten auch die Weißen den Anbau für sich. Bei den Indios war Mate sogar so beliebt, dass sie sich damit bezahlen ließen.

Mate © polifernusDieser Tee wird aus den Blättern des Llex paraguarensis-Baumes gewonnen, der zur Gattung der Stechpalmen gehört und wächst nur bei hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Jährlich werden über 300.000 Tonnen Mate produziert.

Der Begriff Mate leitet sich von quichua matía ab, dem Becher, aus dem Mate traditionell getrunken wird. Zu einem perfekten Mate-Genuss gehört eben dieser Becher, der Tee selbst (meist die Sorte Yerbamate) und der sogenannte Bombilla, ein meist schön verzierter Trinkhalm aus Metall oder Holz mit einem Sieb am Ende.

Teatime © .Luc.Da man für den Mate Tee am besten die getrockneten Blätter einfach so benutzt (Es gibt ihn inzwischen auch in Beuteln; ist aber bei weitem nicht so lecker ;-) ) , filtert das Sieb im Bombilla die losen Teilchen heraus. Den Tee gießt man idealerweise mit 70-80 Grad heißem Wasser auf und lässt ihn ca. 5 Minuten ziehen. Je nach Geschmack kann man dann noch ein paar Minzblätter, Zucker oder Milch hinzufügen.

Mate wird eine entschlackende und appetithemmende Wirkung nachgesagt. Daher wird er häufig bei Diäten eingesetzt. Er wirkt außerdem sehr belebend und hilft dabei Stress abzubauen.

Wer ihn zum ersten Mal trinkt, dem wird er wahrscheinlich etwas bitter und gewöhnungsbedürftig erscheinen, aber schon nach ein paar Schlücken setzt die wohltuende Wirkung ein. Eine leckere Erfrischung und nicht umsonst ein Kultgetränk.

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Autor: Nina

Unter dem Motto “Paz sin Fronteraz”, zu deutsch “Frieden ohne Grenzen”, fand dieses Wochenende (16.3.08) ein Friedenskonzert an der Grenze zu Kolumbien und Venezuela statt.

Der Popstar Juanes hatte dazu aufgerufen als sich in den letzten Wochen die Lage zwischen Venezuela, Ecuador und Kolumbien verschärfte und sogar von Krieg die Rede war.

90.000 Menschen trafen sich unter der Brücke Simon Bolivar, die hier symbolischen Charakter besitzt - sie verbindet Venezuela und Kolumbien bei der kleinen Stadt Cucuta miteinander. Alle kamen demonstrativ in weiß gekleidet um ein Zeichen des Friedens und der Einheit zu setzen.

Zu südamerikanischen Rythmen der geladenen Künstler aus allen drei Ländern feierten die Menschen bei über 30°C ausgelassen und bewiesen, dass sie über die Grenzen hinaus eine Einheit bilden. Gemeinsam hissten sie EINE Flagge mit den Farben Ecuadors, Venezuelas und Kolumbiens.

Cover zum Album “mi sangre” von Organisator JuanesDurch ihre Musik und ihre Reden machten sie unmissverständlich klar, dass die Grenzen nur in den Köpfen der Politiker existieren. Der Musiker Juan Fernando Velasco aus Ecuador sang:”Ich wurde hier geboren… Hier in Kolumbien, hier in Venezuela, hier in Ecuador. Ich wurde hier geboren, weil es in unseren Ländern keine Grenzen gibt.”

Inzwischen hat sich die politische Lage etwas entspannt und die Staatschefs Hugo Chávez und Àlvaro Uribe wollen sich in den nächsten Wochen zu Verhandlungen treffen.

Es ist wunderbar zu sehen wie sich die Leute einsetzen und für ihre Sache mit friedlichen Mitteln kämpfen. Sie haben hiermit auf eindrucksvolle Weise bewiesen, dass Musik keine Grenzen, Völker oder Rassen kennt. Für diese drei Länder war dies sicherlich ein historisches Ereignis.

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Autor: Nina

Weltraumbahnhof Kourou

Letztes Wochenende, in der Nacht vom 8. auf den 9.3.2008, wurde vom europäischen Weltraumbahnhof bei Kourou in Französisch-Guayana ein erstes Cargoschiff zur internationalen Raumstation ISS geschickt. Dies ermöglicht Europa einen eigenen Eingang zur ISS und sichert somit ihre Position in der Raumfahrt enorm. Das südamerikanische Kourou hat einen erheblichen Anteil daran.

Als französisches Überseedépartement hat Europa mit Kourou den perfekten Standort für einen Weltraumbahnhof wählen können.

Kourou liegt nur rund 500 km nördlich des Äquators. Durch diesen Standort so nahe am Äquator erhält jede Rakete durch die Erdrotation eine höhere Geschwindigkeit (ca. 500 m/s mehr). An dieser Position ist es außerdem viel leichter Satelliten auf ihre Umlaufbahn zu bringen. Zusätzlich besteht keine Gefahr für die Bevölkerung, da die Starts in Richtung Meer durchgeführt werden können.

Raketenstartrampen in KourouFrankreich errichtete das “Centre Spatial Guyanais” (CSG) 1964 und noch im selben Jahr konnten die ertsen Raketenstarts durchgeführt werden. In den folgenden Jahren diente Kourou vor allem als Startpunkt für die Ariane-Raketen.

Derzeit gibt es drei Startrampen, wovon aber nur noch eine aktiv ist.

2004 haben Russland und Europa einen Vertrag geschlossen, der es den Russen erlaubt Starts von Kourou aus durchzuführen. Als Gegenleistung darf Europa die Technik der russischen Sojus-Raketen, die ab diesem Jahr von Kourou aus starten sollen, mitbenutzen.

Wenn mit dem Eingang zur ISS alles gut läuft, werden dem Cargoschiff mit dem schönen Namen Jules Verne vom Wochenende weitere folgen und Kourou wird der zentrale Zugang zum Weltall für Europa sein.

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Autor: Nina

Karamelo SantoFür Ska- und Reggae-Freunde wahrscheinlich schon seit längerem ein Bergriff, mausert sich die argentinische Band Karamelo Santo immer mehr zum allgemein bekannten Exportschlager Südamerikas.

Ihre Songs sind eine extrem tanzbare Mischung aus Ska, Reggae, Punk, Rock, Salsa und Cumbia. “Das heilige Bonbon”, so der Bandname auf deutsch, zeugt auch von dem schrägen Humor der Musiker, den sie immer wieder bei Life-Auftritten und in ihren Videos unter Beweis stellen.

Gegründet hat sich die Band 1993 in Mendoza, der heimlichen Kulturhauptstadt Argentiniens. Ihr Debütalbum “La Kulebra” produziert die Band selbst. Es wurde 1995 veröffentlicht und schnell zu einem Geheimtipp der ansässigen Ska-Szene.

Überhaupt ist der Band ihre Eigenständigkeit bei der Musik bis heute sehr wichtig. (Und zurecht, nur so kann man Gutes produzieren und für seine Kunst einstehen!)

Cover zum aktuellen Album “La Gente Arriba”1997 ziehen die Bandmitglieder alle zusammen in ein eigenes Haus in Buenos Aires, das natürlich auch ein Studio enthält. Hier können sie schöpferisch tätig werden, wann und wie sie wollen. Und das merkt man ihrem Sound auch an. Er sprudelt vor Kreativität und einer Lust am Zusammenspiel.

Sie produzieren hier auch andere Bands, wohl auch um ihre Kosten decken zu können.

Manu Chao nimmt sie mit auf seine Tournee und besiegelt so auch ihren Ruhm in anderen Ländern. Aus der Zusammenarbeit entsteht eine Freundschaft und so ist Manu Chao zum Beispiel auf ihrem dritten Album “Los Guachos” als Gastsänger bei zwei Songs mit von der Partie.

Inzwischen spielen Karamelo Santo auf Festivals neben Bands wie Metallica oder Depeche Mode.

Ich kann jedem diese Band nur wärmstens empfehlen. Gute Laune pur, gerade wo der Sommer ja nicht mehr so weit ist…

Diskographie:

- “La Kulebra” (1995)

- “Perfectos Idiotas” (1997)

- “Los Guachos” (2001)

- “Haciendo Bulla” (2004)

- “La Gente Arriba” (2006)

- “Antena Pachamama” (2007)    [...mehr]


Autor: Nina

Evo MoralesDen bolivianischen Präsidenten Evo Morales sieht man bei allen weltweiten Staatsbesuchen, allen Protokollen zum Trotz, immer nur in den für die indigenen Andenvölker typische Kleidung (Chompa und Chamarra). Er ist stolz auf seine Wurzeln und seine Herkunft. Sowieso scheint er sich allgemein aus Pomp und Reichtum wenig zu machen.

Juan Evo Morales Ayma, geboren 1959 im kleinen Dorf Isallawi im Departemento Oruro, wächst in schwerster Armut auf. Seine Eltern sind Bauern und stammen von einer Aymara-Familie ab. Vier seiner sieben Geschwister sterben noch in jungen Jahren. Schon während seiner Schulzeit ist er gezwungen nebenher zu arbeiten. Er jobbt in einer Bäckerei und spielt am Wochenende ine einer Band Trompete um über die Runden zu kommen.

Um der Armut wenigstens ein Stück weit zu entkommen, zieht die Familie 1978 nach Chapare um dort Cocaanbau zu betreiben. Nachdem Evo seinen Militärdienst angeleistet hat, kommt auch er nach Chapare um seiner Familie beim Anbau zu helfen. Hier beginnt er sich verstärkt in seinem Sindicato, in dem das Leben der Dorfgemeinschaft organisiert wird, zu engagieren. Er wird schließlich sogar zum Dirigente, zunächst des Sindicato, dann sogar der nächst höheren Einheit, des Central, gewählt.

Mit Freunden übernimmt er in den neunziger Jahren die Partei Movimento al Socialismo (MAS), da diese gerade dabei ist sich aufzulösen und Evo Morales so mit seinen Leuten an den nächsten Wahlen teilnehmen kann.

1997 wird er dann zum ersten Mal zum Abgeordneten gewählt und beginnt sich verstärkt für die Rechte der Bauern und der einfachen Bevölkerung einzusetzen.

Bolivien by night © Raphael Koerich2002 entzieht man ihm kurzfristig, wahrscheinlich initialisiert durch die USA, denen er ein Dorn im Auge ist, unter falschen Anschuldigungen sein Mandat. Bolivien ist eines der ärmsten Länder Südamerikas, hat aber gleichzeitig mit Venezuela zusammen die meisten Erdgasvorkommen. Doch die bolivianische Bevölkerung sieht nicht von dem Reichtum ihres Landes. Alles streichen die USA, der IWF und die Weltbank ein. Die einzige Verdienstmöglichkeit der Bolivianer ist der Cocaanbau, doch auch diesen versuchen die USA einzudemmen. Die Bauern sehen sich zurecht kriminalisiert und ausgebeutet.

Und genau hiergegen kämpft Evo Morales. Weite Teile der Bevölkerung, davon 70% Indígenas, stehen hinter ihm und 2006 wird er zum Staatspräsident von Bolivien gewählt. Er leitet eine Verstaatlichung der Erdgas- und Erdölvorkommen ein und verhilft so der Bevölkerung zu mehr Gewinnchancen. Auch die Rechte der Cocabauern stärkt er gegen den Willen der USA enorm.

Man kann nur hoffen, dass Evo Morales weiterhin den Vereinigten Staaten und der Weltbank so auf der Nase herum tanzt und Bolivien weiter von der Ausbeutung des internationalen Kapitalismus und Neoliberalismus lösen kann.

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